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VfB-Marketingchef: „Wir sind stolz darauf, Mercedes-Benz als Partner zu haben“

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Von: Julian Baumann

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Stuttgarts Sasa Kalajdzic gestikuliert.
Mercedes-Benz denkt über einen Rückzug als Hauptsponsor beim VfB Stuttgart nach. Der Name könnte demnach von den Trikots verschwinden (im Bild: Sasa Kalajdzic). © Tom Weller/dpa

Mercedes-Benz will sich laut Berichten etappenweise als Hauptsponsor des VfB Stuttgart zurückziehen. Der Marketingchef des Sportvereins glaubt weiterhin an die Zusammenarbeit.

Update vom 23. März, 14:15 Uhr: Der VfB Stuttgart dreht mitten im Abstiegskampf nochmal richtig auf. Nach dem verdienten Sieg gegen Borussia Mönchengladbach konnten die Schwaben auch das Duell gegen Augsburg nach anfänglichem Rückstand für sich entscheiden. Mehrere Medien berichteten jedoch, dass sich der weltbekannte Autobauer Mercedes-Benz als Hauptsponsor des VfB Stuttgart etappenweise zurückziehen wolle (siehe Erstmeldung). Der Finanzvorstand des größten Sportclubs in Baden-Württemberg, Rouven Kasper, glaubt allerdings weiterhin an die Zusammenarbeit.

Nach der Vertiefung des Vertrages mit dem Ausstatter Jako ist der VfB Stuttgart auf der Suche nach weiteren Investoren. Auch mit den Entscheidungsträgern des derzeitigen Haupt- und Trikotsponsors Mercedes-Benz habe man sich getroffen, sagte Rouven Kasper laut der Stuttgarter Zeitung. „Das ist nicht nur eine gut gelebte Partnerschaft, sondern es gibt keinen Club in Deutschland, der einen passenderen Sponsor auf der Brust trägt als wir“, so der Finanzchef. „Wir sind stolz darauf, Mercedes-Benz als Partner zu haben.“

Kasper glaubt demnach nicht an einen Rücktritt von Mercedes-Benz als Hauptinvestor des VfB Stuttgart. „Ich habe mit allen relevanten Personen gesprochen, die uns zur Verfügung stehen“, erklärte er. „Und sie haben mir versichert, dass es bei Mercedes-Benz keine Gedanken oder gar Pläne gibt, um die Beteiligung an der VfB AG zu beenden. Das ist also kein Thema.“ Vom Autobauer mit Stern selbst gibt es in Bezug auf eine Diskussion über den schrittweisen Rücktritt der Partnerschaft noch keine Äußerung.

Erstmeldung vom 11. März: Stuttgart - Der Bundesligist VfB Stuttgart befindet sich mitten im Abstiegskampf, konnte vor wenigen Tagen mit einem verdienten Sieg gegen Borussia Mönchengladbach aber zumindest die Negativserie beenden. Nun droht dem größten Sportverein Baden-Württembergs aber wohl ein regelrechter Paukenschlag. Am 10. März verkündete der Verein aus dem Stuttgarter Stadtteil Bad-Cannstatt ein vertieftes Engagement des Sportausrüsters Jako aus dem Hohenlohekreis als Ausstatter. Der Hauptsponsor Mercedes-Benz will sich dagegen etappenweise zurückziehen, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Zunächst könnte der Slogan Mercedes-Benz Bank von den Trikots der Schwaben verschwinden.

Wohl wenige Sportvereine haben eine so große Verbindung mit dem Hauptsponsor wie der VfB Stuttgart mit Mercedes-Benz. Der Name des Traditionskonzerns spiegelt sich nicht nur auf den Trikots der Spieler und als Namenspate des Stadions im Neckarpark wider, die Mercedes-Benz-Arena befindet sich auch in unmittelbarer Nähe der Konzernzentrale und des Museums des großen Autobauers. Nun steht aber offenbar ein Ende der Zusammenarbeit zur Diskussion, entschieden ist derzeit aber noch nichts.

Mercedes-Benz und der VfB Stuttgart: Ende der Zusammenarbeit steht zur Diskussion

Aktuell geschieht im Profifußball in Bezug auf das Sponsoring bestimmter Unternehmen so einiges. Als Folge des Ukraine-Krieges hat der Zweitligist Schalke 04 den Vertrag mit Sponsor Gazprom aus Russland gekündigt und der Trikot-Sponsor Three setzte aufgrund der Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch die Zusammenarbeit mit dem Premier-League-Club FC Chelsea aus. Dass der VfB Stuttgart und der Weltkonzern Mercedes-Benz künftig getrennte Wege gehen könnten, hat allerdings einen anderen Hintergrund. Der Autobauer überdenkt laut der Stuttgarter Zeitung seine Gesamtstrategie im Sportsponsoring und diskutiert Sparpotenziale. Der Sponsorenvertrag läuft derzeit noch bis Ende der Saison 2022/2023.

