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Mercedes will in Energiekrise unabhängiger werden - „Brauchen wirksames Gesamtpaket“

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Von: Julian Baumann

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Produktion des EQS SUV im Mercedes-Benz-Werk in Tuscaloosa, Alabama.
Mercedes-Benz will so viel Gas einsparen wie möglich, um in der Energiekrise unabhängiger zu werden. © Mercedes-Benz AG – Communication

Aufgrund von Energiekrise und Inflation sind Bürger und die Industrie zum Sparen aufgerufen. Mercedes-Benz will soviel Gas einsparen wie möglich.

Stuttgart - Der Ukraine-Krieg und auch die anhaltende Corona-Pandemie haben die Abhängigkeiten Deutschlands von anderen Staaten offengelegt. Die Abhängigkeit von russischem Erdgas und von fossilen Brennstoffen haben auch massive Einflüsse auf die Industrie. Während die Bürger von der Bundesregierung zum Energiesparen aufgerufen wurden, arbeitet auch die Wirtschaft an Maßnahmen, um dem Energienotstand entgegenzuwirken. Die EnBW regelt die Temperaturen in den Büros herunter, will die Mitarbeiter aber „nicht ins Homeoffice zwingen“.

Im Zuge von Energiesparen und Kostenreduzierung kam es auch in der Industrie mitunter zu kontrovers diskutierten Lösungsansätzen. Man solle das „Gas erst bei den Privaten, dann bei der Industrie abschalten“, schlug ein Top-Manager bereits vor mehreren Monaten vor. Aktuell wird ein Vorstoß von Audi-Chef Markus Duesmann kritisiert, der die Wiedereinführung von Fahrverboten und ein Tempolimit forderte.

Mercedes-Benz will Gasverbrauch drücken - „um unabhängiger zu werden“

Im Zuge des Ukraine-Krieges sind nicht nur die Energiekosten massiv angestiegen, auch die Preise von Benzin und Diesel lagen mitunter höher als jemals zuvor. 2022 ist bereits jetzt das teuerste Tankjahr aller Zeiten, wie aus Berechnungen des ADAC hervorgeht. „Was wir brauchen, ist ein wirksames Gesamtpaket an Maßnahmen, um einen Energienotstand abzumildern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren“, erklärte Mercedes-Pressesprecherin Catharina Leifert auf Anfrage von BW24. „Das liegt in der Hand der Politik.“

Der Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz hatte bereits angekündigt, den Gasverbrauch um 50 Prozent drücken zu wollen. „Für uns steht momentan im Fokus, kurzfristig so viel Gas wie möglich einzusparen oder zu substituieren, um unabhängiger zu werden“, führte Leifert weiter aus. „Mercedes-Benz sieht bezüglich Gas in Deutschland ein Reduktionspotenzial von circa 50 Prozent gegenüber des erwarteten Jahresverbrauchs 2022, wenn regionales Pooling ermöglicht wird.“ Unter „Pooling“ versteht man in der Industrie Methoden, mit denen Ressourcen bestmöglich genutzt und Kosten dadurch eingespart werden können.

Vorstoß von Audi-Chef wird kritisiert - BMW-Manager spricht sich dagegen aus

Dass angesichts der derzeitigen Lage Sparmaßnahmen unumgänglich sind, ist auch in der Wirtschaft angekommen. Der Vorstoß von Audi-Chef Duesmann wird dennoch kontrovers aufgefasst. „Um uns in Deutschland besser einzustimmen auf die Lage und die Notwendigkeit des Sparens, könnte es wieder autofreie Tage geben, so wie in den 1970er Jahren“, hatte der CEO der Ingolstädter VW-Tochter im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) erklärt. In den 1970er Jahren waren autofreie Sonntage aufgrund der damaligen Ölkrise angeordnet worden.

Während Mercedes-Benz auf BW24-Anfrage erklärte, man bereite sich intensiv auf unterschiedliche Szenarien vor, lehnte ein Manager des großen Rivalen BMW den Vorstoß von Audi-Chef Duesmann kategorisch ab. In Bezug auf die Wiedereinführung von Fahrverboten an Sonntagen und einem Tempolimit erklärte der Finanzchef der Münchener gegenüber der Automobilwoche, man „halte von beidem nichts“. Die Diskussion über autofreie Sonntage und ein Tempolimit erhitzte in Baden-Württemberg bereits zu Beginn des Jahres die Gemüter.

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