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Mercedes-Benz muss Auslieferung besonders PS-starker Modelle stoppen

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Von: Nadja Pohr

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Ein Mitarbeiter von Mercedes-Benz hat in der Produktion der S-Klasse einen Mundschutz an.
Kurz nach der offiziellen Verkündung der neuen Luxusstrategie von Mercedes-Benz muss der Stuttgarter Autobauer die Auslieferung besonders margen- und PS-starker Modelle stoppen. © Marijan Murat/dpa

Mercedes-Benz kündigte beim jüngsten Strategie-Update an, künftig noch stärker auf eine Luxusstrategie zu setzen. Nun kommt es jedoch bei mehreren teuren Modellen zu Problemen und Auslieferungsstopps.

Stuttgart - Der Stuttgarter Premium-Autobauer Mercedes-Benz hat bei seinem Strategie-Event am 19. Mai den Fahrplan für die nächsten Jahre vorgestellt. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärte im Rahmen der Veranstaltung „The Economics of Desire“, dass der Autohersteller sich künftig nur noch auf das Luxussegment konzentrieren werde. In diesem Zuge sollen drei kleinere Modelle aus dem Angebotsportfolio von Mercedes verschwinden.

Nicht jeder ist jedoch von Ola Källenius‘ Ankündigung überzeugt. In den sozialen Medien häufen sich kritische Kommentare. „So weiß man, wie unnötig der kleine Mann ist“, schreibt ein Facebook-Nutzer etwa. Als „großkotzige Aussage“ empfindet es eine andere Userin. „Hochmut kommt vor dem Fall“, kommentiert ein weiterer Nutzer nur. Und tatsächlich kommt es kurz nach der offiziellen Verkündung der Luxusstrategie des Herstellers aus Stuttgart zu Problemen bei den teuren Mercedes-Modellen.

Softwareprobleme: Auslieferungsstopp für Luxus-Modelle von Mercedes-Benz

Denn der Autobauer hat einen Stopp der Auslieferung von Luxus-Modellen an Kunden ausgerufen, wie Business Insider berichtet. Betroffen sind demnach die PS-starken Fahrzeuge mit einem 8-Zylinder-Ottomotor wie die S-Klasse, G-Klasse oder Modelle von Mercedes-AMG. Man habe festgestellt, „dass bei bestimmten Fahrzeugen mit 8-Zylinder-Ottomotoren die Software des Motorsteuergeräts nicht den Spezifikationen entsprechen könnte“, teilte das Unternehmen mit. „In diesem Fall könnten die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich On-Board-Diagnose nicht eingehalten werden“.

Genau bedeutet das, dass es bei den teuren Modellen zu einem Fehlverhalten des Steuerungstools und somit zu Auswirkungen auf das Abgasverhalten der Fahrzeuge kommen kann. Die Vertriebspartner von Mercedes wurden deshalb dazu angewiesen, die betroffenen Fahrzeuge aus den Modelljahren 2019 bis 2021 nicht die Kunden auszuliefern. Solange „bis eine entsprechende Freigabe durch MB AG Headquarter erfolgt ist und eine entsprechende Abhilfe in den Servicebetrieben verfügbar und an den Fahrzeugen umgesetzt ist“, schreibt Mercedes.

Hilfs-Maßnahme für betroffene Modelle von Mercedes-Benz aus den Baujahren 2019 bis 2021 noch nicht gefunden

Die von dem Auslieferungsstopp betroffene Kunden müssen sich nun gedulden, denn Mercedes-Benz hat noch keine Maßnahme zur Abhilfe für die Modelle gefunden. „Eine entsprechende Maßnahme wird den betroffenen Märkten so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt“, heißt es vom Unternehmen aus Baden-Württemberg. Die Verfolgung der Luxusstrategie werde trotz der Probleme weiterhin Priorität haben.

Denn neben den Verbrennermotoren treibt Mercedes auch die Transformation zur E-Mobilität weiter voran. Mit den elektrischen Modellen von Mercedes-EQ wolle man nicht beim Volumen konkurrenzfähig bleiben, sondern den Kunden und Investoren durch Qualität und einen hohen Wert überzeugen. Laut Spekulationen sollen dafür A- und B-Klasse den neuen E-Autos weichen.

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