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Trotz Luxus-Strategie: Mercedes überarbeitet A- und B-Klasse - wohl zum letzten Mal

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Von: Julian Baumann

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Die neueste Generation der Mercedes-Benz A-Klasse als Kompaktlimousinen- und Limousinen-Version.
Mercedes-Benz präsentiert die neueste Generation der A- und B-Klasse. Möglicherweise zum letzten Mal. © Mercedes-Benz AG – Communications

Möglicherweise zum letzten Mal präsentiert Mercedes-Benz überarbeitete Versionen der Kompaktmodelle A- und B-Klasse, die nicht nur optische Neuerungen mit sich bringen.

Stuttgart - Am 19. Mai verkündete der Vorstand von Mercedes-Benz die erweiterte Luxus-Strategie des Weltkonzerns aus Stuttgart. Demnach will sich Mercedes noch stärker auf die Luxusmodelle konzentrieren und drei Modelle aus dem Einstiegsbereich streichen. Bereits im Vorfeld wurde spekuliert, dass die Kompaktmodelle A- und B-Klasse dieser Ausrichtung zum Opfer fallen könnten. „Ich habe die Spekulationen gelesen“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius bei einem Medien Q&A im Vorfeld der Veranstaltung, genauere Angaben zur Zukunft der A- und B-Klasse machte er jedoch nicht. „Den Rest überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft.“

Dass Mercedes-Benz das Einstiegssegment von derzeit sieben auf vier Modelle reduzieren wird, bestätigte auch Strategiechefin Carolin Strauß im Interview mit BW24. Bis jetzt hat der schwäbische Autokonzern allerdings nicht bestätigt, dass die A- und B-Klasse betroffen sein wird, obwohl die eigentlich sehr beliebten Modelle laut Medienberichten wenig rentabel sind. Am Mittwoch präsentierte Mercedes-Benz allerdings die neuesten Versionen der A- und der B-Klasse, die bereits in den kommenden Wochen auf den Markt kommen sollen.

Mercedes-Benz präsentiert neueste Generation von A- und B-Klasse mit optischen Neuerungen

Obwohl sich Mercedes-Benz im Rahmen der Luxus-Strategie auf die hochpreisigen Modelle der Kernmarke und der Luxus-Marken Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach konzentriert, bleiben die beliebten Kompaktklassen nicht außen vor. Die neueste Version der A-Klasse, die auf die Baureihe W 177 aus dem Jahr 2018 folgt, wird auch weiterhin als Kompaktlimousine und als Limousine verfügbar sein, schreibt Mercedes in einer Pressemitteilung. Optisch zeigt der Facelift des Kompaktmodells allerdings einige Neuerungen, wie eine vorne abfallende Motorhaube mit zwei Powerdomes und einen überarbeiteten Kühlergrill mit Star Pattern. Auch die Software, wie beispielsweise das inzwischen charakteristische gläserne Armaturenbrett MBUX, wird auf den neusten technischen Stand gebracht.

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Innenansicht der neuen B-Klasse von Mercedes-Benz.
Bei der neuen Generation der A- und B-Klasse von Mercedes-Benz wurde auch die Software auf den neusten Stand gebracht. © Mercedes-Benz AG – Communications

Die neuste Generation des MBUX kommt auch in der überarbeiteten Version der B-Klasse von Mercedes-Benz zum Einsatz. Auch beim zweiten Modell aus der kleinsten Fahrzeugklasse mit dem Stern zeigen sich beim Facelift im Vergleich zu den Vorgängermodellen einige Änderungen. Dazu zählen beispielsweise die optionalen LED-Scheinwerfer und neue Designs bei der Verkleidung und der Felgen. In puncto Ausstattung haben die Schwaben ihre Kompaktmodelle nochmals vereinfacht, um den Kunden ein klareres Angebot zur Verfügung stellen zu können. Während die neue Mercedes-B-Klasse als Sports Tourer zwischen Sportlichkeit und Alltag angesiedelt ist, atmet die neue A-Klasse einen gewissen Hauch von Luxus. Sie soll auch bei Mercedes-AMG Einzug erhalten, während die B-Klasse nur kosmetische Designs per AMG-Paket bietet.

Mercedes A- und B-Klasse: Benziner mit Elektrounterstützung und mehr Power für die Plug-in-Hybriden

Eine wichtige Neuerung bei den überarbeiteten Versionen der beiden Kompaktmodelle von Mercedes-Benz liegt beim Antrieb. Die Stuttgarter konzentrieren sich nicht nur auf den Luxus, sondern wollen ab 2030 auch ausschließlich batteriebetriebene Modelle bauen. Analog zur A- und B-Klasse bietet Mercedes mit der E-Auto-Marke Mercedes-EQ zwar den EQA und den EQB, doch auch bei den klassischen Modellen kommt künftig ein Elektromotor zum Einsatz. Laut den Pressemitteilungen werden alle Benziner der neusten Generation mit einem Startgenerator zu sogenannten Mild-Hybriden aufgerüstet. Ein 10 kW starker Elektromotor unterstützt beim Anfahren und macht die Modelle dadurch sparsamer. Auch bei den Plug-in-Hybrid-Versionen der A- und B-Klasse rüstet Mercedes von ehemals 75 kW auf 80 kW Leistung auf.

Ob Mercedes-Benz die beliebten Kompaktmodelle für die Zukunft rüstet oder tatsächlich für einen eleganten Abgang, wird sich zeigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die Tage der A- und B-Klasse jedoch gezählt, da die Modelle zwar sehr beliebt, aber wenig ertragreich sind und sich die Schwaben vorrangig auf hochpreisige Modelle mit batterieelektrischen Antrieben konzentrieren wollen. Laut dem bisherigen Stand soll die A-Klasse und wohl auch die erst 2005 eingeführte B-Klasse im Jahr 2025 aus dem Programm genommen werden. Da die neuste Generation der beiden Kompaktmodelle bereits in wenigen Wochen auf den Markt kommen soll, könnte sie mit etwas Glück also noch mindestens drei Jahre lang angeboten werden. Zumal der Konzern auch eine Verlängerung bislang nicht ausgeschlossen hat.

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