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„Alles Abzocke“: Spritpreis-Irrsinn in Baden-Württemberg - Experte hat Tipps für Sparfüchse

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Von: Jason Blaschke

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Ein Ende der Benzinpreis-Explosion in Baden-Württemberg ist nicht in Sicht. Einen Spartipp sollten Autofahrer laut einem ADAC-Experten deshalb beherzigen.

Stuttgart - Wer aktuell an einer Tankstelle in Baden-Württemberg vorbeifährt, traut seinen Augen nicht: von der gefürchteten „Zwei“ vor dem Komma sind wir nicht mehr weit weg. Die ersten Tankstellen in Deutschland haben die 2-Euro-Marke mittlerweile geknackt – mehr noch, in Frankfurt war am Mittwoch (2. März) der Spritpreis zeitweise sogar schon deutlich über die zwei Euro geklettert. Davon zeugt eine Vielzahl von Fotos auf Facebook, die zeigen: Auch Autofahrer in Baden-Württemberg müssen jetzt tiefer in die Tasche greifen.

Mit Blick auf die Spritpreise ist erst einmal keine Entspannung in Sicht. Mit der wichtigste Grund für die Preis-Explosion sei der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Unsicherheit, sagt Alexander Schnaurs vom Deutschen Automobilclub (ADAC) im Gespräch mit BW24 zur derzeitigen Entwicklung. Doch auch die Nachfrage nach Heizöl sei ein Faktor, der die Preisbildung beeinflusse.

Spritpreis-Explosion in Baden-Württemberg – Experte vom ADAC verrät, wie Kunden bares Geld sparen

Daher lässt sich aktuell auch bloß mutmaßen, wie sich die Preise in den nächsten Wochen entwickeln werden. Fakt ist aber, dass es mit Blick in die Ukraine nicht nach Entspannung aussieht. Im Gegenteil: Die Verbraucher müssen sich auf hohe Spritpreise und steigende Ausgaben für Energie generell einstellen. Die EnBW hatte erst vor ein paar Tagen eine dunkle Gaspreis-Prognose für Baden-Württemberg aufgestellt und deutliche Erhöhungen nicht mehr ausgeschlossen.

NameADAC
Mitglieder21,2 Millionen (2020)
HauptsitzMünchen, Bayern
PräsidentChristian Reinicke
Gründung24. Mai 1903, Stuttgart

Was muss also im Detail passieren, damit die Verbraucher in Baden-Württemberg nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen? Die Frage stellt BW24 mit Blick auf die Spritpreise an den Experten vom ADAC. Alexander Schnaurs: „Wir haben uns für die Erhöhung der Pendler-Pauschale starkgemacht, die ab dem 28. Kilometer auf 0,38 Cent angehoben wird. Wir fordern, dass die erhöhte Pauschale schon ab dem ersten Kilometer greift.“ Das Problem hier: Die Entlastung betrifft bloß Pendler auf dem Weg zu Arbeit.

Statt neuer Pendler-Pauschale – Facebook-User mit deutlicher Forderung

Eine Tatsache, die auch vielen Usern auf Facebook bitter aufstößt. „Was bringt diese Pauschale, wenn ich nicht einmal die gewissen Kilometer erreiche, um dies überhaupt in Anspruch nehmen zu können“, schreibt eine verärgerte Nutzerin und ergänzt später: „Was ist mit denen, die im Homeoffice arbeiten und dennoch das Auto zum Einkaufen oder für Ähnliches nutzen müssen?“ Ein anderer Facebook-User stellt eine klare Forderung: „Senkt die Steuern, das würde sofort Abhilfe schaffen.“

Eine ADAC-Grafik zeigt, wie sich der Spritpreis zusammensetzt.
Die Grafik zeigt: Energiesteuer und CO₂-Abgabe fallen ins Gewicht. © ADAC e.V.

Der User spricht damit einen wunden Punkt an, denn wenig später ergänzt ein weiter Nutzer: „Alles Abzocke – am besten Auto stehen lassen und die 50 Kilometer oder mehr mit dem Rad fahren.“ Schnaurs rät Verbrauchern, zum richtigen Zeitpunkt zu tanken und auf diese Weise zumindest etwas Geld einzusparen. „Wir haben ermittelt, dass man zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am preiswertesten tanken kann.“ Im Schnitt können Autofahrer bis zu 0,07 Cent sparen.

ADAC-Experte empfiehlt Vergleich von Spritpreisen per App

Am frühen Morgen sollte man das Tanken vermeiden, denn in der Zeit um 7 Uhr sei es am teuersten. Wer zudem die Spritpreise via App vergleicht, kann laut Schnaurs im Marktvergleich auch noch den ein oder anderen Cent sparen. „Anwendungen wie die ADAC-Spritpreis-App sind kostenlos und informieren die Nutzer über die aktuellen Spritpreise in der näheren Umgebung“. Dem Experten zufolge kann es sich lohnen, die nächste Tankstelle anzusteuern und nicht gleich an der erstbesten zu tanken.

Auch kann es sich in Zeiten steigender Ausgaben lohnen, sich über das Thema Sonderzahlungen genauer zu informieren. Berichten von wa.de* zufolge können Arbeitnehmer auch 2022 einen Corona-Bonus beziehen und ihr Budget steuerfrei etwas aufstocken. Im Fall der Auszahlung müssen Beschäftige und Arbeitgeber allerdings eine wichtige Frist beachten. Schon 2021 war es in Deutschland möglich, eine steuerfreie Corona-Bonuszahlung zu beziehen. *Wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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