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Nachfrage nach E-Autos von Mercedes-Benz gigantisch - „so ziemlich alles ausverkauft“

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Von: Julian Baumann

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Die SUV-Version des Mercedes-EQS bei einer Testfahrt in Denver.
Die Nachfrage nach E-Autos von Mercedes-Benz ist offenbar so groß, dass der Hersteller nicht mehr hinterher kommt. Laut Konzernchef Källenius ist bis Jahresende „alles ausverkauft“. © Mercedes-Benz AG, Communications

Mercedes-Benz will ab 2030 nur noch E-Autos produzieren. Die steigende Nachfrage könnte zum Problem werden, für 2022 ist beinahe alles ausverkauft, heißt es von Konzernchef Ola Källenius.

Stuttgart - Spätestens seit der Weltpremiere der elektrischen Luxuslimousine EQS hat Mercedes-Benz bewiesen, dass der älteste Autokonzern der Welt auch E-Autos kann. Der Traditionshersteller aus Stuttgart hat sich bereits auf eine Zukunftsausrichtung festgelegt und will ab 2030 überall da, wo es die Marktbedingungen zulassen, nur noch E-Autos anbieten. Ein reiner Fokus auf batteriebetriebene Fahrzeuge wird nicht von allen namhaften Autoherstellern befürwortet. Der Entwicklungschef von Renault sagte, alles auf E-Autos zu setzen sei riskant und auch der Dauerkonkurrent BMW setzt neben batterieelektrischen Modellen zusätzlich auf die Brennstoffzelle.

Mercedes-Benz hat mit der Ausrichtung auf Elektro und Luxus allerdings großen Erfolg und konnte mit dem Fokus auf hochpreisige Modelle sogar der globalen Chipkrise trotzen. Obwohl die Nachfrage nach E-Autos weltweit immer weiter steigt, verkaufen die Traditionskonzerne aktuell noch immer deutlich mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Auch Mercedes-Benz hat erst kürzlich die neusten Generationen der Mittelklasse-Modelle A- und B-Klasse vorgestellt und wird bis Ende des Jahrzehnts auch weiterhin die beliebten Verbrenner-Modelle anbieten. Die steigende Nachfrage nach den elektrischen Modellen könnte allerdings zum Problem werden.

Mercedes-Chef geht davon aus, dass Kunden eher früher als später auf E-Autos umsteigen werden

Gemäß der EU-Entscheidung dürfen Mercedes, BMW und VW zwar noch bis 2035 Verbrenner verkaufen, die Schwaben wollen den Umstieg auf ein vollelektrisches Portfolio aber bereits deutlich früher schaffen. Gegenüber dem US-Nachrichtensender CNBC sagte Mercedes-Chef Ola Källenius, dass es zwar noch länger einen Markt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren geben werde, die Kunden aber eher früher als später auf vollelektrische Autos und SUV umsteigen würden - und das vor allem im Luxus-Segment. Tatsächlich habe dieser Umstieg bereits begonnen.

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„Schritt für Schritt sehen wir, wie sich der Markt wandelt“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz. „Ich glaube wirklich, dass wir im Luxus-Segment noch in diesem Jahrzehnt von den Hightech-Verbrennungsmotoren zu größtenteils elektrischen, wenn nicht vollelektrischen Antrieben wechseln werden.“ Der Fokus auf Luxus und Elektrifizierung spiegelt sich auch anhand der in den Startlöchern stehenden Mercedes-E-Auto-Modellen wider. Die elektrische G-Klasse EQG soll laut Ola Källenius bereits 2024 auf den Markt kommen und die Tuning-Tochter Mercedes-AMG hat bereits vor Monaten einen Ausblick auf einen „vollelektrischen Sportwagen der Zukunft“ gegeben.

Mercedes-Benz setzt auf die E-Mobilität - auch weil „es das bessere Geschäft ist“

Da Mercedes-Benz bis auf die Erfindung des Automobils, und damit auf die Erfindung des Verbrennungsmotors, zurückgeht, bezweifeln manche Kritiker, dass der Konzern die beliebten Verbrenner-Modelle wirklich komplett aufgeben wird. Laut Konzernchef Källenius habe man die Zeichen aber deutlich erkannt. „Wir haben alle erkannt, dass der Klimawandel real ist“, sagte er CNBC. „Das CO2-Problem muss gelöst werden.“ Mercedes würde auf E-Autos setzen, da man überzeugt sei, es sei der richtige Schritt. „Aber wir tun es auch, weil wir glauben, dass es das bessere Geschäft ist.“

Für die kommenden Jahre wird Mercedes-Benz die Modelle von Mercedes-EQ neben den Verbrenner-Modellen anbieten. Ola Källenius sagte jedoch, er sei überzeugt, dass die Kunden die elektrischen Modelle schon bald deutlich bevorzugen werden. Die steigende Kundennachfrage nach den E-Autos mit Stern zu decken, könnte in Zukunft allerdings gar nicht so einfach sein. Mercedes würde aktuell die E-Auto-Produktion zwar massiv hochfahren, für das aktuelle Jahr sei aber „so ziemlich alles ausverkauft“, erklärte Källenius. Mercedes-Benz hatte jüngst eine Kooperation mit Microsoft verkündet und will dadurch die Autoproduktion bis 2025 um rund 20 Prozent steigern.

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