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„Macht uns sehr stolz“: Mercedes Super-E-Auto EQXX bricht eigenen Reichweitenrekord

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Von: Julian Baumann

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Der EQXX von Mercedes-Benz auf der Rennstrecke in Silverstone (UK).
Bei einer Fahrt von Stuttgart nach Silverstone (Großbritannien) übertraf der EQXX von Mercedes-Benz seinen eigenen Reichweitenrekord. © Mercedes-Benz AG – Communications.

Bei einem Sommer-Roadtrip von Stuttgart nach Silverstone hat der Vision EQXX von Mercedes-Benz seinen eigenen Reichweitenrekord übertroffen. 1.200 Kilometer mit einer Batterieladung.

Stuttgart - Autobauer Mercedes-Benz stellte erst im April mit dem Super-E-Auto EQXX einen Reichweitenrekord auf. Das Forschungsfahrzeug des Stuttgarter Traditionskonzerns fuhr eine Strecke von über 1.000 Kilometern von Sindelfingen, über die Alpen bis nach Südfrankreich, mit nur einer Batterieladung. Bei einem erneuten Roadtrip auf öffentlichen Straßen übertraf das Super-E-Auto seinen eigenen Rekord nun um mehr als 200 Kilometer.

Mercedes-Benz verwendet Konzeptfahrzeuge, um den aktuellen Entwicklungsstand der Fahrzeuge zu demonstrieren. Auch das E-Auto-Flaggschiff EQS war lange vor der offiziellen Weltpremiere als „Vision EQS“ präsentiert worden. Die Errungenschaften aus der Forschung am Vision EQXX kamen jüngst auch bei der Konzeption des futuristischen Showcars „Vision AMG“, dem angekündigten ersten vollwertigen E-Auto von Tuning-Tochter Mercedes-AMG zum Tragen.

Der EQXX selbst ist aber ebenfalls noch lange nicht an seiner Kapazitätsgrenze angelangt und wird beständig weiter entwickelt. Die Reise geht weiter – noch weiter, noch effizienter! Erneut hat der VISION EQXX bewiesen, dass er mit einer Batterieladung problemlos mehr als 1.000 Kilometer zurücklegen kann; diesmal unter ganz anderen Bedingungen“, sagte Markus Schäfer, Entwicklungschef von Mercedes-Benz, laut einer Pressemitteilung zum erneuten Reichweitenrekord des Modells.

Mercedes-Benz: Erneute Erprobung des Super-E-Autos EQXX - unter anderen Bedingungen

Als Mercedes-Benz den EQXX im April auf seine Jungfernfahrt schickte, waren die Temperaturen zwischen kühlen drei und frühlingshaften 18 Grad noch sehr angenehm für eine lange Autofahrt. Hohe Temperaturen wirken sich zwar laut Berichten nicht direkt auf die elektrische Reichweite von E-Autos aus, die Klimaanlage zieht allerdings auch Strom aus dem Akku. Beim Sommer-Roadtrip stand das Mercedes-Team allerdings vor ganz anderen Herausforderungen. Sommerliche Temperaturen von über 30 Grad beim Wetter in Deutschland und die erhöhte Verkehrsdichte rund um Stuttgart in der Ferienzeit stellten laut der Pressemitteilung die größten Herausforderungen dar.

Reisetagebuch des EQXX in Zahlen:

Startpunkt21. Juni, 8:15 Uhr in Stuttgart-Untertürkheim
Ankunft22. Juni, 18:02 Uhr in Silverstone
FahrrouteUntertürkheim, Reims & Calais (Frankreich), Brackley
Fahrstrecke gesamt1.202 Kilometer
Reine Fahrzeit14 Stunden und 30 Minuten
Durchschnittsgeschwindigkeit83 Kilometer pro Stunde
Höchstgeschwindigkeit140 Kilometer pro Stunde
Durchschnittsverbrauch8,3 Kilowattstunden pro 100 Kilometer

(Quelle: Mercedes-Benz)

