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„Zwei von vier Ladesäulen von Verbrennern zugeparkt“: E-Auto-Fahrer dokumentiert „ignorantes“ Verhalten  

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Von: Julian Baumann

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Ein Facebook-Nutzer dokumentiert, wie mehrere Verbrenner Ladeplätze für E-Autos blockieren. Er will das Verhalten nicht „anprangern“, das Netz ist diesbezüglich aber weniger verständnisvoll.

Stuttgart - Die Verfügbarkeit von Ladepunkten für E-Autos ist noch immer ein Streitthema. Bevor Lidl, Kaufland und Co. das kostenlose Laden vor ihren Filialen abgeschafft hatten, regten sich einige Nutzer über E-Auto-Fahrer auf, die stundenlang an den Säulen standen und anderen somit die Möglichkeit blockierten. Für noch mehr Unmut sorgt allerdings, wenn Verbrenner-Modelle an den Ladeplätzen stehen, zumal diese davon überhaupt keinen Nutzen haben. Weil ein SUV eine E-Ladesäule in Würzburg blockierte, wurden Rufe nach strengeren Kontrollen laut.

In einer Facebook-Gruppe für die E-Mobilität dokumentierte ein Nutzer ein ähnliches Szenario. Auf zwei von insgesamt vier verfügbaren Ladeplätzen parkten Verbrenner, was er während des Ladevorgangs seines E-Autos als Foto festhielt. Nach eigenen Angaben wollte er mit seinem Post das Falschparken nicht „anprangern“, in den Kommentaren regen sich aber viele Nutzer entsprechend auf. Bereits in der Vergangenheit wurde immer wieder eine strengere Strafe für Ladesäulen-Blockierer gefordert.

Verbrenner blockieren E-Parkplätze: Polizei kann wegen Privatgrundstück nicht eingreifen

Wenn man mit seinem E-Auto einen freien Ladepunkt sucht und sieht, dass eigentlich verfügbare von Autos zugeparkt werden, die an den Säulen nicht geladen werden können, ist das natürlich ärgerlich. Der Nutzer Robert Baranovski hatte offenbar Glück und noch einen freien Ladeplatz ergattert. Er beschloss allerdings, den Umstand, dass dort auch Verbrenner parkten, zu dokumentieren. „Tatort war hier ein Einkaufspark“, beginnt er seinen Bericht in der Facebook-Gruppe. „Zwei von vier Ladesäulen waren mit Verbrennern zugeparkt.“ Weil er nach eigenen Angaben viel Zeit hatte – „das Laden dauert ja sooo lange“, schreibt er mit einem Augenzwinkern – entschloss er sich, bei der örtlichen Polizei anzufragen.

Ein Benziner der Marke Kia parkt auf einem E-Parkplatz.
Ein E-Auto-Fahrer dokumentierte Verbrenner-Modelle, die auf einem E-Parkplatz standen. © Screenshot: Facebook/Robert Baranovski

Da das Blockieren einer Ladesäule zwar ärgerlich, aber kein Notfall ist, rief Robert Baranovski laut seinem Bericht die Festnetznummer der Polizeistelle an. „Allerdings hat mich die freundliche Dame dann dennoch an den Notruf weitergeleitet“, schreibt er. Der Beamte dort wusste aber über die Regelung offenbar nicht genau Bescheid und erklärte, er müsse sich erst informieren. „Letztlich konnte mir jedoch nicht geholfen werden. Da es sich um Privatgelände handelt, ist die Polizei nicht zuständig.“ Dieses Problem ist auch bereits von den geschilderten Situationen auf den Parkplätzen von Supermärkten bekannt. Viele Ketten setzen inzwischen auf private Unternehmen, die die Einhaltung der Parkordnung auf dem Gelände überwachen.

„Ich verstehe diese Ignoranz nicht“: Netz kann Fehlverhalten der Falschparker nicht nachvollziehen

In den Kommentaren zu dem Beitrag in der Facebook-Gruppe sind die Nutzer, die mit großer Wahrscheinlichkeit selbst E-Auto fahren, über dokumentierte Verhalten erbost. „Ich verstehe diese Ignoranz nicht. Seit Jahren geht das durch die Presse, wie eine Ladesäule aussieht, wofür man die braucht, warum ein Benziner da bitte nicht parken darf/soll“, schreibt einer. „So weit im Wald kann man nicht leben, damit das Thema an einem in Gänze vorbeigegangen ist.“ Ein anderer User kommentiert, dass es bei anderen Parkplätzen, die eigentlich für bestimmte Personengruppen gedacht sind, ähnlich aussieht. „Solche Schlafmützen parken auch gerne auf Behinderten- oder Eltern/Kind-Parkplätzen.“ Wer unrechtmäßig auf solchen Parkplätzen parkt, macht sich strafbar.

Dasselbe gilt auch für das Blockieren von E-Parkplätzen. „Durch die Änderung der Bußgeldkatalog-Verordnung am 9. November 2021 gibt es deutschlandweit ein einheitliches Bußgeld, wenn Sie sich mit einem Diesel oder Benziner unberechtigt auf einen E-Parkplatz stellen“, heißt es dazu im Bußgeldkatalog. „Hierfür droht ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro.“ Das Durchsetzen dieser Verordnung gestaltet sich für die Behörden aber offenbar schwierig, da sich die Ladepunkte oftmals auf Privatparkplätzen befinden. „Auch in Stuttgart auf öffentlichem Grund hatte die vor Ort angesprochene Streife keine Zeit“, weiß jedoch ein Nutzer zu berichten. „Ich finde solche Verbrenner-Fahrer unmöglich!“, lautet das Fazit eines anderen.

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