1. bw24
  2. Auto
  3. Mercedes-Benz

Mercedes macht Ernst: Beliebte A-Klasse soll 2025 gestrichen werden - nicht rentabel genug

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Die aktuelle Mercedes-A-Klasse Baureihe 177 (2018) bei einer Testfahrt in Kroatien.
Laut einem Bericht will Mercedes-Benz die beliebte A-Klasse in drei bis vier Jahren vollständig einstellen. Der Konzern hat sich noch nicht dazu geäußert. © Mercedes-Benz AG - Global Communication

Mercedes-Benz hat jüngst die Luxusstrategie konkretisiert. Laut einem Bericht fällt dieser Ausrichtung unter anderem die beliebte A-Klasse zum Opfer.

Stuttgart - Mercedes-Benz will zur wertvollsten Luxusautomarke der Welt werden, hieß es bei dem jüngsten Strategie-Update des Stuttgarter Traditionskonzerns am 19. Mai. Konkret will sich Mercedes noch mehr auf den Luxus besinnen und drei Modelle streichen. Insgesamt wird der Autohersteller in Summe weiter wachsen, das Einstiegssegment, Entry Luxury Segment genannt, soll aber geringer werden. „Dadurch, dass wir in Summe wachsen, wird der Anteil dieses Segmentes am Gesamtvolumen geringer“, erklärte Carolin Strauß, verantwortlich für die strategische Ausrichtung von Mercedes-Benz, im Interview mit BW24.

Das Einstiegssegment von Mercedes-Benz soll demnach von derzeit sieben auf vier Fahrzeugmodelle reduziert werden. Welche Modelle das genau betrifft, war bislang nur spekuliert worden. Vermutet wurde, Mercedes werde die A-Klasse durch ein neues E-Auto ersetzen. In einem Medien-Q&A im Vorfeld des Strategie-Updates am 19. Mai bestätigte Mercedes-Chef Ola Källenius diese Vermutung nicht direkt. „Ich habe die Spekulationen gelesen“, sagte Källenius und verwies auf die Reduzierung auf vier Modelle. „Den Rest überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft.“ Dem Handelsblatt zufolge soll die A-Klasse, in allen Formen und auch die B-Klasse in drei bis vier Jahren aber tatsächlich eingestellt werden.

Mercedes-Benz: A- und B-Klasse soll laut Insidern in drei bis vier Jahren eingestellt werden

Die Luxusstrategie von Mercedes-Benz sieht vor, sich künftig auf die hochpreisigen Modelle der Kernmarke, der Tuning-Marke Mercedes-AMG, der Luxusmarke Mercedes-Maybach sowie der E-Automarke Mercedes-EQ zu konzentrieren. Damit hat der schwäbische Traditionskonzern bereits große Erfolge zu verzeichnen. Mercedes ist laut einer Studie die wertvollste Marke Deutschlands - über alle Branchen hinweg. Aktuell verzeichnet vor allem die große G-Klasse eine hohe Nachfrage, Kunden können das Modell bis 2023 nicht mehr bestellen. In Europa ist die A-Klasse aber das meistverkaufte Mercedes-Modell und eines der wichtigsten Fahrzeuge im Kompaktautobereich.

Die Ankündigung, das Einstiegssegment von derzeit sieben auf vier Modelle zu reduzieren, bedeutet zwangsläufig aber, dass drei Fahrzeugmodelle früher oder später gestrichen werden. Wie das Handelsblatt nun von vier Insidern erfahren haben will, möchte sich Mercedes-Benz künftig auf die Produktion von CLA Coupé, GLA, GLB sowie dem CLA Shooting Brake konzentrieren. Die beliebte A-Klasse in allen Formen (Schrägheck, Stufenheck, lange Limousine) und auch die B-Klasse sollen dagegen in drei bis vier Jahren vollständig eingestellt werden. Mercedes selbst wollte sich der Wirtschaftszeitung zufolge dazu allerdings nicht äußern.

Mercedes-Benz und der Luxus: A- und B-Klasse weltweit wohl nicht rentabel genug

Nach der Verkündung der erweiterten Luxusstrategie von Mercedes-Benz seien die ersten Reaktionen durchaus positiv gewesen, erklärte Carolin Strauß gegenüber BW24. „Ich glaube, es ist gut, dass wir uns einen klaren Fokus setzen, auch in Zeiten der Transformation eine klare Richtung vorgeben und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen“, sagte die Mercedes-Strategiechefin. Die Reduzierung des Einstiegssegments traf aber sogar innerhalb des Konzerns auf Kritik. „Kleinere Modelle müssen Teil der Familie mit Stern bleiben“, warnte laut dem Handelsblatt ein Mitglied des Aufsichtsrates. Die Abkehr von der A- und der B-Klasse dürfe nicht das schrittweise Aus aller Mercedes-Kompaktwagen bedeuten.

Ein Grund für die Streichung der eigentlich sehr beliebten A-Klasse könnte jedoch sein, dass das Modell zwar in Europa gut verkauft wird, in den anderen Weltmärkten aber weniger Anklang findet. Im vergangenen Jahr wurden nur 8.100 Einheiten der Limousinen-Version der A-Klasse in die USA verkauft. Mercedes-Benz strebt allerdings an, künftig Modelle zu bauen, die auf allen großen Automärkten, in Europa, den USA und China, gleichsam Anklang finden und vor allem hohe Margen einfahren. Die B-Klasse hat zudem seit langem mit einer sinkenden Nachfrage zu kämpfen. Der Bereich der Minivans sei „mausetot“, sagte ein Manager.

Mit dem Wegfall der A- und B-Klasse wird der Einstieg in das Fahrzeugportfolio von Mercedes-Benz in Zukunft demnach deutlich teurer werden. „Der Einstieg der Marke wird in Zukunft ein anderer sein“, sagte Ola Källenius bereits am 19. Mai beim Strategie-Update. Sollte Mercedes tatsächlich die A-Klasse streichen, dürfte der rund 6.000 Euro teurere CLA das günstigste Modell in der Fahrzeugpalette sein.

Auch interessant

Kommentare