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Elektroautos: Immer mehr Parkhäuser setzen auf Ladesäulen

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Die Elektrowelle nimmt immer mehr Fahrt auf – und auch die Lademöglichkeiten auf Parkplätzen und speziell in Parkhäusern werden bald deutlich mehr.

Wer häufiger an Flughäfen parkt oder sein Auto in neuen oder modernisierten Parkhäusern abstellt, dem werden die Ladesäulen aufgefallen sein. In immer mehr Parkhäusern und auf zahlreichen Parkplätzen lässt sich das eigene Elektroauto nachladen. Dabei heißt es jedoch aufgepasst, denn der vermeintliche Service des Parkraumanbieters kann schnell zur Kostenfalle werden. Kostet ein vorbestellter Parkplatz am Flughafen München beispielsweise für vier Tage stattliche 144 Euro, so kommen 32 Euro Servicepauschale hinzu, wenn das Fahrzeug zudem während es Parkvorgangs noch aufgeladen wird. Das sieht an den meisten anderen Flughäfen kaum anders aus und auch die modernen Parkhäuser in den Innenstädten lassen sich die zusätzliche Lademöglichkeit mitunter teuer bezahlen. Und auch auf den Parkplätzen von Discountern wie Lidl und Aldi sind die Zeiten des Gratis-Stromzapfens längst vorbei.

Elektroautos: Immer mehr Parkhäuser setzen auf Ladesäulen

Europas größer Parkraumbetreiber Apcoa, der an seinen mehr als 12.000 Standorten in 13 Ländern aktuell mehr als 1,8 Millionen Stellplätze zur Verfügung stellt, will in den kommenden Jahren mächtig in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren, berichtet 24auto.de. Dabei plant Apcoa bis 2035 bis zu 100.000 neue Ladestationen. Die meisten Ladestationen sind jedoch keine Schnelllader oder sogenannte Hypercharger, sondern vergleichsweise langsame Ladepunkte mit 11 oder 22 Kilowatt. Parallel dazu sollen Partner aus der Automobilindustrie sowie Energieversorger und Ladeinfrastrukturanbieter über 1.000 zusätzliche Schnellladesäulen über das Standortnetz von Apcoa-Parkhäusern einrichten. Das Thema Parkhaus-Laden gewinnt zusätzlich an Brisanz, weil auch immer mehr Autovermieter auf Stromer setzen.

Mehr Ladesäulen in Parkhäusern: Neue Digitalplattform soll Lösungen erleichtern

Unterstützt wird die Ladeinfrastruktur von einer neuen Digitalplattform. Diese ist für herstellerunabhängige Hardware bereit und kann unabhängig vom Eigentümer der Ladestation betrieben werden. Durch diese offene und kompatible Systemstruktur ist es möglich, verschiedene Partner und Dienstleistungen zu integrieren. „Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge spielt eine wesentliche Rolle bei der Transformation der APCOA-Parkhäuser zu sogenannten Urban Hubs. Für die Kunden werden unsere Standorte durch die erweiterte Service-Infrastruktur noch attraktiver. Für uns als Betreiber sehen wir in der Aufrüstung unserer Parkplätze mit E-Ladestationen und anderen urbanen Dienstleistungen ein erhebliches zusätzliches Umsatzpotenzial“, sagt Apcoa-CEO Philippe Op de Beeck.

Lade-Parkplätze für Elektroautos am Flughafen BER
In Parkhäusern nimmt die Zahl der Ladepunkte für Elektroautos künftig deutlich zu. (Symbolbild) © F. Anthea Schaap/Imago

Mehr Ladesäulen: Parkhaus in Stockholm mit 1.000 Ladepunkten eröffnet

Skandinavien gilt in Europa als führend bei der Elektromobilität. Doch nicht nur Norwegen, sondern auch in Schweden gibt es groß angelegte Elektroprojekte. So wurde in diesem Frühsommer in Stockholm ein ganzes Parkhaus allein für Elektrofahrzeuge eröffnet. Mit der technischen Unterstützung des Elektronikunternehmens Ctek eröffnete Stockholm Parking in Hagastaden, einem Stadtteil am Rande der schwedischen Metropole, ein 18.000 Quadratmeter großes Parkhaus mit mehr als 1.000 Ladepunkten im Innern. Hagstaden ist einer der neu entwickelten Stadtbezirke von Stockholm und gerade hier versprechen sich die Stadtplaner nicht nur eine jüngere Bevölkerung, sondern auch eine entsprechend hohe Nachfrage nach Ladesäulen in einem Parkhaus. Der Stadtteil Hagastaden umfasst derzeit 6.000 neue Wohnungen und 50.000 Arbeitsplätze und liegt zwischen Stockholm und dem nahe gelegenen Solna. 

Mehr Tankmöglichkeiten für E-Autos: Bis 2030 mehr als 100.000 neue Ladestationen in Stockholm

Das Parkhaus mit seinen drei unterirdischen Geschossen ist an jedem Parkplatz mit einem Ctek-Chargestrom-Ladeanschluss versehen. Damit ist es allein in der schwedischen Metropole das siebte seiner Art und eines der größten in ganz Europa. „Eine Investition dieser Größenordnung zeigt, dass Stockholm in den europäischen Hauptstädten führend ist, wenn es darum geht, den Umstieg auf einen fossilfreien Verkehr zu unterstützen“, sagt Cecilia Routledge, verantwortlich für die stationären Ladestationen bei Ctek, „für Ctek ist dies auch ein Beweis dafür, dass sich unsere mehrjährige Zusammenarbeit mit Stockholm Parking weiter entwickelt. Wirtschaft und Regierung müssen in Mobilitätsfragen eng zusammenarbeiten, wenn wir unsere gesteckten Klimaziele erreichen wollen.“ Bis im Jahre 2026 will Stockholm Parking in allen seinen Parkhäusern Ladestationen für Elektroautos anbieten, und bis 2030 sollen mehr als 100.000 neue Ladestationen für Elektroautos entstehen. Das würde bedeuten, dass auf 16 Einwohner des Stockholmer Bezirks eine Ladestation für Elektroautos kommt. 

Mehr Ladesäulen in Parkhäusern: Kooperation zwischen Q-Park und Vattenfall

Parkhausbetreiber Q-Park und das Energieunternehmen Vattenfall haben vereinbart, dass mittelfristig alle Objekte von Q-Park in Deutschland mit Lademöglichkeiten ausgestattet werden sollen. Vattenfall übernimmt die Errichtung und den Betrieb der Ladepunkte. Bis zum Ende des Jahres 2023 sollen immerhin 300 Ladepunkte installiert sein. Fermin Bustamante, Geschäftsführer der Vattenfall: „Wir freuen uns, mit Q-Park einen starken Partner gefunden zu haben, mit dem wir für die Fahrer von E-Autos das Thema Laden deutlich erleichtern können. Wir als Vattenfall haben uns das Ziel gesetzt, innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen.“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Q-Park verfügt über einen Bestand von rund 3.000 Parkobjekten mit mehr als 570.000 Stellplätzen in Ländern wie den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Irland und Dänemark. Q-Park-Geschäftsführer Frank Meyer: „Die Beliebtheit von E-Fahrzeugen und die Nachfrage nach Ladeanschlüssen nimmt in Deutschland immer weiter zu. Wir als Parkraumbewirtschafter sehen es als unsere Aufgabe, EV-Ladetechnologie in unser Mobilitätskonzept einzubinden und unseren Kunden zur Verfügung zu stellen.“ (Patrick Solberg/press-inform)

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