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Mercedes-Marke will sich nicht mit Konkurrenten vergleichen: „Maybach ist immer noch eine Art Geheimtipp“

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Von: Julian Baumann

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Das Konzeptauto Mercedes-Maybach Haute Voiture beim Strategie-Update in Nizza.
Die Modelle von Mercedes-Maybach stehen wie keine andere Konzernmarke für puren Luxus. Der Chef der Marke spricht aber noch immer von einem „Geheimtipp“. © Mercedes-Benz AG, Communications

Im Rahmen der Luxus-Strategie von Mercedes-Benz kommt der luxuriösesten Konzernmarke eine ganz besondere Bedeutung zu. Mercedes-Maybach sieht sich selbst aber noch immer als „Geheimtipp“.

Stuttgart - Als der Autokonzern Mercedes-Benz am 19. Mai die erweitere Luxus-Strategie vorstellte, standen neben den hochpreisigen Modellen der Kernmarke und der E-Auto-Marke Mercedes-EQ auch die Tuning-Marke Mercedes-AMG und die Luxus-Marke Mercedes-Maybach im Fokus. Mercedes will „das menschliche Verlangen nach etwas Speziellem“ erfüllen und deshalb verstärkt besondere Derivate und limitierte Editionen auf den Markt bringen. Dass diese Strategie trotz deutlicher Kritik bereits ihre Früchte trägt, zeigt auch der Absatz der luxuriösesten Konzernmarke des schwäbischen Weltkonzerns.

Einem Bericht der Automobilwoche zufolge hat Mercedes-Benz von der Marke Maybach in den ersten neun Monaten des Jahres bereits so viele Modelle verkauft, wie im gesamten Vorjahr. Die klassischen Edelmodelle der Luxus-Marke sind die Mercedes-Maybach S-Klasse und der Mercedes-Maybach GLS, auf der IAA in München präsentierte Mercedes-Benz aber auch einen Prototyp des Mercedes-Maybach EQS. Obwohl der Ultra-Luxusmarke in der Luxusstrategie der Schwaben noch mehr Bedeutung zukommt, will Maybach-Chef Daniel Lescow sich nicht mit den direkten Konkurrenten vergleichen lassen.

„Maybach G-Klasse wäre ein spannendes Projekt“: Mercedes-Luxusmarke will offenbar Portfolio erweitern

Daniel Lescow ist seit April dieses Jahres der Chef von Mercedes-Maybach und war davor Vertriebschef der Mercedes-Tochter Smart. Auf dem Papier ist ein Wechsel von der Marke für elektrische Kleinwagen hin zur luxuriösesten Marke im Mercedes-Universum vielleicht ungewöhnlich, Lescow sieht allerdings Parallelen. „Mich reizt es, Dinge ganz grundsätzlich anzugehen und ein Team sowie die Strategie aufzusetzen“, sagte er der Automobilwoche. „Das war bei Smart so, die gleiche Chance bietet sich jetzt wieder bei Maybach.“ Während Smart zwar noch immer zum Mercedes-Konzern gehört, im Rahmen der Luxus-Strategie aber überhaupt nicht mehr genannt wurde, sind die Luxus-Derivate von Mercedes-Maybach umso wichtiger geworden.

Bei der Vorstellung der erweiterten Luxusstrategie von Mutterkonzern Mercedes-Benz wurde mit dem Mercedes-Maybach Haute Voiture ein extrem limitiertes Sondermodell auf Basis der S-Klasse präsentiert, das Anfang 2023 in Kleinstauflage auf den Markt kommen soll. Zudem sind offenbar noch weitere Modelle der Luxus-Marke in Planung, auch wenn diese noch nicht offiziell bestätigt sind. Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener hatte eine Maybach Version des SL bereits angeteasert und auch eine Version der G-Klasse ist offenbar geplant. „Ein explizites Selbstfahr-Fahrzeug wie der SL wäre für die Marke sicher eine gute Ergänzung“, sagte Daniel Lescow. „Auch eine Maybach G-Klasse wäre sicher ein spannendes Projekt.“

Mercedes-Maybach in direkter Konkurrenz mit Bentley und Rolls Royce?

Während sich Mercedes-Benz mit der Luxusstrategie endgültig vom Volumensegment löst und unter anderem in direkte Konkurrenz zum Stuttgarter Nachbarn Porsche tritt, lassen sich die Mercedes-Maybach Derivate wohl nur mit den ganz exklusiven Luxus-Marken wie der VW-Tochter Bentley oder der BMW-Tochter Rolls-Royce vergleichen. Diesen Vergleich sieht Daniel Lescow allerdings nicht. „Maybach ist im Luxus-Segment immer noch eine Art Geheimtipp“, erklärte er. „Unsere Kunden unterscheiden sich, weil sie ein gewisses Understatement bevorzugen.“ Eine ähnliche Beschreibung wählte allerdings auch Bentley-Chef Adrian Hallmark, der sich von der Mercedes-Luxus-Ausrichtung nicht bedroht fühlt.

Die im Jahr 1909 von Wilhelm Maybach und seinem Sohn Karl Maybach in Bissingen/Enz gegründete Luxusautomarke Maybach wurde im Jahr 2002 von der damaligen DaimlerChrysler AG reaktiviert und baute zwischen 2002 und 2012 als Maybach-Manufaktur wieder Luxus-Autos. Seit 2014 ist Maybach eine sogenannte Ergänzungsmarke der Mercedes-Kernmarke Mercedes-Benz. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr ein völlig neues Unternehmen für Luxusautos gegründet, zu dem neben den Maybach-Derivaten auch die Sportwagen von Mercedes-AMG und die G-Klasse gehören. Die drei Marken - die G-Klasse wurde am 19. Mai als eigene Marke bezeichnet - sollen dennoch für sich alleine stehen. Die Marke Mercedes-Maybach wird vom Mercedes-Campus in Stuttgart-Vaihingen aus gesteuert, der Vorstand des Autokonzerns hat allerdings das letzte Wort.

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