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Tesla blamiert Mercedes-Flaggschiff EQS bei E-Auto-Test in einer Kategorie

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Von: Julian Baumann

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Ein EQS von Mercedes-Benz bei der Wintererprobung im Schnee.
Bei einem E-Auto-Test musste sich das Mercedes-Flaggschiff EQS in einer Kategorie dem Tesla Model 3 geschlagen geben. © Mercedes-Benz AG - Global Communications

Der EQS der Mercedes-Benz AG ist eines der leistungsstärksten E-Autos überhaupt. Bei einem Test blamierte sich das Flaggschiff aber in einer Kategorie.

Stuttgart/Oslo - Im vergangenen Jahr leitete die Daimler AG mit der Weltpremiere der vollelektrischen S-Klasse EQS eine neue Ära bei dem Autobauer aus Stuttgart ein. Die Luxuslimousine der Mercedes-Benz AG ist eines der leistungsstärksten E-Autos überhaupt. Bei einem Test musste sich die Luxus-Limousine in einer Kategorie aber einem deutlichen günstigeren Modell des großen Konkurrenten Tesla geschlagen geben.

Das norwegische Pendant zum deutschen Automobilclub ADAC, NAF, unterzog mehreren E-Auto-Modellen einem Kältetest. Konkret wurden die Stromer dahingehend getestet und verglichen, wie sich niedrige Temperaturen auf die elektrische Reichweite auswirken. Unter anderem wurde eben auch der EQS der Mercedes-Benz AG diesem Test unterzogen. Das Luxusmodell aus Stuttgart schnitt dabei deutlich schlechter ab, als beispielsweise das Model 3 von Tesla, berichtet das Portal efahrer.chip.de.

Mercedes-Benz AG: E-Flaggschiff EQS lässt bei Kälte und Minustemperaturen gegenüber Tesla Federn

Die E-Limousine EQS der Mercedes-Benz AG ist das erste Modell, das auf einer eigens konstruierten E-Auto-Architektur basiert. Die vorherigen E-Autos von Mercedes-Benz, die SUVs EQA und EQC, basierten dagegen auf umgerüsteten Verbrenner-Architekturen. Mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 870 Kilometern, je nach Fahrstil und Ausstattung, ist der EQS eines der leistungsstärksten E-Autos überhaupt. Die im Vergleich zu herkömmlichen Verbrenner-Modellen noch immer geringen Reichweiten der E-Autos sind für viele Skeptiker ein Argument, das gegen eine weitreichende Durchsetzung der Stromer spricht.

Bei dem Kältetest des Automobilclubs NAF wurden insgesamt 31 E-Autos getestet und miteinander verglichen. Die Autos starteten in der norwegischen Hauptstadt Oslo ohne vorheriges Vorheizen, aber mit einer voll geladenen Batterie, berichtet efahrer.chip.de. Bei durchschnittlichen Temperaturen zwischen 0 und -10 Grad wurde auf verschneiten Straßen getestet, wie weit die batteriebetriebenen Modelle mit ihrer Kapazität fahren können. Bei normalen Bedingungen hat der EQS der Mercedes-Benz AG eine höhere Reichweite als das Model 3 von Tesla in der sogenannten Long-Range-Version. Im Test von NAF musste der Luxus-Stromer allerdings deutlich Federn lassen.

Mercedes-Benz AG: EQS verliert laut Test bei Kälte rund 20 Prozent der Reichweite

Der Kältetest von NAF wurde mit dem EQS 580 4Matic der Mercedes-Benz AG durchgeführt. Laut der Berechnung der WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) hat diese Version des Mercedes-Flaggschiffs eine elektrische Reichweite von 645 Kilometern. Bei Temperaturen von -10 Grad schaffte das E-Auto allerdings nur noch eine maximale Reichweite von 513 Kilometern. Im Vergleich zu anderen batteriebetriebenen Autos ist das zwar noch immer beeindruckend, aber auch ein Verlust von mehr als 20 Prozent.

Der große Unterschied zwischen dem EQS der Mercedes-Benz AG und dem Tesla Model 3 ist der Preis. Der EQS kostet in der getesteten Version etwa 135.000 Euro, das Model 3 ist dagegen bereits ab 56.000 Euro zu haben. Beim Kältetest von NAF schnitt das günstigere US-Modell im direkten Vergleich deutlich besser ab. Statt der WLTP-Reichweite von 614 Kilometern kam das Tesla Model 3 Long Range auch bei Temperaturen von -10 Grad noch auf 521 Kilometer und damit weiter als jedes andere getestete E-Auto, berichtet efahrer.chip.de. Den deutlichsten Reichweitenverlust verzeichnete NAF aber beim Skoda Enyaq iV80, der statt 509 nur noch 347 Kilometer schaffte - ein Verlust von knapp 32 Prozent.

Mercedes-Benz AG: EQA und EQB ebenfalls mit deutlichem Reichweitenverlust bei Kälte

Beim Kältetest in Norwegen waren neben dem EQS und dem Tesla Model 3 noch weitere Modelle der Mercedes-Benz AG und von Tesla dabei - auch eine Version des Taycan der Porsche AG nahm teil. Die Mercedes-SUVs mussten bei den Minusgraden ebenfalls deutliche Verluste verzeichnen, der Porsche reihte sich im oberen Bereich der Liste ein.

E-Auto-ModellWLTP-ReichweiteReichweite bei -10 GradVerlust in Prozent
Mercedes-Benz EQA 250401 Kilometer331 Kilometer17,46 Prozent
Mercedes-Benz EQB 350407 Kilometer315 Kilometer22,60 Prozent
Porsche Taycan Cross Turismo456 Kilometer402 Kilometer11,84 Prozent
Tesla Model Y Long Range507 Kilometer451 Kilometer11,05 Prozent
Tesla Model 3 Short Range448 Kilometer346 Kilometer22,87 Prozent

(Quelle: NAF/Motor.no)

Obwohl die Modelle von Tesla zumindest in der Long-Range-Version bei Kälte besser abschneiden als die Modelle von Mercedes-Benz, lässt sich bei dem Test von NAF ein Reichweitenverlust bei allen E-Autos feststellen. Mit E-Autos sollte im Winter darauf geachtet werden, welche Gefahren bei Eiseskälte drohen.

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