1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

Allianz-Experte: E-Auto-Reparatur „etwa 40 Prozent über Kosten herkömmlicher Fahrzeuge“

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Ein Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb lädt in Berlin-Mitte an einer Ladesäule.
Laut einem Allianz-Experten ist die Reparatur von E-Autos oftmals deutlich teurer als von Verbrennern. Plug-in-Hybride sind besonders betroffen. © Christoph Soeder/dpa

E-Autos und Plug-in-Hybride werden immer beliebter. Laut einem Allianz-Experten ist die Reparatur von batteriebetriebenen Fahrzeugen aber besonders teuer.

Stuttgart - Auf den Straßen setzen sich E-Autos und Plug-in-Hybride immer mehr gegen die altgedienten Verbrenner-Modelle durch. Auch die großen Autobauer richten ihre Produktion zunehmend auf batteriebetriebene Fahrzeuge aus. Mercedes-Benz will beispielsweise ab 2030 nur noch E-Autos bauen. Durch die staatlichen Zuschüsse bei einem E-Auto-Kauf sind die Stromer derzeit sogar mitunter preiswerter als ein Verbrenner-Modell. Eine Reparatur kann dagegen schnell richtig teuer werden.

In E-Autos und Plug-in-Hybriden kommt modernste Technik zum Einsatz, die mitunter aber auch sehr anfällig ist. Besonders teuer ist ein kompletter Austausch einer Batterie oder das Ersetzen eines Kabelbaums. Ein Tesla-Fahrer sollte 20.000 Euro für eine Reparatur zahlen, aus Frust jagte er das Auto in die Luft. Auch Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung im Technik-Zentrum der Allianz-Versicherung, warnt vor hohen Reparaturkosten bei E-Autos und Plug-in-Hybriden, wie die Wirtschaftswoche berichtet.

Reparaturkosten bei E-Autos: Laut Allianz-Experten sind Plug-in-Hybride besonders betroffen

E-Autos gibt es inzwischen in nahezu jeder Autoklasse. Mercedes-Benz bietet beispielsweise den Kleinwagen Smart nur noch elektrisch an, hat mit dem EQS und dem EQE aber auch große elektrische Limousinen im Portfolio. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb wird dagegen bevorzugt in größere Modelle eingebaut, was laut Carsten Reinkemeyer auch einer der Gründe ist, warum die Werkstattrechnung höher ausfallen kann. Schäden bei großen Autos seien tendenziell teurer, sagte der Allianz-Experte im Podcast „High Voltage“ der Wirtschaftswoche.

Dass Plug-in-Hybride bei einer Reparatur noch teurer sind, als reine E-Autos hat aber noch einen anderen Grund. „Im Vergleich zum Marktdurchschnitt haben Plug-in-Hybride eine höhere Brandwahrscheinlichkeit, vor allem wenn es sich um eine Kombination von Diesel- und Elektroantrieb handelt“, so Reinkemeyer. Grundsätzlich wird seit langem darüber diskutiert, ob elektrische Fahrzeuge besonders schnell Feuer fangen. Hybride und Verbrenner fangen laut einer Studie aber häufiger Feuer als reine E-Autos. Insgesamt zeigt die Erfahrung der Allianz aber, dass die Reparaturkosten von E-Autos und Hybriden „40 Prozent über den Kosten herkömmlicher Fahrzeuge“ liegen, wie Reinkemeyer im Podcast erklärte.

Allianz-Crashtests zeigen: „Hersteller können E-Autos durchaus reparaturfreundlich bauen“

Laut dem Allianz-Experten kommt es bei E-Autos und Plug-in-Hybriden häufig zu hohen Reparaturkosten, weil die Technik besonders anfällig ist. Ein Akkutausch ist beispielsweise bei Mercedes, Tesla und Co. sehr teuer, aber nicht unbedingt in jedem Fall notwendig. Manche Vorgaben sehen beispielsweise vor, dass die Batterie nach dem Auslösen eines Airbags getauscht werden muss. Zudem müssen etwa bei Marderbissen neue Kabelsätze mit Kosten von bis zu 7.000 Euro eingebaut werden. Laut der Allianz geht das aber auch anders. „Einige Automobilfirmen verwenden Schutzummantelungen, die getauscht werden können. Die Reparaturkosten lassen sich dadurch um bis zu 97 Prozent reduzieren.“

E-Autos müssten demnach so konstruiert werden, dass es bei Kollisionsschäden nicht zu fatalen Strukturschäden komme, so Carsten Reinkemeyer. Das sei auch möglich, wie Crashtests der Allianz zeigten. „Hersteller können E-Autos durchaus reparaturfreundlich bauen“, so Reinkemeyer. „Wir haben ein E-Auto gecrasht, das sogar geringere Reparaturkosten hatte, als ein ähnlicher Verbrenner.“ Wenn die Autobauer die E-Autos künftig reparaturfreundlicher konstruieren und die Werkstätten besser mit beschädigten Stromern umgehen können, müssten E-Auto-Fahrer auch keine höheren Kosten befürchten.

Auch interessant

Kommentare