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Zetsche-Strategie bringt Mercedes in Bedrängnis - Ex-Chef bleibt trotzdem Topverdiener

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Von: Julian Baumann

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Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche auf der Daimler AG Hauptversammlung 2019 in Berlin.
Die Russland-Strategie von Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche bringt die heutige Mercedes-Benz AG in Bedrängnis. ©  Imago Images

Aufgrund eines Projektes von Dieter Zetsche steht Mercedes-Benz derzeit in der Kritik. Der ehemalige Konzernchef gehört beim Unternehmen mit Stern noch immer zu den Topverdienern.

Stuttgart - Beim Autokonzern Mercedes-Benz hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. Seit Mai 2019 ist Ola Källenius an der Spitze des Traditionsunternehmens und löste damit Vorgänger Dieter Zetsche ab, seit Beginn des Jahres 2022 ist zudem das Lkw-Geschäft aus dem Konzern herausgelöst und aus der Daimler AG wurde die Mercedes-Benz Group. Aktuell bringt allerdings ein Projekt den schwäbischen Autobauer in Bedrängnis, das bereits einige Jahre zurückliegt. Bereits damals wurde der Russland-Kurs von Ex-Chef Zetsche stark kritisiert.

Durch die Invasion Russlands in die Ukraine geriet auch Mercedes-Benz in die Kritik. Mercedes arbeitete mit einem russischen Panzerwagenbauer zusammen und unterhält ein großes Produktionswerk in der Nähe der Hauptstadt Moskau. Das wurde im Jahr 2019 in Anwesenheit von Wladimir Putin eingeweiht. Obwohl Dieter Zetsche bei Mercedes-Benz für die Vergangenheit steht, erhielt der Ex-Chef auch im Jahr 2021 eine höhere Vergütung von seinem ehemaligen Arbeitgeber, als die meisten aktiven Manager des Konzerns, berichtet das Manager Magazin.

Mercedes-Benz muss weiter mit Altlasten kämpfen - Werk in Russland war bereits 2016 umstritten

Als Ola Källenius im Mai 2019 die Führung des Traditionskonzerns Mercedes-Benz übernahm, musste er einiges geraderücken, was sein Vorgänger zurückgelassen hatte. Dazu zählte eben auch das Produktionswerk im russischen Moscovia. Laut Beteiligten war der Bau des Werkes sogar im Vorstand des Autobauers heftig umstritten. Auch Källenius, der zu diesem Zeitpunkt Vertriebsvorstand war, sprach sich dagegen aus - wenn auch eher leise. Dieter Zetsche und der heutige Entwicklungschef Markus Schäfer hätten die Produktionsanlage nahe Moskau aber unbedingt haben wollen, berichtet das Manager Magazin.

Nachdem Russland entgegen dem Völkerrecht am 24. Februar eine Invasion in die Ukraine begonnen hatte, reagierten die westlichen Staaten mit scharfen Sanktionen gegen russische Oligarchen. Doch auch im Jahr 2016, als das russische Werk von Mercedes-Benz beschlossen wurde, gab es bereits Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Eben diese Sanktionen waren aber einer der zentralen Gründe für den Bau des Produktionswerkes. Sollten die Sanktionen noch weiter verschärft und dadurch der Export nicht mehr möglich sein, könne man den russischen Markt mit Modellen bedienen, die vor Ort gefertigt werden. Inzwischen hat Mercedes-Benz allerdings sowohl die Lieferungen nach Russland eingestellt, als auch die Produktion in Moscovia gestoppt.

Topverdiener bei Mercedes-Benz: Ex-Boss Zetsche gehört noch immer dazu

Während Mercedes-Chef Ola Källenius dabei ist, den weltbekannten Autobauer wieder mehr auf Luxus auszurichten und zu einem E-Autobauer zu machen, gehört auch der ehemalige Chef Dieter Zetsche noch zu den Topverdienern des Konzerns. Aus den vorgestellten Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2021 geht hervor, dass Zetsche auch im zweiten Jahr nach seinem Ausscheiden bei Mercedes noch 3,5 Millionen Euro ausgezahlt bekam. Er gehört laut dem Manager Magazin damit noch immer zu den Topverdienern beim schwäbischen Autokonzern.

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