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„Bin sicher, wir waren betrunken“: Mercedes-Superauto verwirrt selbst den Konzernchef

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Von: Julian Baumann

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Ein Erlkönig des Mercedes-AMG Project One bei einer Erprobungsfahrt.
Das Mercedes-AMG „Project One“ soll in diesem Jahr in die Produktion gehen. Erlkönige wurden bereits gesichtet. © Mercedes-Benz AG - Global Communication

Dass der Mercedes-AMG Project One, der die Technologie der Formel 1 auf die Straße bringen soll, tatsächlich Realität wird, verdutzt sogar Ola Källenius.

Stuttgart/Affalterbach - Am Abend des 19. Mai präsentierte Mercedes-AMG, die Tuning-Tochter von Mercedes-Benz, mit dem „Vision AMG“ einen Ausblick auf den „vollelektrischen Sportwagen der Zukunft“. Die Ingenieure des Konzerns orientierten sich bei der Konzeption des futuristischen Showcars zum einen am Super-E-Auto EQXX, zum anderen an dem erfolgreichen Formel 1-Team Mercedes-AMG Petronas, wie Chefdesigner Gorden Wagener erklärte. Bereits im Jahr 2017 stellte Mercedes-AMG mit der Hypercar-Studie „Project One“ ein Konzeptfahrzeug vor, dass die Technologie der Motorsport-Königsklasse auf die Straße bringen soll.

Mercedes-AMG Project One soll nach vielen Problemen 2022 in die Produktion gehen

Ursprünglich sollte der von Mercedes-AMG konzipierte Supersportwagen mit Plug-in-Hybrid-Antrieb im Jahr 2019 in die Serienproduktion gehen. Mercedes hatte jedoch mit allerlei Hindernissen zu kämpfen, weswegen der Marktstart des auf 275 Exemplare limitierten Modells immer wieder verschoben wurde. Nun ist ein Marktstart für Mitte 2022 angesetzt. Bei der Präsentation des „Vision AMG“ am 19. Mai scherzte Mercedes-Chef Ola Källenius auf das „Project One“ angesprochen, dass es ein Wunder sei, dass diese Studie überhaupt durchgewunken wurde, berichtet das britische Portal autocar.

Konzeptfahrzeuge sollen im Mercedes-Konzern den Entwicklungsstand und die fortschreitende Technik demonstrieren. Im Gegensatz zu manchen anderen Autoherstellern werden die Mercedes-Konzepte in den meisten Fällen auch tatsächlich als Serienmodelle umgesetzt. Das E-Auto-Flaggschiff EQS wurde beispielsweise lange vor der Weltpremiere im vergangenen Jahr als „Vision EQS“ auf Automessen gezeigt und mit dem Super-E-Auto EQXX stellte Mercedes kürzlich einen Reichweitenrekord auf. Auch an den engagierten Plänen für das „Project One“ mit Formel-1-Motor hält der Konzern trotz vieler Probleme fest, wenngleich sich sogar der CEO über die Genehmigung des Projektes wundert.

„Das Team von AMG und die Formel-1-Abteilung von High Performance Powertrain kamen vor etwa vier Jahren zu uns und sagten: ‚Wir haben eine großartige Idee, lass uns einen Formel-1-Motor in ein Straßenauto einbauen‘“, sagte Ola Källenius laut autocar am 19. Mai auf den Super-Sportwagen angesprochen. „Ich muss mir die Sitzungsprotokolle noch einmal ansehen, aber ich bin sicher, dass wir betrunken waren, als wir Ja sagten.“ Dennoch nehmen die Pläne für das Hypercar mit Formel-1-Motor nach einer langen und konfliktreichen Entwicklungszeit immer deutlichere Konturen an. Der Mercedes-Chef kündigte an, „in ein paar Wochen“ weitere Details bekanntgeben zu wollen.

Mercedes kündigt „ehrliche Dokumentation“ über Probleme mit „Project One“ an

Obwohl das „Project One“ von Mercedes-AMG erst jetzt in die Produktion gehen soll, sind die 275 Modelle bereits seit einiger Zeit vergriffen. Wie Ola Källenius im vergangenen Jahr erklärte, seien alle Einheiten des Plug-in-Hybrid-Sportwagens bereits für den Preis von jeweils umgerechnet 2,14 Millionen Euro verkauft worden. Mercedes verkaufte mit dem „Uhlenhaut Coupé“ kürzlich auch das teuerste Auto der Welt. Der legendäre Rennwagen wechselte für die Rekordsumme von 135 Millionen Euro den Besitzer. In Bezug auf das „Project One“ kündigte Bettina Fetzer, Marketing-Chefin von Mercedes-Benz, am 19. Mai eine „ehrliche Dokumentation“ an, die schonungslos die Probleme bei der Entwicklung des engagierten Modells offenlegen soll.

Das virtuelle Mercedes-AMG Project ONE im Videospiel Forza Horizon 5.
Im Videospiel „Forza Horizon 5“ kann das Mercedes-AMG Project One bereits gefahren werden. © Mercedes-Benz AG - Global Communication

Dabei will sich der Autokonzern aus Stuttgart laut autocar an der Netflix-Dokumentation „Drive to Survive“ orientieren, bei der die Geschehnisse um das AMG Petronas-Team ebenfalls ungeschönt wiedergegeben werden. Der Plug-in-Hybrid-Supersportwagen „Project One“ hat zudem bereits in einem anderen Medium einen Auftritt. In virtueller Form können Spieler des Videospiels „Forza Horizon 5“ das Mercedes-AMG-Projekt bereits fahren.

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