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„Und Tschüss Verbrenner“: Facebook-Nutzer freut sich auf Muskel-E-Auto – Netz ist skeptisch 

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Von: Julian Baumann

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Auf Facebook freut sich ein Nutzer auf das angekündigte elektrische Muscle-Car von Dodge, das einen Höllensound haben soll. Andere User sind dagegen weniger überzeugt.

Stuttgart - Dass die großen Autokonzerne wie Mercedes-Benz, BMW oder auch Ford und General Motors ihren Fokus auf die E-Mobilität setzen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Inzwischen versuchen sich aber auch Nischenhersteller an elektrischen Fahrzeugen. Nach dem immensen Erfolg des vollelektrischen Sportwagens Taycan von Porsche hat auch Konzern-Schwester Lamborghini ein E-Auto angekündigt und selbst Ferrari will bis 2025 bereit für das E-Auto-Zeitalter sein. Zwar regt sich gegen die E-Mobilität nach wie vor von Teilen der Autofahrer massive Kritik, die elektrischen Modelle haben in Sachen Leistung und Geschwindigkeit in den vergangenen Jahren aber deutlich zugelegt.

Leistungsstarke Sportwagen zu elektrifizieren ist für viele aber noch immer ein Novum und dass auch die röhrenden amerikanischen Muscle-Cars zum Stromer werden könnten, dürfte für Fans gar an Blasphemie grenzen. Modelle wie der Charger oder der Challenger von Dodge stehen als Paradebeispiel für amerikanische Autopower und röhrende V8-Motoren. Das Unternehmen, das inzwischen zum internationalen Autokonzern Stellantis gehört, hat aber tatsächlich ein erstes E-Auto für 2024 angekündigt, das in Sachen Power und Sound den Verbrennern in nichts nachstehen soll. In einem Facebook-Forum zeigt sich ein Nutzer davon überzeugt, andere User sehen ein E-Auto von Dodge dagegen skeptisch.

Dodge Charger als E-Auto?: „Wenn der nach Deutschland kommt, hole ich ihn mir“

Ein Muscle-Car als E-Auto klingt zugegebenermaßen sehr ungewöhnlich. Dodge hatte ein zuvor schlicht „eDodge“ genanntes Konzeptauto aber bereits im Jahr 2021 am Rande einer Veranstaltung von Mutterkonzern Stellantis vorgestellt. Im August 2022 wurde der US-Autobauer konkreter: Der Nachfolger des Dodge Charger wird elektrisch, mit dem „ersten E-Auto-Auspuff der Branche“ und einem Höllensound. In einer Pressemitteilung vom 3. Januar kündigte Stellantis die finale Version des ersten elektrischen Dodge-Modells für 2024 an und versprach einen Sound so laut wie beim Hellcat-V8-Motor. Davon zeigte sich in einer Facebook-Gruppe auch ein Nutzer überzeugt, der zuvor möglicherweise noch seine Zweifel in Bezug auf E-Autos hatte.

Das Konzeptauto Dodge Charger Daytone SRT der US-Automarke Dodge.
Der Dodge Charger Daytona SRT soll so laut sein wie die klassischen Musclecars der Marke – aber vollelektrisch. © Dodge/Stellantis

„Und tschüss Verbrenner“, schrieb der Nutzer. „Wenn der nach Deutschland kommt, hole ich ihn mir.“ Tatsächlich hatten einige der E-Auto-Kritiker oftmals den „fehlenden“ Sound der Modelle bemängelt, der für viele das Fahrvergnügen deutlich schmälerte. Porsche will dieses Ärgernis bei E-Autos aber abschaffen. Mit einem E-Auto-Auspuff, der den elektrischen Dodge Charger tatsächlich so laut macht – die Rede ist von 126 Dezibel – wie das Verbrenner-Pendant, könnten die US-Amerikaner tatsächlich auch Muscle-Car-Fans von E-Autos überzeugen. „Zumindest kann man dann die E-Summsen nicht mehr überhören und davonlaufen“, zeigt sich im Facebook-Forum ein anderer Nutzer aber weniger begeistert.

Netz spottet über E-Auto von Dodge: „Überdimensionierte rollende Schwanzverlängerung“

Während Fans von röhrenden V8-Motoren von einem künstlichen Höllensound in E-Autos möglicherweise eher zu einem Umstieg angeregt werden, sehen andere dagegen genau in diesem Feature ein Ärgernis. „Ah, eine überdimensionierte rollende Schwanzverlängerung für Soziopathen, die andere Menschen terrorisieren müssen, damit sie sich weniger erbärmlich fühlen“, kommentiert ein User deutlich. „Hoffen wir, dass sowas nie nach Deutschland kommt!“ Tatsächlich ist ein Geräuschpegel von 126 Dezibel nicht ungefährlich, da selbst startende Düsenflugzeuge oder Explosionen meist mit rund 120 Dezibel bemessen werden. Auch die Verbrenner-Modelle von Dodge haben es in Deutschland aufgrund des extremen Sounds bei der TÜV-Prüfung oftmals nicht leicht.

„Die Maximallautstärke für Pkw liegt noch immer bei 74 Dezibel, beziehungsweise 75 Dezibel für leistungsstarke Autos“, erklärt ein Sprecher von TÜV Süd auf BW24-Anfrage. „Bei geländegängigen Fahrzeugen mit G-Kennzeichen sind bis zu 76 Dezibel erlaubt.“ Dementsprechend würde der elektrische Dodge nach den bisherigen Angaben die Lautstärkegrenze um fast das doppelte überschreiten.

Ein User kommentiert, dass er eben aufgrund der geringen Lautstärke ein E-Auto fahre. „Die meisten Menschen finden laute Autos nicht toll“, schreibt er. Dass E-Autos aufgrund des fehlenden Motorensounds besonders für Kinder oder auch ältere Menschen im Straßenverkehr eine Gefahr darstellen, ist auch den Herstellern bewusst. Ob ein E-Auto aber unbedingt so laut röhren muss, wie ein Verbrenner-Muscle-Car, ist die andere Frage.

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