1. bw24
  2. Auto

Mann nach Streit in Autofabrik „brutal getötet“ - Kollege offiziell wegen Mordes angeklagt

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Außenanlage der Orion Assembly von US-Autokonzern General Motors in Orion Township (Michigan).
Bei einem Streit wurde ein 49-jähriger Mann in der Autofabrik von General Motors im Orion Township getötet. © Ryan Garza, Detroit Free Press/Imago

In einer Fabrik des US-Autobauers General Motors wurde ein Mann bei einem Streit brutal erschlagen. Sein Kollege wurde wegen Mordes angeklagt.

Orion Township - Gründe, derentwegen eine Autofabrik temporär stillstehen kann, gibt es viele. Die häufigsten sind wohl ein Streik der Gewerkschaft oder, wie aktuell sehr häufig, Produktionsengpässe und Kurzarbeit. Hin und wieder stehen die Bänder aber auch aus anderen Gründen still. Im April löste beispielsweise eine Raubkatze in einem Mercedes-Werk Panik aus und legte die Produktion mehrere Stunden lang still. Der Grund, warum eine Autofabrik des US-Konzerns General Motors am Donnerstag, 11. August, temporär stillstand, ist dagegen sehr viel düsterer.

Wie die ortsansässige Detroit Free Press in Bezug auf das Oakland County Sherriff‘s Office berichtet, brach am Donnerstag in der General-Motors-Fabrik in Orion Township (Michigan) ein Streit zwischen Kollegen aus. Der Streit resultierte in dem gewaltsamen Tod eines 49-jährigen Mannes namens Gregory Lanier Robertson, der seit etwa sieben Monaten in dem Werk von General Motors angestellt war. Einer seiner Kollegen befindet sich seit dem 11. August im Oakland County Jail in Haft.

General Motors: Getöteter Arbeiter soll nicht direkt bei Autokonzern angestellt gewesen sein

Die General Motors Company (GMC) ist ein weltweit agierender US-amerikanischer Autokonzern mit Hauptsitz in Detroit (Michigan). Nach Toyota und Volkswagen ist GMC derzeit der drittgrößte Autohersteller der Welt. Durch den steigenden Fokus auf die E-Mobilität befindet sich das Unternehmen inzwischen auch in direkter Konkurrenz zu US-Autobauer Tesla. Auch in der Fabrik in Orion werden E-Autos gefertigt, aktuell der Chevrolet Bolt und der Chevrolet Bolt EUV. Bei den beiden in Streit geratenen Arbeitern soll es sich aber nicht um Mitarbeiter der Autoproduktion gehandelt haben. Das Sheriff’s Office bestätigte, dass die beiden Männer bei einem Reinigungsunternehmen angestellt waren.

Nach Angaben der Behörden endete der Streit in der Autofabrik von General Motors mit extremer Gewalt. Das Oakland County Medical Examiners‘ Office (Gerichtsmedizin) stufte den Tod von Gregory Lanier Robertson als Mord durch „mehrere Wunden, die mit einem stumpfen Gegenstand zugefügt wurden“ ein, erklärte ein Sprecher der Detroit Free Press. Der zuständige Sheriff, Michael Bouchard, erklärte am Freitag, dass keine Waffen in die Fabrik mitgebracht worden seien. Stattdessen sei etwas aus der Fabrik als Waffe verwendet worden. „Er wurde brutal, sehr brutal getötet“, machte er deutlich. Als Grund für den gewaltsamen Streit mit Todesfolge geben Berichte kleine Schulden an, die einer der Männer bei dem anderen gehabt haben soll.

Nach Leichenfund in Autofabrik: Mitarbeiter von GMC kehren mit Sorge zurück

Am Donnerstag standen die Bänder in der Fabrik von General Motors in Orion Township still, die Fabrik nahm aufgrund der Ermittlungen erst am Freitag, 12. August, die Arbeit wieder auf. Ein Verdächtiger wurde unmittelbar am Tatort aufgegriffen und am Freitag laut einer Pressemitteilung des Sheriff’s Office festgenommen und befand sich seitdem im Oakland County Jail in Haft. Der Mord beziehungsweise Totschlag in der Fabrik ließ bei den 1.200 Angestellten des General-Motors-Werks allerdings die Sorge zurück, am Freitag zu einem Tatort zurückzukehren. „Die Produktion wurde wieder aufgenommen, aber die Mitarbeiter werden weiterhin die Gelegenheit haben, mit einem Psychologen zu sprechen“, sagte ein GMC-Sprecher der Detroit Free Press.

Am Samstag, 13. August, meldete der Online-Auftritt der Tageszeitung dann, dass der zuvor festgenommene 48-Jährige offiziell wegen des Vorwurfs des Mordes festgenommen worden sei. „Während wir uns darauf konzentrieren, den Verdächtigen für den unglaublich brutalen Mord, den er begangen hat, zur Rechenschaft zu ziehen, sind unsere Gebete bei den betroffenen Familien und Mitarbeitern“, sagte Sheriff Michael Bouchard. Ein vorläufiger Prüfungstermin wurde von der zuständigen Richterin für den 30. August festgelegt.

Auch interessant

Kommentare