1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

„Mörderische Technik“: Tesla-Autopilot in Europa möglicherweise unzulässig

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Fahrzeuge des Models 3 stehen vor der Tesla Fabrik.
Das Kraftfahrtbundesamt leitete ein Prüfverfahren gegen den US-Autobauer Tesla ein. © Ding Ting/dpa

Eine Funktion des Tesla-Autopilots ist in Europa möglicherweise nicht zulässig. Das Kraftfahrtbundesamt hat ein Prüfverfahren gegen den E-Autobauer eingeleitet.

Stuttgart - Das autonome Fahren ist schon lang keine Zukunftsmusik mehr. Mehrere namhafte Autohersteller arbeiten seit einiger Zeit daran, ihre Modelle immer selbstständiger zu machen. Mercedes-Benz hat als erster Autobauer die Freigabe für das autonome Fahren der Stufe 3 bekommen. Autos von Mercedes-Benz dürfen vollautonom auf der Autobahn fahren. Der „Drive Pilot“ des Stuttgarter Traditionskonzerns gilt als der fortschrittlichste Autopilot der Welt. Der E-Auto-Pionier Tesla hinkt in diesem Bereich den europäischen Konzernen deutlich hinterher, CEO Elon Musk kündigte jedoch Besserung an.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 15.07.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Nun hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) ein Prüfverfahren gegen das US-Unternehmen Tesla eingeleitet. Grund dafür ist die elektronische Spurwechselfunktion, die der Hersteller für bestimmte Modelle als Zubehör anbietet. Deshalb könnte der Autopilot von Tesla in Europa nicht zulässig sein, berichtet die Bild am Sonntag.

Tesla-Autopilot soll geprüft werden: Spurwechselassistent möglicherweise unzulässig

Der Autopilot von Tesla steht schon seit längerer Zeit in der Kritik. Manche Kritiker sind der Meinung, die Bezeichnung „Autopilot“ sei übertrieben, da der Fahrassistent nicht wirklich das Steuer übernehmen könne. Der nun zur Prüfung stehende elektrische Spurwechselassistent soll laut Tesla „das Fahrzeug auf die optimale Fahrspur bringen, um es auf Einmündungen und Ausfahrten vorzubereiten und langsamere Fahrzeuge zu überholen.“

Eben deshalb soll der Assistent von Tesla nun aber einer Prüfung unterzogen werden. „Einige Fahrzeuge des Herstellers Tesla verfügen über eine elektronische Spurwechselfunktion, die in Europa möglicherweise nicht zulässig ist“, sagte ein Sprecher des Kraftfahrtbundesamts der Bild am Sonntag. Im Rahmen der Überprüfung stehe man sowohl mit dem Autobauer, als auch mit der niederländischen Kfz-Zulassungsbehörde RDW in Verbindung.

Tesla-Autopilot kürzlich wegen unvermitteltem Bremsvorgang in der Kritik

Das Kraftfahrtbundesamt ist nicht die erste Verkehrsbehörde, die den Tesla-Autopiloten in letzter Zeit einer Prüfung unterzieht. Erst vor wenigen Wochen hat die US-Verkehrsaufsicht eine Überprüfung eingeleitet, berichtet der Stern. Grund dafür war, dass in den vergangenen neun Monaten insgesamt 354 Beschwerden von Tesla-Fahrern vorlagen, deren Modelle plötzlich und unerwartet vom Autopiloten gebremst wurden. Von der Untersuchung betroffen sind 416.000 Tesla Model 3 und Y aus den Jahren 2021 und 2022.

In den sozialen Medien löste die Ankündigung einer Untersuchung gegen den US-Autobauer Tesla und dessen Autopiloten eine Debatte aus. „Die Funktion taugt nichts, nach einem Test würde ich das mit dem aktuellen Reifegrad niemals fahren“, schreibt ein User. „Mörderische Technik“, kommentiert ein anderer. „Wer zahlt bei einem Unfall, wer ist schuld?“. Andere Nutzer verteidigen den US-Hersteller jedoch. „Traurig, dass die EU so rückständig ist“, schreibt einer. „Aber dann müssten auch andere Autohersteller die Spurwechselfunktion deaktivieren.“

Auch interessant

Kommentare