1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

Mercedes, BMW und Audi von Kürzung der E-Auto-Prämie besonders betroffen - „Ampel gefährdet Arbeitsplätze“

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Ein EQC von Mercedes-Benz fährt durch einen Tunnel.
Von der Kürzung der E-Auto-Prämie sind Mercedes-Benz, BMW und Audi laut Regierungsangaben besonders betroffen. © Daimler AG - Global Communications

Ab 2024 soll der Umweltbonus für E-Autos deutlich gekürzt werden. Davon sind laut einem Bericht vor allem die deutschen Premiumhersteller betroffen.

Stuttgart - Beim Bestreben nach einem CO2-neutralen Straßenverkehr sollen Autofahrer von einem Umstieg auf E-Autos überzeugt werden. Für diesen Anlass gibt es in Deutschland beim Kauf eines teil- oder vollelektrischen Fahrzeugs eine Förderung vom Staat, die bis zu 9.000 Euro ausmachen kann. Ab 2023 bekommen E-Auto-Käufer für bestimmte Modelle allerdings keine Prämie mehr. Die Reform der staatlichen Förderung durch die Ampelkoalition traf bereits auf einige Kritik. Laut einer Studie befürworten die Deutschen aber die Abschaffung der E-Auto-Prämie.

Bereits ab kommendem Jahr soll die E-Auto-Prämie nur noch für Modelle ausgezahlt werden, die nachweislich zum Klimaschutz beitragen. Ab 2024 sollen dann nur noch Fahrzeuge gefördert werden, die günstiger als 45.000 Euro sind. Mercedes-Benz besinnt sich aktuell wieder stärker auf den Luxus und auch BMW und Audi verfolgen eine ähnliche Strategie. Laut Regierungsangaben wirkt sich die geplante Kürzung der Umweltprämie für E-Autos für die deutschen Premiumhersteller demnach besonders negativ aus.

Mercedes-Benz, BMW, Audi: Zahl der förderfähigen E-Auto-Modelle sinkt ab 2024 deutlich

Mit der Begrenzung der Förderung auf Modelle unter einem Neuwagenwert von 45.000 Euro sinkt die Zahl an förderfähigen Modellen drastisch. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des CSU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange hervorgeht, sind nur noch ein Bruchteil der angebotenen E-Autos von Mercedes-Benz, BMW und Audi ab 2024 förderfähig, wie die Augsburger Allgemeine laut einem Vorabbericht am Freitag, 26. August, über das ihr vorliegende Schreiben berichtete. Bei Mercedes-Benz sinkt die Zahl der förderfähigen Modelle von derzeit 40 auf sieben, bei BMW von 47 auf zwei und bei Audi von 13 auf fünf.

Die Vorteile der staatlichen Förderung kommt ab 2024 demnach vor allem den Herstellern zugute, die günstige E-Autos anbieten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bleiben bei Herstellern wie Hyundai, Seat oder Kia sogar alle aktuell verfügbaren Elektromodelle förderfähig. „Statt eine verkehrspolitische Gesamtstrategie für klimafreundlichen Individualverkehr vorzulegen, gefährdet die Ampel mit ihrer Wirtschaftspolitik einseitig Arbeitsplätze in der deutschen Schlüsselindustrie“, kritisierte CDU-Politiker Ulrich Lange die Entscheidung. Auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer warnte jüngst vor der Verringerung der E-Auto-Prämie.

E-Auto-Prämie ab September 2023 nur noch für Privatpersonen

Für 2023 und 2024 sind insgesamt 3,4 Milliarden Euro für die Förderung der E-Mobilität vorgesehen. Sobald diese Summe aus dem Haushalt ausgeschöpft sind, soll der Zuschuss komplett entfallen. Plug-in-Hybrid-Modelle sollen bereits ab kommendem Jahr keine Förderung mehr erhalten. Experten erwarteten bereits, dass der derzeitige E-Auto-Boom durch die Kürzung der Prämie zumindest abgebremst wird. Für den Plan der Ampel-Koalition, die bis 2030 rund 15 Millionen E-Autos anpeilt, dürfte dieser Effekt eigentlich nicht von Vorteil sein.

Zusätzlich zur Kürzung der E-Auto-Prämie soll sich ab September 2023 noch ein weiterer Aspekt der Verordnung ändern, die für die Premiumhersteller deutlich Folgen haben könnte. Ab dann soll die Förderung nämlich nur noch privaten Kunden ausgezahlt werden. Bisher waren bei Mercedes-Benz allerdings 78 Prozent der geförderten Fahrzeuge nicht privat genutzt, bei BMW rund 66 und bei Audi 71 Prozent.

Auch interessant

Kommentare