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Hurrikan „Ian“: Mercedes schließt Werk, „um die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten“

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Von: Julian Baumann

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Der Hurrikan „Ian“ ist auf dem Weg nach South Carolina. Mercedes-Benz hat dort vorsorglich sein Werk geschlossen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

Stuttgart/Ladson - Hurrikan „Ian“ hat am Donnerstag, 29. September, Florida erreicht. Das Zentrum des Wirbelsturms der Stärke vier von fünf traf nahe der Stadt Cape Coral auf die Küste, berichtet das US-Hurrikanzentrum. Meterhohe Sturmfluten, Überschwemmungen und heftige Regenfälle sind die Folge. „Ian“ dürfte in die Liste der fünf schwersten Hurrikans in Florida kommen, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Einen direkten Einfluss auf das Wetter in Deutschland hat der Sturm zwar nicht, aber auch bei uns fällt das erste „Oktoberwochenende ins Wasser“.

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Mercedes-Benz hat das Werk in South Carolina aufgrund des herannahenden Hurrikans Ian zum Schutz der Mitarbeiter temporär geschlossen. © Mercedes-Benz AG

Nach den verheerenden Verwüstungen in Florida ist Hurrikan „Ian“ mit rund 120 Kilometern pro Stunde auf dem Weg nach South Carolina. Der gewaltige Sturm hat inzwischen zwar an Fahrt verloren, es wird jedoch vermutet, dass sich „Ian“ im Laufe des Freitags erneut zu einem Hurrikan entwickelt, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Um die Mitarbeiter vor Schäden durch den Sturm zu bewahren, hat der Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sein Werk in South Carolina vorsorglich geschlossen.

Hurrikan „Ian“: Werk von Mercedes-Benz in South Carolina bleibt zum Schutz der Mitarbeiter geschlossen

Durch den Klimawandel kommt es weltweit zu immer extremeren Wetterereignissen, die auch eine Gefahr für die Wirtschaft in den jeweiligen Regionen darstellen. Die historische Hitzewelle legte in China beispielsweise Werke von Bosch und VW lahm. Hurrikans sind in den USA, im Gegensatz zu Deutschland, zwar keine Seltenheit, von „Ian“ geht aktuell aber eine besonders große Gefahr aus. „Aufgrund der möglichen Auswirkungen auf den Großraum Charleston und um die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, wird unser Werk in Ladson, South Carolina, am Freitag geschlossen sein“, erklärte Mercedes-Pressesprecherin Andrea Berg am Donnerstag, 29. September, in einem Statement.

Schwere Schäden und Zerstörung sind nach dem Hurrikan Ian entlang der Pine Island Road in Matlacha in Florida zu sehen.
Hurrikan „Ian“ hat im US-Bundesstaat Florida verheerende Schäden angerichtet und ist nun auf dem Weg nach South Carolina. © Douglas R. Clifford/dpa/Tampa Bay Times via ZUMA Press

Dass Mercedes-Benz angesichts des herannahenden Hurrikans um die Sicherheit der rund 1.600 Mitarbeiter des Montagewerks für Sprinter und Metris Vans in South Carolina fürchtet, ist keine Übertreibung. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hielten sich die Behörden am Donnerstag zwar noch mit genauen Zahlen zu den Todesopfern des Sturms zurück, hatten aber keine Zweifel, dass „Ian“ in Florida Menschenleben gefordert hatte. „Wir erwarten absolut, dass es Todesfälle gab“, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am Abend. Auch US-Präsident Joe Biden äußerte düstere Befürchtungen. „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein“, machte er deutlich.

Mercedes und Volvo schließen Werke wegen Hurrikan „Ian“ - BMW sieht Notwendigkeit nicht

Neben Mercedes-Benz betreibt ein weiterer deutscher Autokonzern mit Weltrang ein Produktionswerk im US-Bundesstaat South Carolina. Ein Sprecher von BMW teilte laut Reuters aber mit, dass sich das Werk in Greer weit genug im Norden des Staates befinde, um nicht von den Auswirkungen des Sturms betroffen zu sein. Der schwedische Autokonzern Volvo hatte sein Werk in Ridgeville, außerhalb der Hafenstadt Charleston, bereits am Donnerstag geschlossen und wird die Produktion auch am Freitag ruhen lassen. Zudem haben auch die Arbeiter der Meereshäfen ihre Arbeit zur Sicherheit niedergelegt.

Bei der temporären Schließung der Produktionswerke von Mercedes-Benz und Volvo in South Carolina geht es in erster Linie um den Schutz der Mitarbeiter. Sollte der Hurrikan „Ian“ aber ähnliche Schäden wie in Florida anrichten, könnte eine Wiederaufnahme der Produktion weiter verzögert werden. Auch US-Präsident Joe Biden warnte, dass die Situation nach wie vor gefährlich sei. „Wir erleben weiterhin tödliche Regenfälle, katastrophale Sturmfluten, überflutete Straßen und Häuser“, sagte er. „Wir sehen Millionen von Menschen ohne Strom - und Tausende, die in Schulen und Gemeindezentren Schutz suchen.“

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