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Mercedes-Benz eröffnet Digital Factory Campus an ältestem Standort des Konzerns

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Von: Julian Baumann

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Mercedes-Konzernchef Ola Källenius und Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) bei der Eröffnung des Digital Factory Campus von Mercedes-Benz in Berlin-Marienfelde.
Bei der Eröffnung des Digital Factory Campus von Mercedes-Benz in Berlin-Marienfelde waren auch Konzernchef Ola Källenius und Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) vor Ort. © Mike Schmidt/Imago

Im Rahmen der digitalen Transformation der Standorte soll das älteste Werk von Autokonzern Mercedes-Benz in Berlin-Marienfelde eine Pionierrolle spielen.

Stuttgart/Marienfelde - Im September 2020 stellte die damalige Daimler AG die Verbrenner-Produktion am ältesten deutschen Werk ein und kündigte an, den Standort in Marienfelde bei Berlin massiv umstrukturieren zu wollen. Der inzwischen als Mercedes-Benz fungierende Autokonzern aus Stuttgart befindet sich weiterhin in einer großangelegten Transformation zur E-Mobilität und Digitalisierung. Diese Umstrukturierung betrifft auch das älteste Werk des großen Konzerns bei Berlin, das in Zukunft eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung der Standorte spielen soll.

Ende 2020 war die Stimmung am Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde schlecht, da dessen Zukunft auch nach langen Verhandlungen noch immer nicht feststand und viele Mitarbeiter um ihre Anstellungen fürchteten. Dass die Autofabrik einem digitalen Schulungszentrum weichen soll, befeuerte die Befürchtungen noch zusätzlich. Um eine Schließung des historischen Standortes zu verhindern, schlossen Mercedes-Benz, Siemens und Berlins damaliger regierender Bürgermeister Michael Müller eine Übereinkunft. Am Freitag, 23. September, wurde am Standort der „Mercedes-Benz Digital Factory Campus Berlin“ eröffnet. Zu diesem Anlass kam Mercedes-Chef Ola Källenius sogar persönlich nach Marienfelde.

Mercedes-Benz-Werk in Berlin soll Pionierrolle bei der Digitalisierung der Standorte spielen

Mit dem Hochlauf der E-Auto-Produktion und der zunehmenden Digitalisierung der Werke werden Umschulungen und Lehrangebote für Mitarbeitende auch bei den Traditionskonzernen immer wichtiger. Ende Mai legte Mercedes-Benz den Grundstein für einen E-Campus am Hauptsitz in Stuttgart. Der Standort in Berlin-Marienfelde ist jedoch nicht nur aufgrund seiner historischen Bedeutung besonders relevant, auch der große Konkurrent Tesla betreibt nahe der deutschen Hauptstadt eine Produktionsfabrik für E-Autos. Im Jahr 2020 wanderte der Werkschef der Mercedes-Fabrik zu Tesla ab. Die Marke mit dem Stern hat für das bereits 1902 eröffnete Werk allerdings ganz besonders große Pläne.

Bei der Eröffnung des Digital Campus von Mercedes-Benz in Marienfelde begrüßte der aus Stuttgart angereiste Konzernchef Ola Källenius eine Auswahl an bestimmten Mitarbeitern mit den Worten: „Liebe Pionierinnen und Pioniere“, berichtet der Tagesspiegel. Diese Mitarbeiter seien in den vergangenen zwölf Monaten von Mechanikern zu sogenannten „Junior Software-Entwicklern“ umgeschult worden und sollen nun die Pionierrolle des Werks bei der Transformation vom Verbrenner zur E-Mobilität vorantreiben. „Wir sind stolz darauf, dass Sie hier sind“, freute sich auch Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) über den Weltkonzern aus Stuttgart und dessen Bekenntnis zu Berlin. „Solche Tage wie heute sind Hoffnungsschimmer.“

Mercedes-Benz in Marienfelde: Produktion von Softwareapplikationen und E-Motoren

Im Kern konzentriert sich der älteste Autokonzern der Welt auf zwei zentrale Säulen. Zum einen will Mercedes-Benz die Umstellung auf die E-Auto-Produktion vorantreiben und ab 2030 nur noch E-Autos bauen, zum anderen setzt der Konzern noch stärker auf Luxus. Zu der Luxusstrategie soll unter anderem auch die Tuning-Marke Mercedes-AMG beitragen, die vor wenigen Monaten einen Ausblick auf einen ersten vollelektrischen Sportwagen bot. Hochleistungselektromotoren für solche AMG-Modelle sollen künftig auch in Marienfelde produziert werden. „Wir wollen die begehrtesten Autos der Welt bauen und die fahren elektrisch und digital“, sagte Mercedes-Chef Källenius bei der Eröffnung.

Neben Elektromotoren für die Tuning-Tochter Mercedes-AMG will der Stuttgarter Konzern in Berlin-Marienfelde auch Softwareapplikationen entwickeln und erproben, die als Blaupause für weitere 30 Produktionsstandorte von Mercedes-Benz weltweit fungieren sollen. Nach eigenen Angaben investiert der Stuttgarter Traditionskonzern eine Summe im dreistelligen Millionenbereich. Dadurch wird sich das älteste Werk, das bislang hauptsächlich Verbrennungsmotoren produzierte, aber deutlich wandeln. Aktuell arbeiten laut dem Tagesspiegel noch rund 2.370 von ehemals 2.500 Mitarbeiter in Marienfelde. Wie viele davon künftig an den E-Motoren für Mercedes-AMG arbeiten sollen, ist offen.

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