1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

Aufbruch ins E-Auto-Zeitalter: Ferrari will bis 2025 erreichen, was Porsche bereits gelungen ist

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Der Sportwagen 812 Competizione von Ferrari steht auf einer Rennstrecke.
Ferrari gilt als Inbegriff für kraftvolle und leistungsstarke Verbrenner. 2025 wollen die Italiener beweisen, das sie auch E-Autos können. © Ferrari N. V.

Dass Sportwagen auch mit Elektromotoren funktionieren, hat Porsche bereits bewiesen. Bis 2025 will auch Ferrari bereit für das neue Zeitalter sein.

Stuttgart/Maranello - Wer an Sportwagen denkt, denkt wohl in erster Linie an hohe Leistungen, viel Power und auch an einen eindrucksvollen Motorensound. Dass Sportwagen auch mit einem leisen Elektromotor funktionieren können, hat Porsche bereits mit dem Taycan demonstriert. Für die Stuttgarter Luxusschmiede war dieser Schritt zwar ein Risiko, der sich letztendlich aber auszahlte. Sogar Porsche-Chef Oliver Blume war vom Erfolg des Taycan überrascht. Als Luxusautomarken orientieren sich sowohl Porsche als auch Mercedes-Benz mit den neuesten Strategien am Erfolg des italienischen Autobauers Ferrari.

Der im Verhältnis zur Größe wertvollste und finanzstärkste Autohersteller der Welt setzte in seiner Geschichte niemals auf Masse, sondern priorisierte die Produktion und den Verkauf von hochwertigen und hochpreisigen Luxusmodellen. Diesem Vorbild folgen auch die beiden weltbekannten Autobauer aus Stuttgart, sie sind Ferrari dafür in einem anderen Zukunftsfeld weit voraus. Ferrari stand zwar bislang mit den leistungsstarken Zwölf- und Achtzylindermotoren als Inbegriff für den Verbrenner, kann sich dem E-Auto-Zeitalter aber auch nicht verwehren. Mit dem für 2025 angekündigten ersten vollelektrischen Modell muss Ferrari demnach etwas erreichen, was Porsche mit dem Taycan bereits gelungen ist: Einen E-Ferrari zu bauen, der wirklich ein Ferrari ist.

Ferrari-Aufsichtsratschef traf für Schritt ins E-Auto-Zeitalter eine kontroverse Entscheidung

Der Name Ferrari steht, vielleicht sogar noch vor Porsche, für den Inbegriff eines luxuriösen Sportwagens und für das sehr erfolgreiche Formel-1-Team, mit dem beispielsweise Michael Schumacher zur Legende wurde. Als Autohersteller sind die Italiener bislang keinen Trends der Industrie gefolgt, sondern haben sich stets auf ihre Stärken verlassen. Aufsichtsratschef John Elkann, der diese Position auch bei Autokonzern Stellantis innehat, sucht dem Manager Magazin zufolge inzwischen aber die Nähe zu Tesla-Boss Elon Musk. „Elkann wäre gern der Elon Musk Italiens“, soll ein Bekannter des Managers gesagt haben.

Von autonom fahrenden Autos, von denen Elon Musk seit langem träumt, hält man im Hause Ferrari offenbar wenig. „Das wäre wirklich traurig, einen autonom fahrenden Ferrari zu haben“, sagte Elkann bei einem Treffen mit Elon Musk bei der Italian Tech Week in Turin. In Bezug auf die Transformation zur E-Mobilität könnte sich Ferrari aber tatsächlich an Tesla orientieren, obwohl die Italiener in einer gänzlich anderen Liga spielen. Wie das Manager Magazin berichtet, hat Aufsichtsratschef Elkann für die Transformation des legendären Sportwagenherstellers eine kontroverse Entscheidung getroffen. Ins E-Auto-Zeitalter soll Ferrari vom ehemaligen ST Microelectronics-Chef Benedetto Vigna geführt werden.

Porsche, Lamborghini, Aston Martin: Ferrari wird bei erstem E-Sportwagen 2025 große Konkurrenz haben

Ein Manager aus der Halbleiterindustrie, ohne Erfahrung in der Autobranche, soll also den wertvollsten Autobauer der Welt in eine neue Ära führen. Gerade bei dem Umstieg von leistungsfähigen Sportwagen auf elektrische Pendants tut sich auch die Konkurrenz von Ferrari schwer. VW-Tochter Lamborghini hat als erstes E-Auto einen Crossover angekündigt, ein elektrischer Sportwagen der Italiener soll ebenfalls erst 2025 folgen. Bis dahin haben eben auch die Ingenieure in Maranello Zeit, um einen elektrischen Ferrari zu entwickeln, der dem „Cavallino rampante“ (deutsch: sich aufbäumendes Pferd) auch würdig ist. Bei der Transformation hat Ferrari laut dem Manager Magazin wenig zu gewinnen.

Im Bereich der Verbrenner ist die italienische Luxusschmiede wohl nur schwer zu schlagen. Durch den EU-Entscheid, ab 2035 nur noch klimafreundliche Neuwagen zu erlauben, muss aber sogar Ferrari umdenken. Das Vertrauen in Ferrari ist allerdings groß, und die Konkurrenz wohlbekannt. Neben dem bislang einzigen wirklichen Elektro-Sportwagen, dem Porsche Taycan, muss sich Ferrari im Jahr 2025 eben auch mit dem angekündigten E-Sportwagen von Lamborghini messen lassen und auch Aston Martin hat für diesen Zeitpunkt ein erstes Modell geplant. Zudem präsentierte Mercedes mit dem „Vision AMG“ einen Ausblick auf den „vollelektrischen Sportwagen der Zukunft“.

Auch interessant

Kommentare