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E-Autos: Forscher wollen endgültig mit weit verbreitetem Irrtum aufräumen

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Von: Valentin Betz

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Elektroauto an Ladesäule
Stromquelle und Produktion sorgen für Zweifel an der Klimabilanz von E-Autos. Eine Studie aus Yale hat diese jetzt widerlegt. © Jonas Walzberg/dpa

E-Autos boomen in Deutschland. Viele haben aber noch immer Zweifel an der Umweltfreundlichkeit. Forscher aus Yale haben diese jetzt entkräftet.

Stuttgart - Umweltzerstörung und Klimawandel sind Probleme, die Lösungen an zahlreichen Fronten benötigen. Die E-Mobilität ist eine davon, an der immer mehr Fahrzeughersteller arbeiten - auch die Mercedes-Benz AG aus Stuttgart. Noch vor der Aufspaltung des Konzerns verkündete die Daimler AG mit dem alleinigen Fokus auf E-Autos eine radikale Wende.

Zunächst scheint die Rechnung auch ganz einfach: E-Autos stoßen bei der Fahrt kein CO2 aus und sind damit klimaneutral. Wie so oft ist die Realität aber deutlich komplexer, weshalb immer wieder Zweifel an der Umweltfreundlichkeit der E-Mobilität hochkochen. Forscher schauten sich beispielsweise die Schäden für das Klima an, die bei der Produktion von E-Autos entstehen. Eine Studie brachte so das größte Argument für E-Autos ins Wanken. Eine Studie macht allerdings noch lange keine finale Erkenntnis. Wie Golem berichtet, haben auch Wissenschaftler aus Yale nachgerechnet. Sie machen ebenfalls aus E-Autos keine Heiligen. Besser als Verbrenner seien sie aber trotzdem - bei Weitem.

E-Auto gegen Verbrenner: Studie schaut sich indirekte Emissionen an

Die Komplexität der Klimaneutralität von Fahrzeugen ist inzwischen hinlänglich bekannt, auch in Baden-Württemberg. Zuletzt hatte ein Landesminister deshalb sogar die Europäische Union kritisiert. Winfried Hermann betonte, dass E-Autos nicht klimaneutral fahren. Ob dies der Fall sei, hänge letzten Endes von der Stromquelle ab.

Die Forscher der Yale School of the Environment setzten in ihrer Studie zur Klimabelastung durch E-Autos hingegen noch früher an. Neben der Stromerzeugung untersuchten sie die Produktionsbedingungen für E-Mobilität und Verbrennungsmotoren. Dazu schauten sie sich in den USA Konzepte aus der Energiewirtschaft und der Industrieökologie an, zum Beispiel die Bepreisung von Kohlendioxidemissionen, die Bewertung von Betriebszyklen oder die Modellierung von Energiesystemen. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind überraschend - und werfen kein gutes Licht auf Verbrenner.

Studie: E-Autos sind auch in der Produktion sauberer als Verbrenner

Zunächst geben die Forscher aus Yale zu, dass auch E-Autos noch vor großen Herausforderungen stehen, was die Klimafreundlichkeit angeht. „Ein großes Problem bei Elektrofahrzeugen ist, dass die Lieferkette, einschließlich des Abbaus und der Verarbeitung von Rohstoffen sowie der Herstellung der Akkus, alles andere als sauber ist“, heißt es. 

Doch die Studie fand heraus, dass selbst mit diesen Problemen E-Autos noch deutlich besser dastehen, als Verbrenner. Demnach seien die indirekten Emissionen durch die Produktion der Fahrzeuge und Herstellung der Treibstoffe deutlich höher als bei E-Autos und würden ein Viertel der gesamten Emissionen von Verbrennern ausmachen. „Die Lieferkette für Verbrennungsfahrzeuge ist einfach so schmutzig, dass Elektrofahrzeuge sie nicht übertreffen können, selbst wenn man die indirekten Emissionen berücksichtigt“, heißt es laut Golem in der Studie.

Abgesehen von E-Fuels haben Verbrenner zudem kaum noch Möglichkeiten, die Bilanz zu verbessern - anders als E-Autos. Denn wenn die Stromerzeugung klimafreundlicher wird, schneidet die E-Mobilität bei der Bilanz noch besser ab. Der Elefant im Raum sei, wie die Studie zeige, „die Lieferkette von Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, nicht die von Elektrofahrzeugen.“

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