1. bw24
  2. Auto

Lamborghini-Chef stärkt Porsche den Rücken: E-Fuels werden „mindestens ein Jahrzehnt eine Lösung darstellen“

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

In der Debatte um den Antrieb der Zukunft setzt Porsche neben der E-Mobilität auch auf E-Fuels. Lamborghini-Chef Winkelmann stärkt der Konzern-Schwester den Rücken.

Stuttgart/Sant‘Agata Bolognese - In der Debatte um den Antrieb der Zukunft herrscht in der Autoindustrie noch immer Uneinigkeit. Während Mercedes-Benz ab 2030 nur noch E-Autos produzieren will, setzt BWM auch auf Wasserstoff. Beim zweitgrößten Autohersteller der Welt, dem VW-Konzern, steht die Marschroute zwar fest, die wertvollste Konzern-Tochter Porsche setzt neben der E-Mobilität aber auch auf einen alternativen Antrieb. In der aktuellen Debatte sind die E-Fuels zwar sehr umstrittenen, Porsche hält dennoch an den synthetischen Kraftstoffen fest.

Der italienische Sportwagenhersteller Lamborghini, der wie Porsche zum VW-Konzern gehört, ist ebenfalls dabei, die beliebten Modelle zu elektrifizieren. Das erste E-Auto von Lamborghini soll ein Crossover werden, die Supersportwagen werden zunächst teilelektrifiziert. Im Gespräch mit der Automobilwoche stärkte Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann nun Porsche den Rücken und sprach sich ebenfalls für synthetische Kraftstoffe aus.

Lamborghini-Chef Winkelmann sieht synthetische Kraftstoffe als Übergangslösung

Die große Hürde der Hersteller von leistungsstarken Sportwagen ist es, das typische Fahrgefühl solcher Modelle in das E-Auto-Zeitalter zu transferieren. Auch Ferrari will bis 2025 erreichen, was Porsche bereits gelungen ist. Obwohl der Porsche Taycan eindrucksvoll bewiesen hat, dass Sportwagen auch vollelektrisch fahren können, zögert das Unternehmen aus Zuffenhausen beispielsweise bei der Elektrifizierung des legendären 911 weiterhin. Eben dafür sollen die E-Fuels zum Einsatz kommen, die den Betrieb von Verbrennungsmotoren klimaneutral gestalten können.

Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann springt Porsche-Chef Oliver Blume, der ab September auch den Mutterkonzern Volkswagen leiten soll, zur Seite. „Wenn die Politik die Emissionen wirklich senken will und Verbrenner noch so lange fahren, sollten synthetische Kraftstoffe ab 2035 für mindestens ein Jahrzehnt eine Lösung darstellen“, sagte er der Automobilwoche. Die Italiener könnten mit den E-Fuels ebenfalls ihre beliebten Sportwagen antreiben, ohne auf den typischen Motorensound verzichten zu müssen.

Produktion von E-Fuels derzeit noch deutlich zu teuer - „es ist noch nicht aller Tage Abend“

Porsche errichtete in Chile eine Pilotanlage für die Produktion von E-Fuels, aktuell ist die Herstellung trotz optimaler Bedingungen allerdings noch sehr teuer und der Transport nach Europa nahezu unbezahlbar. E-Fuels statt Benzin könnten das Autofahren in Deutschland zum Luxus machen, hieß es bereits. „Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt. Und ob sich die Politik bewegt. Es ist noch nicht aller Tage Abend“, erklärte Stephan Winkelmann. „Denn unsere Fahrzeuge, die wir in den nächsten Jahren verkaufen, werden ja bis in die 40er Jahre gefahren.“

Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann neben einem Huracán STO.
Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann spricht sich für E-Fuels aus. © Guindani Stefano/Lamborghini

Damit spricht der Lamborghini-Chef einen Punkt an, der in der aktuellen Debatte oftmals vergessen wird. Laut der EU-Entscheidung dürfen ab 2035 nur noch klimafreundliche Neuwagen verkauft werden. Das bedeutet aber nicht, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab diesem Jahr von den europäischen Straßen verschwinden. Mit den E-Fuels könnte auch die Bestandsflotte klimafreundlich angetrieben werden, so der Plan von Porsche.

Insgesamt ist die politische Debatte um die Mobilität der Zukunft aber auch eine Herausforderung, vor allem für kleinere Hersteller. „Die Regelungen sind weltweit sehr unterschiedlich“, sagte Winkelmann der Automobilwoche. „Ich wünsche mir da eine Harmonisierung für die Märkte, weil wir als kleiner Hersteller nicht für alles und jedes eigene Lösungen finden können.“

Auch interessant

Kommentare