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Start-up aus München entwickelt völlig neuen Antrieb, der eines der größten Probleme von E-Autos lösen könnte

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Von: Valentin Betz

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Roboter arbeiten an der Karosserie von verschiedenen BMW-Modellen im Stammwerk.
E-Autos kämpfen noch immer mit Problemen beim Gewicht und der Reichweite. Ein Start-up aus München liefert mit einem völlig neuen Antrieb den Lösungsvorschlag (Symbolbild). © Sven Hoppe / dpa

E-Autos sind auf dem Vormarsch, haben aber noch einige ungelöste Nachteile. Ein Unternehmen aus München will einen nun gelöst haben - mit einem völlig neuen Antrieb.

Stuttgart/München - Die Autoindustrie durchläuft aktuell einen gigantischen Wandel. Immer mehr Fahrzeughersteller beschließen die Abkehr vom Verbrennungsmotor und setzen in Zukunft auf die E-Mobilität. In der Diskussion erfolgt oft eine scharfe Abgrenzung der beiden Antriebe. Dabei gibt es bei E-Autos ebenso Unterschiede, wie bei Verbrennern.

Eine Variante des E-Autos könnte jetzt durch ein Start-up aus München wieder interessant werden. Denn den Radnabenantrieb gibt es eigentlich schon lange. Porsche hatte diesen bereits zur Weltausstellung 1900 präsentiert. Wie die Welt berichtet, will das Start-up mit diesem jetzt gleich mehrere Probleme von E-Autos lösen. Unterstützung bekommen die Unternehmer dabei von einem Ex-Entwicklungschef von Audi.

Neuer Antrieb für E-Autos: Start-up aus München will Nachteile beseitigt haben

Dass der Radnabenantrieb sich noch nicht weltweit durchgesetzt hat, hängt auch mit einigen Nachteilen zusammen, die die Technik einst hatte. An derlei Problemen scheitert wohl auch die Zukunft des Wasserstoffantriebs für Pkws. Gegenargumente, wie ein höheres Gewicht, zu geringe Leistung oder laute Geräusche, will das Start-up DeepDrive aber inzwischen gelöst haben.

Die Skateboard-Plattform von DeepDrive mit Radnabenantrieb.
Das Start-up DeepDrive will mit dem Radnabenantrieb für E-Autos gleich mehrere Probleme der Technologie lösen. © DeepDrive GmbH

Stattdessen soll der Antrieb, der in den Felgen der Räder eingebaut wird, sogar 20 Prozent weniger Energie verbrauchen, als herkömmliche E-Autos. Letztlich wirkt sich das positiv auf eines der größten Probleme der E-Mobilität aus: Geringerer Energieverbrauch ist gleichzusetzen mit einer höheren Reichweite. Die Arbeit von DeepDrive wird unter anderem auch durch Peter Mertens ermöglicht. Der Ex-Entwicklungschef von Audi und Volvo ist inzwischen weltweit in zwölf Unternehmen im Bereich E-Mobilität involviert und hat dem Start-up einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung gestellt.

Radnabenantrieb für E-Autos: Start-up sieht Anwendung vor allem bei Kleinfahrzeugen

Neben der Reichweite hat der Radnabenantrieb für E-Autos vor allem auch Vorteile bei der Flächennutzung der Fahrzeuge. Der Motorraum ist bei E-Autos ohnehin schon reduziert. Da der Antrieb künftig an den Felgen hängt, könnte der Raum künftig noch besser genutzt werden. Das macht sich auch am Aussehen bemerkbar. DeepDrive spricht von einer „steckerfertigen Skateboard-Plattform“.

Der Ex-Entwicklungschef Peter Mertens zeigt sich gegenüber der Welt jedenfalls angetan von dem Konzept. „DeepDrive hat mich durch die Technik und das Team überzeugt“, erklärt er. Ob E-Autos von Mercedes-Benz oder Porsche in Zukunft mit Radnabenantrieb unterwegs sein werden, ist allerdings fraglich. Mertens kann sich die Technik eher bei kleinen E-Autos vorstellen, beispielsweise bei Robo-Taxis oder Frachtfahrzeugen. „Alle sind auf der Suche nach einer kostengünstigen Technik, auch für Kleinfahrzeuge“, so Mertens.

Trotzdem gebe es laut DeepDrive bereits Interesse von Autoherstellern und Zulieferfirmen. Wann genau der Radnabenantrieb von DeepDrive Marktreife erreicht, ist derzeit noch unklar. Angegeben ist ein Serieneinsatz „signifikant vor dem Jahr 2030“.

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