Verbrenner statt Akku

E-Fuels so gut wie Super? Synthetischer Sprit im Porsche-Vergleich

  • Marcus Efler
    VonMarcus Efler
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Ist klimaneutral produzierter Sprit eine zukunftsfähige Alternative zu Erdöl und Elektroantrieb? Ein Test unter Alltagsbedingungen sollte Klarheit bringen.

Stuttgart – Die Zukunft des Automobils ist elektrisch – oder doch nicht? Zwar hat die EU-Kommission beschlossen, ab 2035 Verbrennungsmotoren mit klimaschädlichen Emissionen zu verbieten*, und viele Autohersteller wie VW schwenken auf Elektroantrieb* um. Dazu wird das Laden auf langer Strecke dank eines mittlerweile dichten Netzes an Stromsäulen immer einfacher. (Verbrenner-Verbot weltweit – wichtige Staaten nicht dabei*)

Trotzdem macht sich unter Autofahrern eine neue Skepsis gegenüber Stromern* breit. Und auch manche Autohersteller, etwa aus Japan*, wollen sich eine Zukunft mit Verbrennungsmotoren offen halten. Ihre Hoffnung ruht auf den E-Fuels, also regenerativ und somit klimaneutral hergestelltem Kraftstoff, wie 24auto.de berichtet*. So investiert der Sportwagen-Hersteller Porsche in entsprechende Forschungen*: Denn obwohl die Volkswagen-Tochter den Konzern-Kurs Richtung Elektro-Mobilität grundsätzlich mitträgt*, möchte sie dem Kundenwunsch nach Verbrennungsmotor etwa beim Kernmodell 911 auch weiterhin erfüllen. (Porsche Boxster ohne Boxer: Wird auch der 718 zum reinen Elektroauto?*)

Tanken wie gewohnt: Können E-Fuels Super ersetzen? (Symbolbild)

E-Fuels so gut wie Super? Synthetischer Sprit im Porsche-Vergleich

Aber können die synthetischen Kraftstoffe tatsächlich das gute alte Superbenzin aus Mineralöl ersetzen? Das wollte das Magazin „Auto Motor und Sport“ genauer wissen, und schickte zwei Porsche* 911 Carrera S auf eine ausgiebige Testfahrt. Beide Sportwagen waren weitestgehend identisch – bis auf den verwendeten Kraftstoff: Während das eine Modell mit Super Plus und 98 Oktan unterwegs war, wurde das andere mit einem bio-basierten Sprit namens Posyn Ci11 mit 99 Oktan betankt.

E-Fuels so gut wie Super? Fahrleistungen bleiben auf hohem Niveau

Das Ergebnis der Fahrtests sah zuerst recht vielversprechend aus: Beide Elfer unterboten die Werksangabe für die Beschleunigung von null auf 100 km/h (3,6 Sekunden). Die 200 km/h erreichte der mit Kunst-Sprit betankte Wagen sogar einen Hauch schneller.

Nicht ganz so gut fiel dagegen die Bilanz der Verbrauchsmessung aus, die das Magazin zusammen mit der darauf spezialisierten Firma Emissions Analytics durchführte: Der mit dem E-Fuel betankte Elfer konsumierte 12,3 Liter auf 100 Kilometer, der Super-Plus-Testwagen begnügte sich mit 11,5 Litern. Allerdings, so erklärt „Auto Motor und Sport“, kann die Differenz durchaus auch an der jeweiligen Verkehrssituation gelegen haben. Außerdem emittierte der E-Fuel-Porsche teilweise deutlich weniger Schadstoffe, dazu besteht der synthetische Sprit zu fast zwei Dritteln aus erneuerbarer Energie.

Aus fahrerischer Sicht könnten E-Fuels also tatsächlich eine Alternative zu normalem Sprit sein, und aus ökologischer eine zum Strom – wenn auch viele Experten den hohen Energiebedarf bei der Erzeugung bemängeln. Und ganz billig für Autofahrer, die auch künftig Sprit verbrennen wollen, wird das Vergnügen zumindest am Anfang nicht: Derzeit kostet ein Liter synthetischer Sprit etwa acht Euro. *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Andreas Haas/Imago

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