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„Nimm das, Elon Musk“: Ford-Chef provoziert Tesla im Kampf um E-Auto-Marktanteile

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Von: Julian Baumann

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Jim Farley, CEO der Ford Motor Company, spricht bei einer Veranstaltung zur Vorstellung des neuen vollelektrischen Pickup-Trucks F-150 Lightning.
Ford-Chef Jim Farley sieht sein Unternehmen im Bereich der elektrischen Pick-ups deutlich weiter als Tesla. Der F-150 Lightning ist Marktführer. © Dominick Sokotoff/dpa/ZUMA Wire

Ford-Chef Jim Farley sieht sich dem Branchenprimus Tesla in einem Bereich weit voraus. Mit dem elektrischen Pick-up F-150 Lightning ist das Unternehmen Marktführer.

Stuttgart/Detroit - Der Autohersteller Tesla mit Sitz in Austin (Texas) gilt als Zugpferd des derzeitigen E-Auto-Booms. Da batterieelektrische Fahrzeuge als Zukunft der Mobilität angesehen werden, müssen sich nicht nur die deutschen Traditionskonzerne Mercedes-Benz, BMW und VW mit Tesla messen lassen, sondern auch die großen US-Konzerne Ford und General Motors. Ford-Chef Jim Farley erwartet sinkende Produktionspreise für E-Autos und rechnet deshalb mit einem „großen Preiskrieg“ bei den E-Autos.

Tesla hat auf dem US-Markt für E-Autos zwar einen Marktanteil von 75 Prozent, das Unternehmen von Elon Musk produziert bislang aber hauptsächlich klassische Automodelle und hat den Marktstart eines ersten elektrischen Lastwagens kürzlich erneut verschoben. Der Hersteller Ford mit Sitz in Dearborn (Michigan) nahe der US-Großstadt Detroit, in der auch General Motors seinen Hauptsitz hat, produziert neben E-Autos aber auch elektrische Pick-ups. Bei diesen Fahrzeugmodellen, die in den Vereinigten Staaten besonders beliebt sind, sieht sich Ford-Chef Jim Farley deutlich weiter als Tesla.

Tesla gibt bei E-Autos den Ton an - Ford ist aber bei elektrischen Pick-ups Marktführer

Im Zuge der Transformation zur E-Mobilität werden nicht nur Pkw zunehmend elektrifiziert. Lkw-Hersteller Daimler Truck setzt beispielsweise auf Elektro und Wasserstoff und Porsche will eigene E-Bike-Antriebe entwickeln. Auf dem US-Automarkt haben die beiden Großkonzerne General Motors und Ford sowie auch Newcomer Rivian elektrische Pick-ups im Sortiment und sind damit sehr erfolgreich. Der F-150 Lightning von Ford ist im Bereich der elektrischen Pick-ups nur wenige Wochen nach dem Verkaufsstart Marktführer und selbst die Lieferprobleme und die Inflation mindern die Nachfrage nach dem Modell nicht.

Als Argument könnte man natürlich anführen, dass Pick-up-Trucks nur einen Fahrzeugtyp abdecken und Tesla im Bereich der E-Autos auch weiterhin den Bereich der gängigen Pkws abdeckt, Ford-Chef Farley ist da aber offenbar anderer Meinung. „Wir sind bei Ford wirklich auf einer Mission, eine elektrische und digitale Revolution für viele anzuführen, nicht für wenige“, erklärte er The Verge zufolge vergangene Woche in Bezug auf die Tesla-Modelle. „Und ich muss sagen, dass dieser wunderbare Lightning für uns bei Ford ein leuchtendes Beispiel ist und bereits der führende Pick-Up-Truck mit Elektroantrieb in unserer Branche in den Vereinigten Staaten ist.“

Ford-Chef Jim Farley stichelt gegen Elon Musk - der reagiert auf Twitter

Dass der F-150 Lightning von Ford bei den elektrischen Pick-ups Marktführer ist und auch das erste Modell dieser Art, den R1T von Rivian, weit hinter sich ließ, verleitete Jim Farley zu einer Kampfansage an den Tesla-Chef. „Nimm das Elon Musk“, sagte er und bezog sich damit offenbar darauf, dass Musk in Bezug auf den angekündigten Tesla-Cybertruck immer wieder auf den F-150 Lightning verwiesen hatte. Der Cybertruck müsse sich am Erfolg des Ford-Modells messen lassen, habe der reichste Mann der Welt erklärt.

Den futuristisch anmutenden Cybertruck hat Tesla bereits für das Jahr 2019 angekündigt und seitdem mehrfach verschoben. Wie groß die Erwartungshaltung an den elektrischen Lastwagen bereits ist, zeigen auch die vielen Vorbestellungen. Kürzlich dämpfte Elon Musk die Vorfreude allerdings und erklärte, der Cybertruck werde später auf den Markt kommen und auch teurer werden, als zuvor angegeben. Eine Antwort auf die Stichelei des Ford-Chefs konnte er sich aber nicht verkneifen. „Prototypen sind leicht, die Produktion ist schwer“, schrieb der Tesla-Boss auf Twitter. „Einen positiven Cashflow zu erzielen, ist quälend.“

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