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„Wichtiger Meilenstein“: Mercedes-Benz baut E-Auto-Leitmodell exklusiv in den USA

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Von: Julian Baumann

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Eine Mitarbeiterin von Mercedes-Benz putzt ein fertiges Modell des EQS SUV im Werk in Tuscaloosa (USA).
Mercedes-Benz startet die Produktion des EQS SUV exklusiv im Werk in Tuscaloosa (Alabama). © Mercedes-Benz AG – Communications

Das EQS SUV gilt als Leitmodell der erweiterten E-Auto- und Luxusstrategie von Mercedes-Benz. Produziert wird es exklusiv in Alabama, Nordamerika.

Stuttgart/Tuscaloosa - Als Mercedes-Benz am 19. Mai live aus Nizza an der Côte d’Azur im Rahmen der Veranstaltung „The Economy of Desire“ die erweiterte Luxusstrategie des Weltkonzerns präsentierte, stand ein Modell besonders im Rampenlicht. Einen Monat zuvor, am 19. April, hatte Mercedes die SUV-Version des E-Auto-Flaggschiffs EQS vorgestellt. In Nizza stand das große E-Auto während den Präsentationen von Mercedes-Chef Ola Källenius und dem Rest des Vorstands auf der Bühne und repräsentierte somit sowohl die Ausrichtung auf den Luxus, als auch den Fokus auf die E-Mobilität.

Das im April offiziell vorgestellte EQS SUV ist „das erste vollelektrische Luxus-SUV von Mercedes-EQ“, wie Mercedes-Vertriebschefin Britta Seeger bei der Weltpremiere erklärte. Ursprünglich sollte das E-Auto bereits Mitte des Jahres auf den Markt kommen, was sich aber offenbar verzögern wird. Wie der Autokonzern aus Stuttgart am 25. August in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde nun die Produktion des EQS SUV aufgenommen. Produziert wird das Modell allerdings nicht wie die elektrische Limousine EQS im Zukunftswerk „Factory 56“ in Sindelfingen, sondern exklusiv in den USA.

Mercedes-Benz will EQS SUV aus Tuscaloosa „zu einem weiteren weltweiten Erfolg“ machen

Dass das EQS SUV nicht in Deutschland, sondern exklusiv in den USA produziert werden soll, steht seit langem fest. In einer Pressemitteilung des Konzerns hieß es bereits im Dezember 2020, dass sich das Mercedes-Benz-Werk in Tuscaloosa (Alabama) auf die Produktion des EQS SUV und des EQE SUV vorbereite. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht einmal der EQS auf dem Markt. Das Werk in Tuscaloosa ist allerdings seit langem der Produktionsstandort für große SUV-Modelle mit dem Stern und wird nun durch das erste vollelektrische Modell ergänzt.

„Mit dem neuen EQS SUV, der unser Produktionsportfolio an vollelektrischen Mercedes-EQ-Modellen ergänzt, setzen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserer Strategie, bis zum Ende des Jahrzehnts vollelektrisch zu werden – wo immer es die Marktbedingungen zulassen“, sagte Jörg Burzer, Vorstandsmitglied von Mercedes-Benz. „Ich bin mir absolut sicher, dass unser großartiges Tuscaloosa-Team den Elektro-SUV zu einem weiteren weltweiten Erfolg machen wird.“ Das Werk in Nordamerika folgt laut der Mitteilung der Blaupause des Zukunftswerks „Factory 56“ in Sindelfingen und nutzt modernste digitale und flexible Produktionsmethoden.

Mercedes-Benz: Globale E-Auto-Offensive - acht Modelle, sieben Standorte, drei Kontinente

Mercedes-Benz hatte im März im Bibb County eine Batteriefabrik eröffnet, die die Batteriesysteme für den EQS SUV produzieren soll. Demnach hat die Produktion in Alabama auch den Vorteil, dass die Batterien nicht importiert werden müssen, sondern lokal produziert werden. Importiert werden muss das elektrische SUV allerdings künftig für Besteller aus Deutschland und dem Rest Europas, da das Modell laut dem Hersteller ausschließlich in Tuscaloosa entstehen soll. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier am Standort können stolz darauf sein, dass der erste vollelektrische SUV von Mercedes-Benz samt seiner Antriebsbatterie in Alabama gebaut wird“, sagte Michael Goebel, CEO von Mercedes-Benz US International (MBUSI).

Diese Entscheidung ist allerdings kein „Rückzug aus Deutschland“, wie kritische Stimmen jetzt vermuten könnten, sondern Teil einer größeren Strategie des Konzerns. Ziel von Mercedes-Benz ist es, im Jahr 2022 insgesamt acht vollelektrische Fahrzeuge an sieben Standorten auf drei Kontinenten zu produzieren. In Nordamerika soll neben dem EQS SUV auch die erst kürzlich angekündigte SUV-Version des EQE produziert werden, im Werk in Bejing (China) entstehen die Modelle EQE, EQC, EQA und EQB für den dortigen Markt. In Europa außerhalb Deutschland wird in Kecskemét (Ungarn) seit 2021 das elektrische SUV EQB gefertigt und in Vitoria (Spanien) entstehen die elektrischen Mercedes-Transporter.

Herzstück der globalen E-Auto-Offensive bleibt jedoch das größte Mercedes-Werk in Sindelfingen, in dem neben der S-Klasse und den Derivaten von Mercedes-Maybach und Mercedes-AMG weiterhin das Flaggschiff EQS gefertigt wird. Der „kleine Bruder“, die Business-Limousine EQE, entsteht dagegen weiterhin in Bremen.

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