Dass die Zusammenarbeit des VfB Stuttgart mit Mercedes-Benz nach dem Ablauf des Vertrages beendet werden könnte, bestätigte der Sportverein nicht. „Der VfB Stuttgart pflegt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Partnern“, hieß es auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. „Wir befinden uns kontinuierlich im Austausch mit unserem Hauptsponsor, der Mercedes-Benz-Bank, sowohl zur aktuellen Partnerschaft als auch zur Verlängerung des Engagements über die Saison 2022/23 hinaus.“

Auch der Trikot-Sponsor Mercedes-Benz Bank hat bislang noch kein Ende der Zusammenarbeit bestätigt. „Die Mercedes-Benz Bank und den VfB Stuttgart verbindet eine langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft. Mit all unseren Sponsoring-Partnern befinden wir uns im regelmäßigen Austausch zu unseren Engagements – so auch mit dem VfB“, hieß es von dem Finanzdienstleister.

Mercedes-Benz ist wohl nicht mehr gewollt, die Verträge mit dem VfB zu verlängern

Ein Wegfall des Hauptsponsors Mercedes-Benz hätte für den VfB Stuttgart massive finanzielle Folgen, das Unternehmen bringt jährlich mit rund 31 Millionen Euro mehr als die Hälfe des Gesamtsponsorenbetrags des Vereins auf. Ausstiegsszenarien werden bei dem Konzern mit Stern aber wohl seit längerem diskutiert. Es habe bereits in der Vergangenheit eine Verhandlung gegeben, bei der die damalige Daimler AG angeboten hatte, ihre gesamten Anteile mit einem Verlust von 15 Millionen Euro vollständig zu verkaufen. Ein Finanzinvestor sei dazu bereit gewesen, das Aktienpaket von 24,9 Prozent zu kaufen, die Vereinsführung lehnte allerdings ab.

Obwohl aktuell ein direkter Ausstieg von Mercedes-Benz als Hauptsponsor beim VfB Stuttgart noch zur Debatte steht, sprechen einige Aspekte dafür. Zum einen hat der Verein mit Wilfried Porth, ehemals sowohl Mercedes-Personalvorstand, als auch VfB-Aufsichtsratsmitglied, seinen Hauptfürsprecher verloren. Porth zog sich nach 37 Jahren aus dem Vorstand des Autokonzerns zurück und legte im Juli vergangenen Jahres auch sein Amt im VfB-Aufsichtsrat nieder. Zum anderen ist man bei Mercedes nach Informationen der Stuttgarter Zeitung wohl nicht mehr gewollt, die auslaufenden Verträge mit dem Verein zu verlängern. Das dürfte zunächst das Nachwuchsleistungszentrum des VfB betreffen und anschließend das Bussponsoring.

VfB Stuttgart: Was wird aus dem Stadionnamen, wenn sich Mercedes zurückzieht?

Durch die Vertiefung des Sponsorvertrages mit Jako hat der VfB Stuttgart zumindest eine gewisse Planungssicherheit, sollte es tatsächlich zum Bruch mit Mercedes-Benz kommen. Die Frage ist allerdings, was künftig statt Mercedes-Benz Bank auf den Trikots der Spieler zu lesen sein wird. Im Netz haben Nutzer für diesen Fall bereits einige Ideen. „Ich wär dafür, dass das Land Baden-Württemberg Trikotsponsor wird und für Elektromobilität wirbt“, schreibt ein User auf Facebook. „Der Trikotaufdruck wäre dann ‚The E-Länd‘.“ Ein anderer Nutzer ist der Meinung, dass vielleicht der andere weltbekannte Autobauer aus Stuttgart einspringen könnte. „Jetzt kann endlich Porsche einsteigen“, schreibt er.

Eine andere Frage ist, ob bei einem Rückzug von Mercedes-Benz als Hauptsponsor des VfB Stuttgart das Stadion im Neckarpark auch weiterhin den bisherigen Namen behalten wird. „Könnte ja heißen, wenn Mercedes-Benz sich ganz zurückzieht, dass dann der Name Neckarstadion zurückkehrt?“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Laut der Stuttgarter Zeitung hält der große Autobauer für einen Radikalaustritt eine Option bereit. Die Namensrechte an der Mercedes-Benz Arena, die Mercedes im Jahr 2008 für rund 20 Millionen Euro erstanden hatte, könnten zurückgegeben werden.

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