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Mercedes-Mitarbeiter müssen um Jobs bangen - Gewerkschaft in Sorge

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Von: Julian Baumann

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Eine Mitarbeiterin von Mercedes-Benz bedient im Transporter-Werk in Ludwigsfelde (Brandenburg) ein Terminal.
Weil Mercedes-Benz die Produktion des eSprinters ins Ausland verlegen will, sorgt sich die IG Metall um die Zukunft der Mitarbeiter am Standort in Brandenburg. © Mercedes-Benz AG – Global Communications

Mercedes-Benz will die Produktion der Kleintransporter „eSprinter“ offenbar von Deutschland ins Ausland verlegen. Die Gewerkschaft IG Metall fürchtet um die Zukunft der Mitarbeiter.

Stuttgart/Ludwigsfelde - Für den Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz hat der Standort Berlin-Brandenburg eine lange Tradition. Schließlich befindet sich das älteste noch aktive Werk des Unternehmens in Berlin-Marienfelde. Dort eröffnete Mercedes vor wenigen Tagen den Digital Factory Campus und wandelt so das ehemalige Produktionswerk für Verbrennungsmotoren nun in einen Vorreiter der Digitalisierung um. Auch am Werk in Ludwigsfelde, an dem seit 1956 vorrangig Nutzfahrzeuge hergestellt wurden und seit Ende der 90er Transporter produziert werden, ist einiges im Wandel.

Anfang September gab Mercedes-Benz in einer Mitteilung die Kooperation mit dem US-Start-up Rivian bekannt. Zusammen wolle man künftig elektrische Transporter bauen. Ziel sei es, „in eine gemeinsame Fabrik in Europa zu investieren und diese gemeinsam zu betreiben“, hieß es. „Bereits in wenigen Jahren sollen dort große Elektro-Vans für Mercedes‑Benz Vans und Rivian vom Band rollen“, kündigte der Konzern an. „Für den Bau der neuen Produktionsstätte für rein elektrische Transporter soll ein bestehender Mercedes-Benz Standort in Mittel-/Osteuropa genutzt werden.“

Mercedes-Benz: Transporter-Werk vor dem Aus? IG Metall befürchtet Jobabbau

Weil die Produktion der eSprinter von Mercedes-Benz demnach in den kommenden Jahren an einen Standort in Mittel- oder Osteuropa verlagert werden soll, fürchtet die Gewerkschaft IG Metall in Ludwigsfelde um die Zukunft der rund 2.000 Mitarbeiter. Bislang werden die Transporter der Weltmarke mit dem Stern in Brandenburg produziert, womit nach der Ankündigung von Mercedes und Rivian ab 2028 Schluss sein könnte, so die Befürchtung. Die Zukunft des Standorts in Ludwigsfelde mit 2.200 Mitarbeitern sei aufgrund dieser Entscheidung offen, sagte der Regionalchef der IG Metall, Thomas Kunzmann, gegenüber rbb24 Antenne Brandenburg.

Bereits im vergangenen Jahr hieß es, dass Mercedes-Benz immer mehr ins Ausland wandere, da die deutsche Heimat als Produktionsstandort zu teuer wäre. Die Kleinwagen von Mercedes-Tochter Smart werden beispielsweise inzwischen ausschließlich in China produziert, weswegen der Konzern 2021 das Smart-Werk im französischen Hambach verkaufte. Am Standort in Brandenburg werde bis Ende des Jahrzehnts noch der Sprinter 2.0 mit Verbrennungsmotor gebaut, die Frage sei aber, was langfristig mit dem Werk passieren werde, so Kunzmann.

Mercedes-Benz garantiert Auslastung des Werks bis 2030

Dass auch die Tage von Transportern mit Verbrennungsmotor gezählt sind, steht seit einiger Zeit fest. „Wir gehen auf allen Ebenen auf Elektro“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius im Vorfeld des Strategieupdates von Mercedes-Benz im Mai bei einem Medien-Q&A. Demnach wird sich langfristig auch in Ludwigsfelde bei der Belegschaft einiges ändern, so wie es im Zuge der Transformation zur E-Mobilität an vielen Standorten des Konzerns war. Auf rbb-Anfrage teilte Mercedes allerdings mit, dass derzeit keine Reduzierung der Belegschaft in Ludwigsfelde geplant sei.

Mercedes gehe sogar davon aus, dass die Nachfrage nach den Transporten und ab 2024 vor allem nach den elektrischen Sprintern eine hohe Auslastung der deutschen Werke bis Ende des Jahrzehnts bedeute. Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagte rbb24 Brandenburg, dass die Auslastung des Werks in Ludwigsfelde bis 2030 gesichert sei. „Aus Stuttgart habe ich bisher nur die feste Zusage, dass man sich um entsprechende andere Muster kümmern wird, die dann in Ludwigsfelde gefertigt werden. Der Standort selber soll in jedem Fall so erhalten bleiben.“

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