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Mercedes-Benz muss Kurzarbeit an wichtigstem Standort beantragen

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Von: Julian Baumann

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Mitarbeiter von Mercedes-Benz bei der Produktion am Standort Sindelfingen.
Aufgrund fehlender Teile drosselt Mercedes-Benz die Produktion in Sindelfingen und beantragt Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft. © Mercedes-Benz AG - Global Communication

Durch den Ukraine-Krieg fehlt es bei Mercedes-Benz an Autoteilen. Der Konzern drosselt deshalb die Produktion in Sindelfingen und beantragt Kurzarbeit.

Stuttgart/Sindelfingen - Corona-Pandemie, Chipkrise, Ukraine-Krieg: Weil derzeit eine Krise die nächste jagt, scheint es für die Autoproduktion weltweit keine Erholung zu geben. Der Autobauer Mercedes-Benz aus Stuttgart befindet sich zwar auf Erfolgskurs und konnte im vergangenen Jahr die Absatzzahlen der beliebten Modelle deutlich steigern. Die drastischen Lieferprobleme und steigenden Rohstoffpreise, die derzeit vom Ukraine-Krieg noch verstärkt werden, machen aber auch vor dem Traditionskonzern nicht halt. Mercedes muss mehr Autos verkaufen, um die hohen Rohstoffpreise auszugleichen.

Mercedes-Benz hat nach dem unrechtmäßigen Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine die Verbindungen nach Russland gekappt und Lieferungen in das Land eingestellt. Doch auch auf dem heimischen Markt machen sich die Sanktionen gegen den Aggressor und die Unterbrechung der Lieferketten aus der Ukraine in der Produktion deutlich bemerkbar. Aufgrund des Teilemangels muss Mercedes-Benz nun auch die Produktion am Zukunftsstandort in Sindelfingen (Kreis Böblingen) drosseln und beantragte für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Mercedes-Benz: Autokonzern muss Produktion in Sindelfingen reduzieren

Die Chipkrise, ausgelöst durch massive Engpässe bei der Lieferung von Halbleiterkomponenten für den Autobau, macht der Branche bereits seit vielen Monaten Probleme. Bereits im Februar 2021 musste Mercedes die Produktion im Rastatter Werk stoppen und auch in Bremen und Sindelfingen standen die Bänder mehrmals temporär still. Für die Mitarbeiter des großen Autokonzerns hatte der Engpass ebenfalls fatale Folgen, denn sie mussten im Laufe des vergangenen Jahres mehrmals in die Kurzarbeit. Im Mai 2021 erreichte eine erschütternde Botschaft die Mercedes-Mitarbeiter, wonach die Kurzarbeit bis 2022 andauern könnte.

Zum damaligen Zeitpunkt konnte niemand vorausahnen, dass ein Krieg mitten in Europa die Lieferprobleme von Autokomponenten noch weiter verschlimmern würde. Durch die Lage in der Ukraine sind die Lieferketten von wichtigen Komponenten wie Kabelbäumen derzeit gekappt, was auch Mercedes-Benz deutlich zu spüren bekommt. Der Autokonzern muss deshalb die Produktion am Standort Sindelfingen reduzieren, berichtet Reuters. Auf dem Gelände des größten Mercedes-Benz-Standortes weltweit befindet sich auch die Zukunftsfabrik „Factory 56“, wo unter anderem die S-Klasse und das elektrische Pendant Mercedes EQS gefertigt werden.

Mercedes-Benz in Sindelfingen: Teile der Belegschaft müssen erneut in Kurzarbeit

Die Importschwierigkeiten von Fahrzeugkomponenten aus der Ukraine beeinflussen bei Mercedes-Benz nicht nur den Produktionsablauf in den Werken, sondern erneut auch die Mitarbeiter an den Standorten. Wie der Autobauer am Dienstag, 22. März, erklärte, sei für ein Teil der Belegschaft in Sindelfingen Kurzarbeit angemeldet worden. Die Schichtplanung müsse angepasst werden, um den geringeren Bedarf an Arbeitskräften durch die gedrosselte Produktion über Arbeitszeitinstrumente regeln zu können. Ob im größten Mercedes-Werk ganze Schichten wegfallen und wie viele Mitarbeiter temporär ausfallen, teilte der Autobauer nicht mit.

Aufgrund des Ukraine-Krieges hat Mercedes-Benz bereits die Produktion in einem großen Werk in der Nähe der russischen Hauptstadt Moskau eingestellt. In der Ukraine selbst unterhält der schwäbische Autobauer keine Standorte. Die Werke von Mercedes-Benz liefern weltweit aber „nahezu“ uneingeschränkt weiter, erklärte der Konzern. Auch die anderen großen deutschen Autobauer haben mit den Folgen des Ukraine-Krieges zu kämpfen. Beim VW-Konzern stehen aktuell beispielsweise die Standorte in Dresden und Zwickau still. Sportwagentochter Porsche musste die Produktion in Leipzig temporär einstellen. Taskforces sollen die Folgen des Ukraine-Krieges für die Autoindustrie abfangen.

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