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Historische Hitzewelle in China legt Werke von Bosch und VW lahm

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Von: Julian Baumann

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Blick auf den niedrigen Wasserstand des Jialing-Flusses.
China erlebt aktuell eine historische Hitzewelle, die ganze Landstriche austrocknet. Durch die gekappte Stromversorgung stehen auch Werke von Bosch und VW still.  © Olivia Zhang/dpa

China erlebt aktuell eine historische Hitzewelle die ganze Landstriche austrocknet. Durch die gekappte Stromversorgung stehen auch Werke von Bosch und VW still.

Stuttgart/Chengdu - Die anhaltende Hitzewelle und der mangelnde Niederschlag machen auch beim Wetter in Deutschland Probleme. Bauern berichten bereits von Wassermangel und Hitzestress. Aktuelle Prognosen geben jedoch Grund zur Hoffnung: Der Hitzesommer soll am Freitag und Samstag weggespült werden. In China machen sich die extremen Temperaturen allerdings noch viel deutlicher bemerkbar, Teile der Volksrepublik erleben der Regierung zufolge derzeit den schlimmsten Hitzesommer seit mindestens sechs Jahrzehnten. Das hat inzwischen auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wirtschaft.

In Deutschland sind durch die extreme Hitze auch die Pegel von Flüssen wie dem Rhein und sogar vom Bodensee historisch niedrig. In China stammt in vielen Gebieten die gesamte Stromversorgung von Wasserkraftwerken, was aufgrund der Trockenheit zunehmend zum Problem wird. Damit zumindest die Häuser und Wohnungen in den Regionen weiterhin mit Strom versorgt werden können, haben die chinesischen Behörden dem Manager Magazin zufolge mehrere Betriebe stillgelegt. Betroffen sind unter anderem auch der weltgrößte Autozulieferer Bosch aus Stuttgart und der größte europäische Autohersteller.

Bosch und VW spüren Folgen des Hitzesommers in China - Zulieferer besonders betroffen

Da die Wasserkraftwerke im Jangtse, dem drittlängsten Fluss der Welt, aufgrund des niedrigen Wasserpegels kaum noch Strom liefern, stehen auf dem wichtigsten globalen Automarkt mehrere Werke deutscher Unternehmen still. China ist zwar auch für die Autohersteller Mercedes-Benz und BMW der wichtigste Absatzmarkt, von dem derzeitigen Stillstand sind laut der Deutschen Handelskammer in China (AHK) aber hauptsächlich Autozulieferer betroffen. Bei Bosch sei die Produktion in mehreren Werken, in denen Automobilkomponenten gefertigt werden, bereits wieder angelaufen, teilte das Unternehmen dem Manager Magazin mit. Dafür steht aktuell aber die Elektrowerkzeug-Produktion von Bosch in Chengdu seit mehreren Tagen still.

Der Wolfsburger Autokonzern VW spürt die Folgen der extremen Hitze in China ebenfalls, doch auch in diesem Fall sind hauptsächlich die Zulieferer des zweitgrößten Autoherstellers der Welt betroffen. Derzeit stehe ein Werk von FAW-Volkswagen Automotive, ebenfalls in der Stadt Chengdu, sowie mehrere Fabriken von Zulieferern still. Es komme dadurch zu Produktionsverzögerungen, man hoffe aber, diese schnell wieder aufholen zu können, hieß es seitens des Konzerns. Die Probleme in der Volksrepublik haben allerdings keine Auswirkungen auf die Autoproduktion von Volkswagen in Europa, da das Unternehmen in China nur für den dortigen Markt produziert.

Tesla, Toyota und Co.: Auch internationale Unternehmen haben in China zu kämpfen

Neben VW und Bosch sind auch Toyota und Tesla von den Problemen in China betroffen. Tesla betreibt in der Wirtschaftsmetropole Shanghai eine Gigafactory, die bereits vor einigen Monaten aufgrund eines Corona-Lockdowns temporär stillstand. Mitarbeiter der Tesla-Fabrik schliefen in dem Werk, Elon Musk lobte sie für ihre Arbeitseinstellung. Welche Aspekte der Produktion des E-Autoherstellers durch die historische Hitzewelle beeinträchtigt wird, ist nicht bekannt. Der japanische Autohersteller Honda Motors teilte der Nachrichtenagentur Bloomberg mit, dass das Werk in der chinesischen Stadt Chongqing diese Woche aufgrund der behördlichen Anordnung geschlossen bleiben wird.

Ursprünglich sollte die Regelung, dass die Betriebe aufgrund des Strommangels stillgelegt oder die Produktion zumindest gedrosselt werden, am gestrigen Donnerstag beendet werden. Wann der Notstand nun tatsächlich beendet werden kann, ist nicht bekannt. Autohersteller Mazda produziert in China bereits seit Mitte des Monats nur noch in der Nacht, um Strom zu sparen, heißt es in einem Bericht.

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