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Start-up stellt Wasserstoff-Supersportwagen vor und liefert Infrastruktur-Lösung gleich mit

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Von: Julian Baumann

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Der wasserstoff-elektrische Supersportwagen XP-1 des Unternehmens Hyperion Motors fährt auf einer Straße.
Der Wasserstoff-Supersportwagen XP-1 verspricht eine beeindruckende Reichweite und Leistung. © Hyperion Motors

Das Start-up Hyperion Motors hat einen besonders leistungsstarken Wasserstoff-Supersportwagen präsentiert. Dafür haben die US-Amerikaner einen völlig neuen Antrieb entwickelt.

Stuttgart/Los Angeles - E-Autos, genauer gesagt batterieelektrische Fahrzeuge, gelten allgemein als Zukunft der Mobilität, auf die mit Tesla, Mercedes-Benz und Co. auch die großen Autokonzerne setzen. Selbst in der Welt der Sportwagen sind die Stromer bereits angekommen. Porsche hat mit dem vollelektrischen Taycan eindrucksvoll vorgelegt und Ferrari will bis 2025 ebenfalls bereit für das E-Auto-Zeitalter sein. Die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle wurde von den meisten großen Herstellern inzwischen wieder aufgeben, Start-ups halten jedoch an dem Wasserstoff-Elektro-Antrieb fest.

Auf der Los Angeles Auto Show stellte das Start-up Hyperion Motors aus Columbus, Ohio mit dem XP-1 einen Wasserstoff-Supersportwagen vor, der es auf dem Papier mit den leistungsstärksten E-Autos auf dem Markt aufnehmen kann. Der von vier Elektromotoren angetriebene Bolide soll laut der Seite des Unternehmens eine Höchstgeschwindigkeit von 356 Kilometern pro Stunde erreichen und in 2,2 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen.

Hyperion XP-1 soll „das erste Wasserstoff-elektrische Modell mit Reichweite über 1.000 Meilen“ sein

Das Technologie-Start-up Hyperion Motors wurde im Jahr 2011 gegründet und entwickelt vorrangig Wasserstoff-Batteriezellen und Energiespeicher für Ladestationen, Autos und auch Weltraumeinsätze. Der Prototyp des XP-1 wurde erstmals im Jahr 2020 vorgestellt und soll laut dem Unternehmen, „das erste Wasserstoff-elektrische Modell mit einer Reichweite von über 1.000 Meilen“ sein. Um auf diese Reichweite und die bereits genannte Leistung zu kommen - laut der Website hat der XP-1 über 2.000 PS - entwickelte das Unternehmen dem Portal elective.net zufolge einen speziellen Antrieb, der auf einen Lithium-Ionen-Speicher als Pufferbatterie verzichtet.

Stattdessen finden sich an Bord des Wasserstoff-Supersportwagens neben einem wasserstoffbasierten Brennstoffzellen-System und Kohlefaser-Wasserstofftanks Superkondensatoren anstelle von Batterien. Basis des elektrischen Boliden ist eine von Hyperion selbst entwickelte Plattform, die „Surfboard“ genannt wird. Dieser Begriff ist offenbar eine Anspielung auf die Plattformen der batterieelektrischen Fahrzeuge, deren Form oftmals mit einem Skateboard verglichen wird. Mit den genauen technischen Daten hält sich Hyperion noch zurück, die Form des H2-Sportwagens erinnert aber tatsächlich an Supersportwagen mit Verbrennungsmotor - beispielsweise an den Bugatti Veyron - wirkt nur sehr viel futuristischer.

Start-up kündigt mit H2-Supersportwagen auch mobile Stationen für Wasserstoff- und E-Autos an

Während das Pariser Start-up Hopium den Wasserstoffantrieb mit H2-Luxusautos marktreif machen will, sollen von dem XP-1 von Hyperion nur 300 Exemplare in den USA gefertigt werden. Der Preis des erst vorgestellten Supersportwagens mit Wasserstoffantrieb steht noch nicht fest, dürfte aber in einem ähnlichen Rahmen wie bei anderen Hypercars liegen. Da Hyperion Motors wie bereits erwähnt hauptsächlich Batteriezellen und Energiespeicher herstellt, haben die US-Amerikaner für die größte Kritik am Wasserstoffantrieb bei der LA Auto Show gleich eine Lösung mitgeliefert.

Während die Infrastruktur an Ladepunkten für die klassischen E-Autos immer weiter ausgebaut wird, sind Wasserstoff-Tankstellen noch nahezu überhaupt nicht vertreten. Hyperion hat in Los Angeles elective.net zufolge neben dem XP-1 auch die Einführung sogenannter Hyper:Fuel Mobile Stations angekündigt. Dabei handelt es sich um mobile Energiestationen, die sowohl einen Wasserstoffspender für Brennstoffzellen-Fahrzeuge, als auch ein Schnellladegerät für batterieelektrische Modelle beinhalten sollen. Hyperion will bereits ab 2023 in Kooperation mit Partnern mit dem Ausbau eines Wasserstoff-Ladenetzes beginnen. Wann der H2-Supersportwagen XP-1 in die Produktion geht, ist bislang noch nicht bekannt.

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