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Mercedes überlegt, A-Klasse durch neues E-Auto zu ersetzen - „wollen nach oben schauen, statt nach unten“

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Von: Julian Baumann

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Mercedes-Benz konzentriert sich aktuell verstärkt auf die Produktion hochpreisiger Autos. Dieser Strategie könnten kleinere Modelle zum Opfer fallen.

Stuttgart - Der Autokonzern Mercedes-Benz vertreibt unter der gleichnamigen Marke Autos und Vans aus nahezu allen Fahrzeugarten von Kompaktwagen über Limousinen bis zu großen SUVs. Aktuell konzentrieren sich die Schwaben aufgrund des Materialmangels durch die Chipkrise und den Ukraine-Krieg vorrangig auf die Produktion hochpreisiger Modellen wie der S- oder der E-Klasse. Die Luxus-Strategie geht auf, Mercedes gehört nach wie vor zu den weltbesten Herstellern und konnte den Gewinn im ersten Quartal 2022 deutlich steigern.

Auch im Bereich der E-Autos priorisiert Mercedes-Benz hochpreisige Modelle und bietet nach der Weltpremiere des Flaggschiffs EQS, der elektrischen Business-Limousine EQE und dem EQS SUV bereits drei Fahrzeuge an, die auf der eigenen E-Auto-Plattform „EVA2“ basieren. Auf einer Konferenz der Financial Times ließ Mercedes-Chef Ola Källenius durchblicken, dass kleinere Modellgenerationen wie beispielsweise die beliebte A-Klasse in Zukunft durch neue E-Auto-Modelle ersetzt werden könnten.

Mercedes-Chef kündigt Details zu zukünftigem Fahrzeugportfolio des Konzerns an

Bei der Konferenz der Financial Times sprach Mercedes-CEO Ola Källenius nicht direkt davon, dass irgendeine Modellgeneration der Marke mit dem Stern aktiv bedroht sei. Stattdessen gab er bekannt, dass weitere Details zur künftigen Modellpalette des Konzerns bei einem Event in der kommenden Woche enthüllt werden sollen. „Wir werden kommende Woche näher darüber sprechen“, so Källenius laut dem britischen Autoportal autocar. „Es ist aber nicht unser Ziel, im Bereich der Volumenhersteller konkurrenzfähig zu sein.“ Das entspräche nicht dem, wofür die Marke Mercedes-Benz stehe. „Bleiben Sie, was unser Produktportfolio betrifft, gespannt“, sagte der Mercedes-Chef und fügte hinzu: „Wir wollen nach oben schauen, statt nach unten.“

Die aktuelle Mercedes-A-Klasse Baureihe 177 (2018) bei einer Testfahrt in Kroatien.
Im Rahmen der Luxus-Strategie von Mercedes-Benz könnten Modelle wie die A-Klasse hochpreisigen Fahrzeugen weichen. © Mercedes-Benz AG - Global Communication

Das Portal autocar interpretiert diese Ankündigung dahingehend, dass kleinere, kostengünstigere Modelle wie die A-Klasse von neuen E-Autos verdrängt werden könnten. Basierend auf dem Erfolg, den Mercedes-Benz trotz mehrerer Krisen mit der verfolgten Luxus-Strategie derzeit hat, ist diese Interpretation nicht abwegig. Källenius bestätigte auf der Konferenz zudem, dass die hohe Profitabilität des Unternehmens in der aktuell schwierigen Lage Einblicke in das profitablere Wirtschaften ermöglicht hatte. Der Annahme gegenüber steht jedoch die Ankündigung der für 2024 geplanten E-Auto-Architektur „MMA“, die zunächst bei der neuen Generation der A-Klasse zum Einsatz kommen soll.

Kundenresonanz auf die E-Autos von Mercedes-Benz ist enorm, sagt Källenius

Demnach dürfte die Mercedes A-Klasse, die erstmals im Jahr 1997 auf den Markt kam und in ihrer aktuellen Version der Baureihe 177 seit Mai 2018 angeboten wird, mindestens noch eine neue Generation erfahren. Wie genau die Pläne des großen Autokonzerns in Bezug auf das künftige Portfolio aussehen wird, wird wohl erst bei der Investoren-Versammlung in der kommenden Woche bekannt gegeben werden.

Ola Källenius sagte laut der Nachrichtenagentur Reuters auf der Financial Times-Konferenz auch, dass die Kundenresonanz auf die Modelle der elektrischen Baureihe EQ so enorm sei, „dass wir alles tun, um die Autos so schnell wie möglich zu den Kunden zu bringen“. Damit sprach der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz offenbar die aktuell aufgrund von Lieferproblemen sehr langen Wartezeiten bei der Auslieferung von E-Autos an. Kunden von Mercedes, Porsche und Tesla müssen mitunter mehrere Monate auf ihre E-Autos warten.

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