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Mercedes vor Milliarden-Verlust: Russland reagiert auf Rückzug

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Von: Simon Mones

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Wie viele Unternehmen hat sich auch Mercedes wegen des Ukraine-Krieges aus Russland zurückgezogen. Das könnte jetzt Konsequenzen haben.

Stuttgart/Moskau – Die Liste der Unternehmen, die auf den Einmarsch Russlands reagiert haben, ist lang. Auch viele deutsche Unternehmen finden sich darauf. So hat beispielsweise BMW seine Produktion in Russland eingestellt* und verkauft dort keine Autos mehr. Selbiges gilt auch für Volkswagen, Porsche und die Audi-Tochter Lamborghini* sowie Mercedes.

Zusammen mit den verhängten Sanktionen hat das die russische Wirtschaft schwer getroffen und für eine Abwärtsspirale gesorgt. Kein Wunder also, dass die von Wladimir Putin geführte Regierungspartei „Einiges Russland“ nach Wegen sucht, den Schaden zu reduzieren. Dabei ist immer wieder von einer Verstaatlichung die Rede, wie 24auto.de berichtet*.

Mercedes vor Milliarden-Verlust: Russland reagiert auf Rückzug

So plant die russische Regierung, ausländische Vermögenswerte zu beschlagnahmen, um die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren. Die Regierungskommission hat daher nun einen Gesetzentwurf zur Verstaatlichung von Vermögenswerten von Unternehmen innerhalb der Landesgrenzen, die zu mehr als 25 Prozent in ausländischem Besitz sind, gebilligt. Das wäre beispielsweise bei Mercedes* der Fall, wie „Jalopnik.com“ berichtet.

Das Mercedes-Logo an einer Fabrikwand.
Wie vielen Unternehmen droht auch Mercedes in Russland nun eine Enteignung. (Symbolbild) © Mercedes-Benz Group AG

Sobald aus dem Entwurf ein Gesetz wird, würden betroffenen Unternehmen zunächst für drei Monate unter Verwaltung gestellt. Um das zu vermeiden, müssten die Firmen ihre Geschäfte in Russland wieder aufnehmen oder die Vermögenswerte verkaufen. Sollte nach drei Monaten nichts passiert sein, würden die verstaatlichten Vermögenswerte in ein neues Unternehmen überführt und die Aktien anschließend versteigert.

Mercedes vor Milliarden-Verlust: Enteignung von russischer Tochter droht

In der Mercedes-Konzernzentrale in Stuttgart scheint man sich dieser Bedrohung sehr bewusst zu sein. In seinem Geschäftsbericht erklärte der Premiumhersteller, dass die Geschäftstätigkeit durch den Einmarsch in der Ukraine gefährdet sei.

Neben den Lieferengpässen und einer möglichen Verschärfung der Chipkrise seien auch die drohenden Enteignungen in Russland ein Problem. Im Fall von Mercedes* handelt es sich um Vermögenswerte in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 2 Milliarden Euro), die sich im Besitz einer russischen Tochter befinden. Dazu gehört unter anderem eine Fertigungsstätte in der Nähe von Moskau, die erst 2019 eröffnet wurde. *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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