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Facebook-Nutzer nennt „einzigen Nachteil“ von E-Autos: „Abkehr von Vertrautem erzeugt Ängste“

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Von: Julian Baumann

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Welche Nachteile haben E-Autos? Während Verbrenner-Fans dafür wohl eine ganze Liste füllen könnten, nennt ein Facebook-User nur einen einzigen Aspekt.

Stuttgart - Elektrisch betriebene Rasierer, Zahnbürsten oder auch Gartengeräte gehören zur Normalität, aber bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen scheiden sich noch immer die Geister. Weil ihm der Fahrspaß fehlte, stieg ein Tesla-Fahrer beispielsweise nach sechs Monaten wieder auf einen Verbrenner um. Ein E-Auto-Fahrer, der nach langer Zeit wieder Verbrenner fuhr, wunderte sich dagegen über die „Energieverschwendung“ beim Heizen. In einer E-Auto-Gruppe auf Facebook fragte ein Nutzer, ob es neben den positiven Berichten – die in einer auf die E-Mobilität spezialisierten Gruppe natürlich in der Überzahl sind – auch Nachteile von E-Autos gebe.

Als große Kritikpunkte an E-Autos wurden zu Beginn vor allem die limitierte Reichweite, das hohe Gewicht der Batterien und der mangelnde Motorensound angeführt. Das Problem mit Gewicht und Reichweite haben die Autohersteller durch immer fortschrittlichere Technik inzwischen aus der Welt geschafft und auch am Motorensound für die Stromer wird fleißig gearbeitet. Der elektrische Nachfolger des Dodge Charger soll so laut sein wie sein Verbrenner-Pendant. In besagter E-Auto-Gruppe auf Facebook führt ein Nutzer auf die Frage allerdings nur einen einzelnen Nachteil auf: die Angst der Menschen, das Vertraute aufgeben zu müssen.

E-Auto-Fahrer nennt „Fixierung auf Hubraum und Reichweite beim Verbrenner“ völlig irrelevant

Obwohl inzwischen nahezu alle namhaften Autohersteller auf die Produktion von E-Autos setzen, sind weltweit noch immer mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Umlauf. Der ehemalige VW-Chef Herbert Diess sagte: „Wer einmal elektrisch gefahren ist, will nie mehr zurück“ zum Verbrenner. Dennoch fällt einigen Autofahrern der Umstieg schwer und andere lehnen die vermeintlich neue Technologie weiterhin vehement ab. „Der einzige Nachteil am E-Auto ist die mentale Prägung auf ein Auto mit Verbrennungsmotor, weil dies uns seit über hundert Jahren bekannt und vertraut ist“, lautet deshalb auch die Meinung des Facebook-Nutzers auf die Frage nach Nachteilen der E-Mobilität.

Der elektrische Sportwagen Audi e-tron GT lädt an einer Säule von Ionity (gestellte Szene).
Laut einem Facebook-Nutzer ist die Angst, das Vertraute aufgeben zu müssen, der einzige Nachteil an E-Autos. Andere User kritisieren die langen Ladezeiten, finden aber auch viele positive Aspekte. © Audi AG

Dass dieser Umstand nicht ganz unerheblich ist, zeigt sich auch bei den Traditionsunternehmen der deutschen Autoindustrie. Sowohl Hersteller wie Mercedes-Benz oder BMW, die jahrzehntelang Autos mit Verbrennungsmotor produzierten, als auch Zulieferer wie Mahle oder ZF, die sich auf Komponenten für Verbrennungsmotoren spezialisiert hatten, mussten die Produktion zunächst entsprechend umstellen. Der Facebook-Nutzer hat in Bezug auf die anhaltende Kritik an E-Autos aber noch eine andere Meinung. „Die Abkehr von Vertrautem erzeugt beim Menschen Ängste“, schreibt er. „Die Fixierung des Kunden auf Hubraum und Reichweite beim Verbrenner ist eigentlich für über 90 Prozent der Nutzer objektiv völlig irrelevant.“

E-Autos: Nutzer begrüßen differenzierte Betrachtung und nennen Vor- und Nachteile

Tatsächlich dürfte für den Großteil der Autofahrer unabhängig vom jeweiligen Antrieb im Vordergrund stehen, dass sie mit ihrem Auto sicher und zuverlässig von A nach B kommen. In der Facebook-Gruppe nennen andere User auf die Frage nach den Nachteilen der E-Autos aber noch Aspekte wie die langen Ladezeiten und die noch nicht überall genug ausgebaute Infrastruktur. Ein Nutzer freut sich aber auch über eine differenzierte Ansicht und präsentiert kurzerhand sowohl Nach- als auch Vorteile der E-Mobilität. Positiv nennt er beispielsweise das Fahrverhalten eines E-Autos, das seiner Meinung nach „einfach unfassbar viel schöner als beim Verbrenner“ ist.

Negativ sieht der User dagegen unter anderem die bei vielen Modellen doch noch immer limitierte elektrische Reichweite und die langen Ladezeiten an den Säulen. „Da würde ich eine Ladegeschwindigkeit von über 150 kW dringend jedem als Kriterium empfehlen, wenn man auch mal mehr als 250 Kilometer am Stück fahren will“, schreibt er. Mit einer umfassend ausgebauten Infrastruktur an Ladesäulen, wie es beispielsweise in großen Teilen der USA bereits der Fall ist, sind aber auch längere Fahrten mit dem E-Auto kein Problem mehr. Eine Familie fuhr mit ihrem Tesla 4.500 Kilometer, die Stromkosten haben sie „umgehauen“.

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