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Verbrenner-Ende besiegelt: VW will ab 2033 nur noch E-Autos bauen

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Von: Julian Baumann

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Eine Frau enthüllt einen ID.4 von VW
VW will in Europa bis spätestens 2033 nur noch E-Autos bauen. Bis 2026 planen die Wolfsburger zehn neue Modelle. © Robert Michael/dpa

VW-Chef Oliver Blume beschleunigt den Wandel des zweitgrößten Autoherstellers der Welt hin zur reinen E-Auto-Marke. Nun wurde erstmals ein konkretes Jahr für das Verbrenner-Ende genannt.

Stuttgart/Wolfsburg - Seit dem 1. September ist Porsche-Chef Oliver Blume, neben seinem Posten bei dem Stuttgarter Sportwagenbauer, der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns und löste damit den vorherigen CEO Herbert Diess ab. Dieser hatte den Wolfsburger Autobauer bereits auf eine elektrische Zukunft vorbereitet und erklärte, VW werde den Branchenprimus Tesla noch in diesem Jahr bei den E-Auto-Verkäufen überholen. Oliver Blume hat die Transformation beim zweitgrößten Autohersteller der Welt seitdem deutlich beschleunigt.

Europas größtes Industrieunternehmen habe in den vergangenen Jahren „die richtigen Weichen gestellt“, erklärte Oliver Blume nach seinem Amtsantritt bei VW Anfang September. Nun müsse der Wolfsburger Konzern liefern. „Der E-Mobilität gehört die Zukunft“, sagte er. „Wir werden das bisherige Tempo beibehalten und, wo möglich, erhöhen. Ich bin ein Fan der E-Mobilität und stehe zu diesem Weg auch durch meine Arbeit bei Porsche.“ VW hatte zwar bereits kommuniziert, in Zukunft ausschließlich E-Autos produzieren zu wollen, ein konkreter Zeitpunkt wurde bislang aber nicht mitgeteilt.

VW-Konzern: Kernmarke will ab spätestens 2033 nur noch E-Autos bauen - zumindest in Europa

Der VW-Konzern ist neben Stellantis der Autokonzern mit den meisten Marken unter einem Dach. Die Tochter-Unternehmen Porsche, Audi, Lamborghini und Co. haben alle unterschiedliche Pläne, sehen ihre Zukunft allesamt aber in der E-Mobilität. Der Chef der Hauptmarke Volkswagen, Thomas Schäfer, der seit dem ersten April im Amt ist, nannte nun erstmals ein konkretes Jahr für den Verbrenner-Abschied des Konzerns. Mercedes-Benz will ab 2030, überall dort, wo es die Marktbedingungen zulassen, ausschließlich E-Autos bauen. Volkswagen lässt sich dafür noch etwas länger Zeit. „Ab spätestens 2033 wird VW in Europa nur noch E-Autos bauen“, kündigte Thomas Schäfer der Automobilwoche zufolge am Mittwochabend in Berlin an.

Mit der Ankündigung geht die VW-Kernmarke demnach einen ähnlichen Weg wie die Ingolstädter Tochter Audi, die ebenfalls angekündigt hatte, bis 2033 in Europa keine Verbrenner mehr produzieren zu wollen. Audi-Chef Markus Duesmann sagte bereits, ein Verbrenner-Verbot sei eine „Riesenchance“ für Europa. Volkswagen will für das Vorhaben die E-Auto-Offensive weiter beschleunigen. „Wir drücken jetzt die ‚Extra-Boost‘-Taste“, erklärte Marken-Chef Thomas Schäfer. „Das trifft besonders auf unsere E-Mobilitäts-Offensive zu.“ VW will bis 2026 zehn neue E-Auto-Modelle auf den Markt bringen.

VW wird außerhalb Europas auch nach 2033 noch Verbrenner anbieten - „liefern, was Kunden wollen“

Während VW die Anzahl der angebotenen E-Auto-Modelle, vom „Einstiegs-E-Auto mit einem Zielpreis von unter 25.000 Euro über den ID.Buzz bis zum neuen Flaggschiff ID.Aero“, wie Schäfer erklärte, bis 2026 deutlich steigern will, soll das Angebot an Verbrennern massiv ausdünnen. „Wir konzentrieren uns in Zukunft auf unsere Kernmodelle und vereinfachen in den nächsten zehn Jahren spürbar unser Modellangebot und die Paketierung“, so Schäfer. „In jedem Segment, in dem wir antreten, wollen wir unserem Leading-Volume-Anspruch gerecht werden, getreu dem Motto: Weniger machen, dafür richtig.“

Für die E-Auto-Offensive hat VW auch große Pläne für die Produktion von Batteriezellen und will bis 2030 insgesamt sieben oder acht Batteriefabriken weltweit bauen. Ende Juli legte der Autokonzern den Grundstein für eine erste Batteriefabrik in Salzgitter. Obwohl die Wolfsburger damit einen offiziellen Abschied vom Verbrenner in Europa festgelegt haben, wird VW außerhalb des Kontinents auch nach 2033 noch Verbrenner verkaufen. „Weltweit bleiben wir mit unserer robusten Doppelstrategie flexibel“, so Schäfer. „Die besten Verbrenner und E-Modelle - wir liefern, was Kunden und Märkte wollen.“

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