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Autounternehmen insolvent: Ende einer 150-jährigen Tradition

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Von: Marten Kopf

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Wieder ist ein deutsches Traditionsunternehmen pleite. Der nordrhein-westfälische Autozulieferer Borgers SE muss Insolvenz anmelden – strebt aber eine Gesamtsanierung an.

156 Jahre Firmengeschichte. Familienunternehmen in 5. Generation. Und jetzt das Aus. Der nordrhein-westfälische Autozulieferer Borgers SE & Co. KGaA meldet Insolvenz an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird der Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt, wie aus einer Mitteilung des Amtsgerichts Bielefeld von Montag (17. Oktober) hervorgeht, berichtet HEIDELBERG24.

Traditionsunternehmen Borgers SE insolvent: Über 6.000 Vollzeitbeschäftigte

Borgers mit Sitz in Bocholt gilt nach eigenen Angaben als Spezialist für textile Bauteile in Fahrzeugen. Die Gruppe besteht aus der Borgers SE & Co. KGaA als Holdinggesellschaft sowie operativ tätigen Gesellschaften in Europa, China und den USA. Die Traditionsfirma stellt Dämpfungen, Verkleidungen und Isolationen für Autos her.

Autozulieferer standen zuletzt weltweit unter Druck. Hohe Energie- und Rohstoffkosten sorgen zusätzlich für Belastungen. Firmenangaben zufolge hatte die Borgers-Gruppe Ende 2020 noch 6.166 Vollzeitkräfte. Der Umsatz war 2020 gegenüber dem Vorjahr um 204 Millionen auf 660 Millionen Euro gesunken. Damit steht Borgers nicht alleine da, Energie- und Rohstoffpreise belasten viele Unternehmen. Mit derselben Begründung gab etwa die sachsen-anhaltinische Bodeta Süßwaren GmbH ihre Insolvenz bekannt.

Automobil-Zulieferer Borgers
Traditionsunternehmen: Der Bocholter Automobil-Zulieferer Borgers. © Dirk Bauschen

Insolvenz von Borgers SE: Belegschaft schriftlich informiert

Im Sommer 2022 hatte Borgers die Maschinenbau-Sparte mit den Unternehmen Olbrich GmbH und R+S Automotive GmbH an die US-Firma Matthews International Corporation veräußert. Im größten Geschäftsbereich Automotive wiederum werden den Angaben zufolge rund 80 Prozent des Gruppenumsatzes vor allem mit textilen Produkten für Pkw und Nutzfahrzeuge getätigt.

Der Geschäftsbetrieb solle so reibungslos wie möglich fortgeführt werden, teilt das Unternehmen mit. Damit bewahre die Borgers Group sich alle Optionen, die Gesamtsanierung der Unternehmensgruppe zu ermöglichen. Vorstand und Geschäftsführung hätten die Belegschaft zunächst schriftlich informiert. Die gestiegenen, schwer kalkulierbaren Energiepreise und hohe Materialkosten hätten die Restrukturierungserfolge der vergangenen Monate und Jahre egalisiert und kurzfristig zu außergewöhnlichen Ertrags- und Liquiditätseinbußen geführt.

Insolvenzverwalter zu Borgers SE: „Perspektive erarbeiten“

„Mit meinem Team werde ich mich im Interesse der Gläubiger und Beschäftigten dafür einsetzen, diesem über 150 Jahre alten Traditionsunternehmen eine Perspektive zu erarbeiten. In ersten Kontaktaufnahmen wurde zu verstehen gegeben, dass zahlreiche Kunden die Geschäftsbeziehungen mit Borgers fortsetzen wollen“, so Insolvenzverwalter Kebekus.

Tatsächlich sind immer wieder auch Unternehmen mit jahrzehntelanger Tradition gezwungen, Insolvenz anzumelden. Oft aus unterschiedlichen Gründen. So war es etwa Anfang Oktober der niedersächsische Küchenbauer rational, der seine Pleite bekannt geben musste – ein Serverausfall hatte das Unternehmen weitestgehend lahmgelegt. rational blickt auf immerhin 60 Jahrre Unternehmensgeschichte zurück. Deutlich älter – älter auch als die Borgers SE – und ebenfalls insolvent ist der bereits 1848 gegründete Seifenhersteller Kappus. Über den Fall berichtet RUHR24. (mko/dpa)

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