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„Ein wichtiger Schritt“: Mercedes-Benz und Kanada wollen bei E-Autos und Rohstoffen enger zusammenarbeiten

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Von: Julian Baumann

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Markus Schäfer, CTO von Mercedes-Benz und François-Philippe Champagne, Minister für Innovation, Wissenschaft und Industrie von Kanada unterzeichnen in Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz und Kanadas Premierminister Justin Trudeau eine Absichtserklärung.
Mercedes-Benz (in Person von CTO Markus Schäfer) unterzeichnete in Toronto eine Absichtserklärung zur engeren Zusammenarbeit mit der kanadischen Regierung. © Mercedes-Benz AG Press Photo

Der Autobauer Mercedes-Benz und die kanadische Regierung wollen bei E-Autos und der Rohstoffverfügbarkeit enger zusammenarbeiten.

Stuttgart/Toronto - Der Autobauer Mercedes-Benz und die kanadische Regierung wollen enger zusammenarbeiten. Beide Parteien hätten eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit in der gesamten automobilen Wertschöpfungskette zu vertiefen, teilte der Stuttgarter Konzern am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. Ziel sei es, die Zusammenarbeit und wirtschaftlichen Chancen innerhalb der kanadischen Lieferkette für Elektrofahrzeuge zu fördern. Das beinhalte unter anderem den Zugang zu primären Rohstoffquellen.

Mercedes-Benz bereitet sich darauf vor, bis Ende des Jahrzehnts vollelektrisch zu sein. Mit dem Hochlauf der Elektromobilität werde die Nachfrage nach spezifischen Rohstoffen steigen, insbesondere nach Kobalt und Lithium, hieß es von dem Konzern. Mit dem Dialog solle auch die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern vor Ort ausgebaut werden. Im Rahmen einer geplanten Partnerschaft mit dem Unternehmen Rock Tech Lithium sollen Mercedes-Benz und seine Batteriepartner mit bis zu 10.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr beliefert werden. Die beabsichtigte Zusammenarbeit soll 2026 mit einer Qualifizierungsphase starten.

Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer unterzeichnet Absichtserklärung in Toronto

Beim Kanada-Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) unterzeichnete Mercedes-Benz am Dienstag in Toronto eine Absichtserklärung zur Elektromobilität. Mercedes-Benz ist dabei, die Produktion von Elektrofahrzeugen drastisch zu steigern. Deshalb sind wir auch dabei, uns neue Wege zu erschließen, um auf verantwortungsvolle Art an die dafür notwendigen Rohstoffe zu kommen“, erklärte Markus Schäfer, Entwicklungschef von Mercedes-Benz. „Der direkte Zugang zu den Produzenten dieser Materialien ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Mit Kanada haben wir einen wichtigen und leistungsfähigen Partner an unserer Seite, um eine neue Ära der nachhaltigen Transformation in der Automobilindustrie einzuleiten.“

Olaf Scholz erklärte, dass die Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und der kanadischen Regierung auch für andere Unternehmen ein Vorbild sein könnte. „Ich begrüße, dass Mercedes-Benz und Kanada heute eine Absichtserklärung über die Wertschöpfung von Batterien unterzeichnet haben“, wird der Bundeskanzler in der Pressemitteilung zitiert. „Dies ist ein hervorragender Beweis dafür, dass die Zusammenarbeit mit unseren engen Freunden und Verbündeten in Kanada auch im Bereich der Rohstoffsicherheit vertieft wird und andere Unternehmen dazu ermutigen könnte, den gleichen Weg zu gehen.“

Neben Mercedes-Benz will auch VW die E-Mobilität in Kanada fördern

Neben Markus Schäfer für Mercedes-Benz unterzeichnete auch Herbert Diess für VW eine Absichtserklärung in Toronto. Der Wolfsburger Autokonzern wolle zusammen mit der kanadischen Regierung die E-Mobilität im Land fördern und die Potentiale der kanadischen Automobil- und Batterielieferkette ausloten, hieß es in einer Mitteilung von VW. „Die Versorgung mit Batterierohstoffen und die Produktion von Vorläufer- und Kathodenmaterialien mit geringem CO₂-Fußabdruck werden einen schnellen und nachhaltigen Ausbau von Batteriekapazitäten ermöglichen“, sagte der scheidende CEO Diess, der am 1. September von Porsche-Chef Oliver Blume an der Spitze des zweitgrößten Autoherstellers der Welt abgelöst werden soll.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass der VW-Konzern künftig zur Sicherung von Elektroauto-Batterierohstoffen künftig in kanadische Minen investieren will. „Wir eröffnen keine eigenen Minen, wir wollen uns aber an kanadischen Minen und Minenbetreibern beteiligen“, sagte der für Technik und Batterien zuständige Konzernvorstand Thomas Schmall dem Handelsblatt. VW wolle sich damit über langfristige Lieferabkommen Mengen und Preise sichern, etwa im Rahmen einer Gemeinschaftsfirma mit der VW-Batterietochter PowerCo. (Mit Material der Deutschen Presse-Agentur)

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