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Mercedes startet Verkauf seines Systems zum automatisierten Fahren

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Florian Kunkel, Entwickler bei der Mercedes Benz AG, sitzt in einem fahrenden Mercedes vom Typ EQS 580 4Matic unter Anwendung des Drive Pilots, einer Technologie der Mercedes Benz AG für das Autonome Fahren.
Florian Kunkel, Entwickler bei Mercedes, sitzt in einem fahrenden Mercedes vom Typ EQS 580 4Matic unter Anwendung des Drive Pilots, einer Technologie für das autonome Fahren. © Carsten Koall/dpa

Mercedes bekam in Deutschland als erster Autohersteller eine Zulassung für den Betrieb eines Systems, bei dem der Fahrer in bestimmten Situationen die Kontrolle abgeben und zum Beispiel fernsehen darf. Nun startet der Autobauer erstmals den Verkauf.

Stuttgart (dpa) - Mercedes-Benz startet in Deutschland als erster Hersteller den Verkauf eines Systems zum hochautomatisierten Fahren, das komplett die Kontrolle im stockendem Verkehr auf der Autobahn übernehmen kann. Für die S-Klasse kostet es 5000 Euro plus Mehrwertsteuer, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Beim Elektromodell EQS werden gut 7400 Euro vor Mehrwertsteuer fällig, weil noch ein Fahrassistenzpaket dazugebucht werden muss.

Bisher werden in den Autos Fahrassistenzsysteme eingesetzt, die dem Fahrer zwar verschiedene Aufgaben wie das Halten der Spur oder des Abstands abnehmen können. Der Mensch bleibt dabei aber in der Verantwortung und muss die Hände am Steuer lassen. Das gilt zum Beispiel für Teslas Assistenzsystem Autopilot.

Mercedes: Auto muss jederzeit bereit sein, wieder die Steuerung zu übernehmen

Mercedes bekam in Deutschland als erster Autohersteller eine Zulassung für den Betrieb eines Systems, bei dem der Fahrer in bestimmten Situationen die Kontrolle abgeben und zum Beispiel fernsehen darf. Er muss allerdings jederzeit bereit sein, wieder die Steuerung zu übernehmen.

Der Einsatz des Systems mit dem Namen «Drive Pilot» ist mit rechtlichen Vorgaben auf sehr konkrete Situationen beschränkt. So funktioniert es nur auf Autobahnen, bei Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometern pro Stunde und nur solange der Abstand zum davor fahrenden Fahrzeug nicht zu groß wird. Erkennt das System, dass die Voraussetzungen da sind, lässt es sich vom Fahrer aktivieren. Während Drive Pilot das Auto steuert, liegt die Verantwortung bei Mercedes. Wenn das System den Fahrer auffordert, wieder die Kontrolle zu übernehmen, hat er bis zu zehn Sekunden Zeit dafür.

Mercedes-Vizepräsident: „Da wird aus allen Ecken Druck auf das System kommen“

Es gibt auch weitere Einschränkungen. In Baustellen dürfte Drive Pilot zwar fahren. Mercedes verzichtet aber angesichts der zusätzlichen Komplexität zunächst darauf. Gemäß den rechtlichen Vorgaben muss ein Auto im automatischen Betrieb in seiner Spur bleiben. Wenn also etwa ein Spurwechsel an einem Autobahnkreuz notwendig wird, muss der Wagen dafür die Kontrolle dem Fahrer übergeben. Der zuständige Mercedes-Vizepräsident Georges Massing geht davon aus, dass der rechtliche Spielraum ausgeweitet wird, wenn sich die Systeme im Alltag bewähren und Vertrauen schaffen: «Da wird aus dem Markt und aus allen Ecken Druck auf das System kommen, so dass man mehr Freiheit kriegt.»

Netz ist vom System für autonomes Fahren nicht überzeugt

In den sozialen Medien zeigen sich die Menschen vom neuen System für autonomes Fahren weniger überzeugt. „Wer braucht so was? Wer kann sich so was leisten? Und wo steckt der Sinn?“, fragt sich ein Facebook-Nutzer. „Nein, danke. Lieber behalte ich die Kontrolle“, schreibt eine Userin. „Ich würde mir das nicht kaufen. Wo bleibt dann noch der Spaß vom Fahren“, kommentiert ein anderer.

Anderer Nutzer glauben jedoch an das System: „Das ist die Zukunft. Das führt zu weniger Unfällen und weniger Staus. Dauert aber noch.“ Autonomes Fahren würde für viele Menschen eine enorme Erleichterung darstellen, äußert ein User. „Das ist Digitalisierung und nur so entwickeln wir uns. Finde ich gut“, schreibt eine Nutzerin.

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