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„Menschen brauchen Sicherheit“: Mercedes-Benz übernimmt 700 Leiharbeiter im Werk Sindelfingen

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Von: Jakob Koch

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Mercedes-Benz stärkt sein größtes Werk in Sindelfingen und stellt in den kommenden Monaten 700 Leiharbeiter dauerhaft an. Damit reagiert der Autohersteller auf die Auslastung.

Sindelfingen – Mehr als 22.000 Mitarbeiter zählt das Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen - nun werden es noch einmal 700 mehr, wie der Betriebsrat und das Unternehmen verkündeten. Betriebsratschef Ergun Lümali zeigt sich hocherfreut. Ihm zufolge freue es die Arbeitnehmervertretung sehr, dass sich nach intensiven Gesprächen mit der Unternehmensleitung in Stuttgart die mehreren Hundert Beschäftigten in der Produktion über eine Perspektive im Unternehmen freuen könnten.

„Zu diesem Erfolg haben in hohem Maße die Beschäftigten beigetragen – die Stammmitarbeiter ebenso wie die Leiharbeiter. Ohne den unermüdlichen Einsatz und die Leistung unserer Beschäftigten würde das Unternehmen nicht so dastehen, wie es das heute tut“, sagte Lümali in einer Pressemitteilung. Er ergänzte: „Menschen brauchen Sicherheit. Das wird einem gerade in diesen Zeiten, die von Krieg und Leid geprägt sind, sehr deutlich bewusst.“

Produktion des Mercedes-AMG EQS in der „Factory 56“ in Sindelfingen.
Der Mercedes EQS, der im Werk Sindelfingen produziert wird, schafft bis zu 785 Kilometer Reichweite. © Mercedes-Benz AG – Communications

Mercedes-Benz will Arbeitsplätze im Unternehmen halten – „Vielen Menschen eine Zukunft gegeben“

Eine Unternehmenssprecherin sagte: „Aufgrund der letzten Produkthochläufe hat das Werk zusätzlich auch auf die Unterstützung von Zeitarbeitskräften gesetzt.“ Mithilfe der Zeitarbeit sei es möglich, durch die flexible Reaktion auf Marktschwankungen die Stammbelegschaft und Arbeitsplätze im Unternehmen zu halten.

Die Reaktionen im Netz fallen durchaus gemischt aus. Auf Facebook schreibt ein Nutzer: „Damit hat man vielen Menschen eine Zukunft gegeben.“ Ein anderer lobt: „Starke Leistung“. Doch auch mit Kritik an Mercedes-Benz wird nicht gespart: „Lachhaft, Jahresverträge und bei dem nächsten Windstoß, Kaufrückgang sind die wieder draußen, weil man sie ja leichter loswird als Festangestellte. Und dafür lässt sich der Stern noch feiern!“, schreibt ein weiterer Nutzer. Ein anderer prognostiziert: „Drei Monate später alle wieder gekündigt.“

Mercedes EQS – die elektrische S-Klasse

Leistung: vier Versionen mit 292 bis 761 PS

Rein elektrische Reichweite: 785 Kilometer

Preis: ab 97.806,10 Euro

Konkurrenten: Porsche Taycan und Audi e-tron GT

In Sindelfingen laufen die S- und E-Klasse vom Band, außerdem entstehen dort der vollelektrische EQS und der Maybach. Erst kürzlich hatte der Chip-Mangel in der Autoindustrie Mercedes-Benz stark getroffen: 2021 musste die Produktion in Sindelfingen ruhen. Die Hightech-Fabrik Factory 56 stand damit nur 10 Monate nach Eröffnung wieder still. Es war nicht das erste Mal – ebenfalls 2021 hatte der Stuttgarter Traditionskonzern die Produktion der E-Klasse im Werk zeitweise gestoppt.

Mercedes-Benz: Factory 56 in Sindelfingen soll Fabrik der Zukunft für Mercedes sein

Im Werk Sindelfingen hat Mercedes-Benz die Fabrik der Zukunft - die Factory 56 - gegründet. Das Werk soll neue Maßstäbe für die Automobilproduktion setzen und künftig als Blaupause für das gesamte Produktionsnetzwerk von Mercedes weltweit dienen. Vor allem soll die Produktion dank Vernetzung, Digitalisierung und Datenaustausch in Echtzeit deutlich effizienter werden. Die Factory 56 produziert einen Großteil ihres Stroms über Solarfelder auf dem Dach.

Ein System namens MO360 soll dort die Produktion um 15 Prozent effizienter machen: Mercedes-Benz überwacht Mitarbeiter mit dem neuen System jede Sekunde. Dabei können die Verantwortlichen jederzeit den „Live-Status“ der Produktion kontrollieren, wie etwa die Produktionsziele jeder Schicht und den „Live-Zustand“ jedes einzelnen Mercedes-Benz-Fahrzeugs.

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