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Mercedes-Entwicklungschef: Preisangleichung von E-Autos und Verbrenner „meiner Ansicht nach weit weg“

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Von: Julian Baumann

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Markus Schäfer, Chief Technologie Officer von Mercedes-Benz, vor einem Vision EQXX.
Laut Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer lässt eine Preisangleichung von E-Autos und Verbrennern noch auf sich warten. © Mercedes-Benz AG - Communication

Bestimmte Faktoren machen E-Autos derzeit noch teurer als Verbrenner. Das wird sich laut dem Entwicklungschef von Mercedes-Benz so schnell auch nicht ändern.

Stuttgart - Beim Autokonzern Mercedes-Benz aus Stuttgart stehen die Zeichen deutlich auf E-Mobilität. Mercedes will ab 2030 nur noch E-Autos bauen und baut die Fahrzeugpalette an batteriebetriebenen Modellen immer weiter aus. Bereits eine Woche vor der Weltpremiere zeigen Leaks die Optik des Mercedes-EQS SUV. Durch die großen Batterien und die derzeitigen Lieferprobleme von wichtigen Rohstoffen sind E-Autos in der Anschaffung aber noch teurer als die altgedienten Verbrenner.

Mercedes-Benz hat in den vergangenen Monaten die Produktionsabläufe in mehreren Werken zunehmend auf die Herstellung von E-Autos verlagert und will nach anfänglichem Zögern auch selbst Batteriezellen herstellen. Während andere Hersteller erwarten, dass eine höhere Produktionsmenge und sinkende Batteriepreise auch den preislichen Unterschied zwischen den Stromern und den Verbrennern ausgleichen werden, ist man in Stuttgart noch nicht ganz davon überzeugt. Die sogenannte „Preisparität“ lässt laut Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer noch einige Zeit auf sich warten.

Mercedes-Entwicklungschef: Preisangleichung ist mit keiner derzeit verfügbaren Batterietechnologie möglich

Der größte Kostenfaktor eines E-Autos ist das Herz des Wagens: die Batterie. Ein Mercedes-Kunde war entsetzt, weil eine neue Batterie mehr kostete, als sein ganzes Auto. Mit den derzeit auf dem Markt verfügbaren Batterietechnologien sei eine Angleichung der Preise eines E-Autos mit denen eines Verbrenners nicht möglich, erklärte Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer dem Autoportal Road & Track. „Auf einen Batteriepreis von 50 US-Dollar pro Kilowatt zu kommen, was zu einer vergleichbaren Kostenbasis wie bei einem Verbrennungsmotor führen würde, das ist meiner Ansicht nach weit weg.“

In der Vergangenheit verließ sich Mercedes-Benz bei den Batteriezellen auf Zulieferer aus Asien, künftig will der schwäbische Traditionskonzern aber selber Batterien herstellen. Mercedes plant 8 Gigafabriken als „Zentrum der Autoindustrie“ für die Batterieproduktion und entwickelt mit einem Partner zudem Batterien, die die Reichweite von E-Autos verdoppeln könnten. Bis Neuentwicklungen für die steigenden Anforderungen der Autoindustrie in Großserie gehen könnten, würden aber noch einige Jahre vergehen, erklärte Markus Schäfer.

Mercedes-Benz konnte Verkaufszahlen für E-Auto-Modelle deutlich steigern

Auch günstigere Preise kann der Mercedes-Manager nicht versprechen. „Es wird sehr stark von den Bergbaukapazitäten für Rohstoffe und der weltweiten Verbreitung von Elektrofahrzeugen abhängen. Das sind die beiden Hauptfaktoren“, sagte Markus Schäfer. Aktuell ist die Versorgung mit Rohstoffen wie Kobalt für die E-Auto-Batterien durch den Ukraine-Krieg ohnehin unterbrochen und wegen eines neuen Gesetzes stehen die Unternehmen ab 2023 vor einer Zensur. Durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz muss auch Mercedes-Benz genau nachprüfen, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe für die Batterieherstellung abgebaut werden.

Während die Rohstofffrage derzeit noch problematisch ist, konnte Mercedes-Benz aber den Absatz der E-Auto-Modelle deutlich erhöhen. Im vergangenen Jahr verkaufte Mercedes mehr E-Autos als jemals zuvor. Mit einer fortschreitenden Weiterentwicklung der Batterietechnologie könnten in Zukunft aber auch die Preise für die E-Autos sinken und sich damit denen der Verbrenner angleichen. Noch sei die Industrie aber noch nicht so weit. „Ich sehe das nicht mit der Chemie, die wir heute haben“, so Schäfer gegenüber Road & Track. Am 19. April präsentiert Mercedes-Benz die SUV-Version des Flaggschiffs EQS, zudem arbeitet der Konzern noch immer am Super-E-Auto EQXX mit 1.000 Kilometer Reichweite.

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