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„Wir haben es geschafft“: Mercedes stellt mit seinem Super-E-Auto Reichweitenrekord auf

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Von: Julian Baumann

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Der Vision EQXX von Mercedes-Benz fährt auf einer Straße.
Bei einem Roadtrip von Sindelfingen nach Frankreich legte der Vision EQXX von Mercedes-Benz eine Strecke von mehr als 1.000 Kilometern mit nur einer Batterieladung zurück. © Mercedes-Benz AG - Communication

Bei einem Roadtrip von Sindelfingen nach Frankreich legte das Forschungsfahrzeug EQXX von Mercedes-Benz eine Strecke von mehr als 1.000 Kilometern zurück, ohne einmal laden zu müssen.

Stuttgart - Mit dem vollelektrischen Flaggschiff EQS stellte Mercedes-Benz ein E-Auto vor, das in Sachen elektrischer Reichweite noch immer zu den Top-Modellen gehört. Damit gibt sich der weltbekannte Konzern aus Stuttgart aber nicht zufrieden. Zu Beginn des Jahres kündigte Mercedes das Super-E-Auto EQXX mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern an. Da vor allem zu Beginn des derzeitigen E-Auto-Booms die vergleichsweise geringen Reichweiten der batteriebetriebenen Modelle stark kritisiert wurden, brachte die Ankündigung den Schwaben weltweit große Aufmerksamkeit ein.

Mit einem Roadtrip von Sindelfingen, dem Standort des Zukunftswerkes „Factory 56“, über die Alpen bis nach Südfrankreich, demonstrierte Mercedes-Benz nun, dass ein E-Auto mit einer elektrischen Reichweite von 1.000 Kilometern keinesfalls eine Utopie darstellt. Bei diesem Feldversuch mit dem Forschungsfahrzeug Vision EQXX stellte der Konzern nicht nur einen Reichweitenrekord auf, sondern fuhr die Strecke auch mit einem sehr niedrigen Durchschnittsverbrauch von 8,7 kWh pro 100 Kilometer, schreibt Mercedes-Benz in einer Pressemitteilung. „Der VISION EQXX ist der effizienteste Mercedes, der jemals gebaut wurde“, so Mercedes-Chef Ola Källenius.

Mercedes-Benz Vision EQXX: Roadtrip über die Alpen zeigt Effizienz - „Meilenstein“

Inzwischen setzen viele Autohersteller auf Konzeptfahrzeuge, die den aktuellen Entwicklungsstand demonstrieren und zeigen sollen, was theoretisch in der Zukunft möglich ist. Auch die Luxuslimousine EQS von Mercedes-Benz wurde lange davor bereits als Vision EQS präsentiert. Bei der Jungfernfahrt von Sindelfingen über die Alpen und Norditalien bis an die Côte d’Azur musste der Vision EQXX aber beweisen, dass er die theoretischen Leistungen auch tatsächlich auf den Straßen Europas abrufen kann. Laut der Mercedes-Pressemitteilung startete das E-Auto bei Kälte und Regen, fuhr die gesetzlich geltenden Geschwindigkeiten und war auf der deutschen Autobahn auch mit bis zu 140 km/h unterwegs.

Der Vision EQXX von Mercedes-Benz mit Angaben zur Route des Roadtrips, dem Durchschnittsverbrauch und der Restreichweite bei der Ankunft in Frankreich.
Der Mercedes-Benz Vision EQXX absolvierte einen erfolgreichen Roadtrip von Sindelfingen über die Alpen bis nach Südfrankreich. © Mercedes-Benz AG Communications

Die Strecke von insgesamt mehr als 1.000 Kilometer legte der Vision EQXX von Mercedes-Benz mit nur einer Batterieladung zurück. Bei der Ankunft betrug der Ladestand noch immer 15 Prozent, was weitere 140 Kilometer Reichweite bedeuten würde. „Wir haben es geschafft!“, freut sich Mercedes-Chef Ola Källenius. „Wir sind mühelos mehr als 1.000 Kilometer mit einer einzigen Batterieladung und einem Verbrauch von nur 8,7 kWh/100 km unter realen Verkehrsbedingungen gefahren.“

Die Jungfernfahrt erfolgte mit versiegelter Ladesteckdose und wurde von einem unabhängigen Sachverständigen des TÜV Süd begleitet. Damit sei die Effizienz des Vision EQXX auch offiziell bestätigt. „Das Technologieprogramm, das dahintersteht, markiert einen Meilenstein in der Entwicklung von Elektrofahrzeugen“, so Källenius.

Mercedes-Benz: In den Vision EQXX sind Erkenntnisse aus der Formel 1 eingeflossen

Die Strecke von mehr als 1.000 Kilometern legte der Vision EQXX von Mercedes-Benz zwar ohne Ladestopp zurück, nahe der italienischen Metropole Mailand gönnte sich das E-Auto aber einen „Energiesnack“, schreibt das Unternehmen. Demnach kann sich das Forschungsfahrzeug, über ein integriertes Solardach mit 117 Solarzellen, mit Strom versorgen. Dieser Booster entlastet die 12-Volt-Batterie und vergrößert die Reichweite um rund zwei Prozent. Insgesamt soll das Forschungsauto die aktuellen Innovationen des Konzerns demonstrieren. Dazu gehört beispielsweise auch der elektrische Antriebsstrang, der in Zusammenarbeit mit Rennsportspezialisten der Formel 1 entwickelt wurde.

Der Autokonzern Mercedes-Benz hält ein Drittel der Anteile an dem erfolgreichen Formel-1-Team Mercedes-AMG Petronas. Die Erkenntnisse aus dem Motorsport seien auch bei der Konzeption des EQXX eingeflossen, erklärt Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer. „Der Vision EQXX ist das Ergebnis eines umfassenden Technologieprogramms, das eine Blaupause für die Zukunft des Automobilbaus liefert.“ Mit dem Roadtrip von Sindelfingen, in die Schweiz, weiter nach Italien, vorbei an Mailand und bis zur südfranzösischen Hafenstadt Cassis bei Marseille, mit nur einer Batterieladung zeigt Mercedes-Benz, welche Reichweiten in Zukunft bei E-Autos möglich sein werden. „Und die Reise geht weiter“, sagt Markus Schäfer. „Mit dem Vision EQXX werden wir die Grenzen des Machbaren weiter ausloten.“

Bis zu einer Serienfertigung des EQXX wird aber wohl noch einige Zeit vergehen. Am 19. April präsentiert Mercedes-Benz bei einer digitalen Weltpremiere zunächst die SUV-Version des EQS. Bereits eine Woche vor der Premiere zeigen geleakte Bilder die Optik des Mercedes-EQS SUV. Das Modell ist nach der Limousinen-Version des EQS und der Business-Limousine EQE das dritte E-Auto, das auf der eigens entwickelten Mercedes-Architektur „EVA II“ (Electronic Vehicle Architecture) basiert.

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