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Mercedes-Chef Ola Källenius: „Unsere Klientel ist in den vergangenen 15 Jahren viel diverser geworden“

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Von: Julian Baumann

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Mercedes-Chef Ola Källenius mit seiner Frau Sabine vor einem vollelektrischen Mercedes-Benz EQC.
Laut Mercedes-Chef Ola Källenius ist die Klientel der Marke sehr viel diverser geworden. Auch durch die E-Auto-Modelle konnten die Stuttgarter neue Kundengruppen gewinnen. © Mercedes-Benz AG - Global Communications

Dass nur ältere, wohlhabende Männer Mercedes fahren, ist schon lange nicht mehr richtig. Durch Luxus und Elektrifizierung spricht die Marke mit dem Stern inzwischen einen weiten Kundenstamm an.

Stuttgart - Mercedes-Benz setzt künftig noch stärker auf den Luxus und auf hochpreisige Fahrzeugmodelle wie die S-Klasse oder das elektrische Pendant EQS. Damit wird der Autokonzern aus Stuttgart wohl noch stärker Kundschaft aus einer gehobenen Gesellschaftsschicht ansprechen. „Natürlich zielt eine Luxus-Strategie am Ende auch darauf ab, sich auf Kunden zu fokussieren, die sich das auch leisten können und wollen“, erklärte Mercedes-Strategiechefin Carolin Strauß Ende Mai gegenüber BW24. Sie sagte aber auch, dass es in Zukunft weiterhin viele Kunden geben wird, die bereit sind, Geld für ein Modell von Mercedes-Benz auszugeben.

Diese Kunden sind allerdings nicht mehr, wie vielleicht in der Vergangenheit, vorrangig Männer im fortgeschrittenen Alter. Laut Mercedes-Chef Ola Källenius ist die Kundschaft des Autokonzerns inzwischen sehr viel diverser und das nicht erst seit dem starken Fokus auf die E-Mobilität. Durch diese haben sich die Formen und das Design der Automodelle mit dem Stern allerdings deutlich verändert, was möglicherweise nicht allen Kunden der Marke gefallen dürfte. Laut dem Mercedes-CEO sei das Ziel jedoch, nach 2030 alle Kunden mit ins E-Auto-Zeitalter zu nehmen, wie er im Gespräch mit der Welt erklärte.

Mercedes-Klientel ist laut CEO Källenius „schon vor der elektrischen Revolution viel diverser geworden“

Am 19. Mai stellte der Vorstand von Mercedes-Benz in Nizza die erweiterte Luxus-Strategie des Autokonzerns vor. Durch die Besinnung auf den Luxus werden die Modelle der Stuttgarter Premiummarke in Zukunft noch teurer, dabei waren Mercedes-Modelle noch nie für Menschen mit schmalem Geldbeutel gedacht. Dass die neuen Modelle nur für wohlsituierte Männer mit einem hohen Gehalt gedacht sind, sieht der Mercedes-Chef allerdings nicht. „Natürlich lieben wir solide, seriöse Geschäftsleute Mitte 50 als Stammkunden“, sagte Ola Källenius der Welt. „Gleichzeitig ist unsere Klientel in den vergangenen 15 Jahren viel diverser geworden, schon vor der elektrischen Revolution.“

In den USA, dem nach China wohl wichtigsten Automarkt der Welt, habe der Anteil an Kundinnen bei der Mercedes-Benz S-Klasse in einem der vergangenen Geschäftsjahre rund 30 Prozent ausgemacht, erklärte Källenius weiter. Gerade die großen und hochpreisigen Limousinen von Mercedes sind noch immer als Modelle für gutverdienende Männer verschrien, tatsächlich ist der Kundenstamm mittlerweile aber viel breiter aufgestellt. Auch auf dem größten Automarkt habe Mercedes mit Modellen wie dem CLA oder dem GLA viele junge Familien angesprochen. „In China beträgt das durchschnittliche Alter unserer Kunden 37“, sagte der CEO. „Diese Kunden machen den mentalen Wandel mit.“

Mercedes-Benz hat mit E-Auto-Modellen neue Kundengruppen gewonnen

Mercedes-Benz blickt auf eine lange Geschichte der Verbrenner-Produktion zurück, die im Jahr 2030 endgültig beendet werden soll. Dann will der Autokonzern überall da, wo es die Marktbedingungen zulassen, nur noch E-Autos verkaufen. Der Umstieg ist für langjährige Fans der Marke, die möglicherweise jahrzehntelang Verbrenner-Modelle gefahren sind, schwieriger.

Durch Fahrzeuge wie das Flaggschiff EQS oder den kleineren EQE konnte Mercedes aber auch neue Kunden gewinnen. „Mit den Elektrofahrzeugen erreichen wir neue Kundengruppen, die frühzeitig umsteigen wollen“, sagte Ola Källenius. „Wenn nach 2030 alles elektrisch ist, müssen wir alle Kunden mitnehmen.“

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