Um die Praxistauglichkeit und den Entwicklungsprozess des EQXX erneut auf die Probe zu stellen, fuhr das Ingenieur-Team von Mercedes-Benz am 21. Juni vom Hauptsitz des Autokonzerns in Stuttgart-Untertürkheim los und kam am Abend des 22. Juni am Zielort im englischen Silverstone an. Die hohen Temperaturen machten dem Team zwar zu schaffen - laut der Mitteilung war die Klimaanlage des E-Autos insgesamt acht Stunden an - der Elektroantrieb erzeugt allerdings nur minimale Abwärme. Die hohen Außentemperaturen und der erhöhte Verkehr in Stuttgart und auch im Großraum London erforderten eine Kühlung des elektrischen Antriebsstranges und des Fahrzeuginnenraums. „Aber das Cooling-on-Demand-System hat alles ohne nennenswerte Beeinträchtigung der Reichweite gemeistert“, heißt es in der Mitteilung.

Mercedes-Benz: EQXX legt Zwischenstopp bei Firmensitz von Mercedes-AMG Petronas ein

Der EQXX von Mercedes-Benz legte kurz vor dem Erreichen des Zielortes in Silverstone noch einen Zwischenstopp ein: am Firmensitz des Mercedes-AMG Petronas Formel 1-Teams in Brackley. Die Mitarbeiter von Mercedes-AMG HPP und Mercedes Grand Prix spielten bei der Konstruktion des EQXX, vor allem bei der Reduzierung des Energieverlustes im Antriebsstrang und bei der Konzeption eines leichten Batteriemoduls, eine tragende Rolle. In Brackley übernahm Adam Allsopp, Advanced Technology Director von HPP, das Steuer des EQXX für die restliche Strecke bis zur Rennstrecke in Silverstone, wo im Jahr 1950 der erste Formel-1 Grand-Prix ausgetragen wurde.

„Diesen Vorreiter für die Zukunft der Elektromobilität zu dem Ort zu fahren, wo die Geschichte der Formel 1 begann und wir zu einigen ikonischen Rennen dieser Serie beigetragen haben, ist für mich persönlich etwas ganz Besonderes“, zeigte sich Allsopp laut der Mitteilung beeindruckt. „Die Fahrt von Stuttgart nach Silverstone mit einer Batterieladung noch effizienter zu absolvieren, belegt in der Tat einige große Fortschritte im Hinblick auf die beschleunigte Entwicklung der Technologien, die unsere Elektrifizierungsstrategie untermauern und welche Rolle der Motorsport dabei über die Jahre bei Mercedes-Benz gespielt hat. Das macht uns sehr stolz.“

Mercedes EQXX übertrifft eigenen Reichweitenrekord - über 1.200 Kilometer mit einer Batterieladung

Beim Eintreffen auf der Rennstrecke in Silverstone stand bereits Mercedes-Formel E-Rennfahrer Nyck des Vries bereit, der den EQXX mit mehreren Runden auf der Strecke zu Höchstgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde trieb. Nach elf Runden überquerte er die Ziellinie mit 1.202 Kilometern auf dem Tacho. Nach dem Trip von Stuttgart, über die französischen Städte Reims und Calais, dem Zwischenstopp in Brackley und den Runden auf der Rennstrecke in Silverstone fuhr das Super-E-Auto von Mercedes-Benz demnach über 1.200 Kilometern mit einer Batterieladung und übertraf dadurch seinen Reichweitenrekord vom April.

„Mit zwei erfolgreich absolvierten Fahrten von über 1.000 Kilometern auf öffentlichen Straßen hat der VISION EQXX seinen Anspruch als effizientester Mercedes aller Zeiten mehr als gerechtfertigt“, heißt es in der Mitteilung. „Doch damit ist seine Geschichte noch nicht zu Ende.“ Viele Technologien des Forschungsfahrzeugs sollen in Zukunft neuen Serienmodellen zugutekommen. Zu Beginn des Monats feierte der Super-Sportwagen Mercedes-AMG One seine Weltpremiere. Das Hypercar mit Formel-1-Technik hat eine hindernisreiche und lange Entwicklungszeit hinter sich, ist optisch aber ohne Zweifel auch am Design des EQXX orientiert.

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