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Sono Motors kämpft um Zukunft von Solar-E-Auto: Netz spottet – „kann die Märchen nicht mehr hören“ 

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Von: Julian Baumann

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Das Münchner Unternehmen Sono Motors kämpft aktuell um die Zukunft seines Solar-E-Autos „Sion“. Im Netz spotten die Nutzer über das Projekt.

Stuttgart/München - E-Autos, genauer gesagt batterieelektrische Fahrzeuge, gelten als Zukunft der Mobilität. Während die meisten namhaften Autohersteller auf klassische E-Autos setzen, die an Ladesäulen aufgeladen werden können, ist auch die Solartechnologie als Energielieferant im Gespräch. Das Münchner Start-up Sono Motors enthüllte im vergangenen Jahr das erste serienreife Solar-E-Auto. Der „Sion“ sollte ursprünglich im zweiten Halbjahr 2023 in die Produktion gehen, seitdem hatte das Unternehmen aber immer wieder Probleme und war auf weitere Finanzspritzen angewiesen. Ende 2022 kam dann die Hiobsbotschaft für das engagierte Projekt aus der bayerischen Landeshauptstadt.

Das Solar-E-Auto aus München steht vor dem Aus, doch Sono Motors startete noch eine letzte Rettungsaktion. Um die finanzielle Lücke zu schließen und die Produktion des „Sion“ doch noch in die Realität umsetzen zu können, startete das Unternehmen im Dezember die 50 Tage andauernde Reservierungs-Kampagne #savesion. Ziel der Kampagne ist die Reservierung von 3.500 Sion für einen reduzierten Endpreis von 27.000 Euro. In etwas mehr als zwei Tagen (Stand: 24. Januar 2023) läuft die Kampagne von Sono Motors für die Rettung des Sion aus. Im Netz haben die User wenig Hoffnungen.

Solar-E-Auto „Sion“: Reservierungs-Kampagne läuft in zwei Tagen ab – nicht einmal die Hälfte des Ziels erreicht

Die Vorstellung eines ersten serienreifen Solar-E-Autos aus Deutschland erweckte im Juli 2022 durchaus ein großes Medienecho. Zeitweise war das Unternehmen aus München, das eigentlich Solarlösungen herstellt, mit einer halben Milliarde Euro an der Börse notiert. Nach mehreren Finanzspritzen, die offenbar dennoch nicht genug waren, begannen die Investoren aber langsam die Geduld zu verlieren. „Wir haben es nicht geschafft, den Investoren zu erklären, warum der Sion das Potenzial zum ersten erschwinglichen Solar-Elektroauto der Welt hat“, schrieben die Gründer Jona Christians und Laurin Hahn in einem Statement von Ende Dezember. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten aber bereits 21.000 Kunden den Sion reserviert.

Zwei Prototypen des „Sion“, einem solarbetriebenen E-Auto, fahren auf einer Straße.
Die Rettungskampagne für das Solar-E-Auto „Sion“ läuft allmählich aus. Im Netz spotten die User über das Projekt aus München. © Sono Motors

Da eine reine Reservierung keine Geldmittel in die Taschen des Start-ups spülte, sollen die Kunden im Rahmen der Reservierungskampagne gleich für den Sion bezahlen und erhalten dadurch einen Preisnachlass von 3.000 Euro. Ein Auto kostenpflichtig zu bestellen, obwohl es noch überhaupt kein Serienmodell gibt, ist für viele Kunden aber wohl weniger verlockend. Wie auf der Homepage von Sono Motors zu sehen ist, läuft die Zeit für den Sion Ende Januar 2023 aus. Zum aktuellen Zeitpunkt (24. Januar, 11:45 Uhr) haben aber erst 1.536 Kunden einen Sion vorbestellt, was weniger als der Hälfte des finalen Ziels entspricht.

Netz spottet über Projekt von Sono Motors: „Die müssen erstmal ein paar Autos bauen“

Da für das Erreichen des Kampagnenziels noch rund 2.000 Vorbestellungen innerhalb von etwas mehr als zwei Tagen benötigt werden, sieht es für den Sion von Sono Motors eher düster aus. In einer Facebook-Gruppe für die E-Mobilität haben die User ebenfalls keine Hoffnungen mehr und ärgern zudem über die gemachten – und unerfüllten – Versprechen des Unternehmens. Ursprung der Diskussion ist die Frage einer Userin, ob es für den Sion bereits Händler in Österreich gebe. „Ernsthaft jetzt?“, reagiert ein anderer Nutzer auf die Frage. „Die müssen erstmal ein paar Autos bauen, die man auch verkaufen kann.“

„Was willst du von einem Händler wissen?“, regt sich der User weiter auf. „Ich kann diese Sion-Märchen echt nicht mehr hören.“ Ein weiterer Nutzer fragt ebenfalls, warum nach einem Händler gefragt werde, obwohl es noch keinen Produzenten für das Solar-E-Auto gebe. „Du kannst den online vorbestellen“, erklärt ein Mitglied der Facebook-Gruppe. „Du kannst das Geld aber auch gleich zum Heizen verwenden.“ Im Rahmen des Projektes „Sion“ hatte das aufstrebende Start-up Sono Motors mehrere Millionen Euro an Fördergeldern gesammelt, bislang aber noch nichts vorzuweisen. Sollte das Projekt scheitern, wonach es aktuell aussieht, will sich Sono Motors wieder auf das Kerngeschäft fokussieren.

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