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Weltweiter Durchbruch der E-Autos in Gefahr? Studie enthüllt enorme Kosten

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Von: Patrick Kuolt

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Ein Tesla wird an einer Ladesäule geladen.
Die E-Mobilität war 2021 in Deutschland deutlich auf dem Vormarsch. Doch nun drohen Probleme. © Julian Stratenschulte/dpa

2021 gilt unter Automobil-Experten in Deutschland als das Jahr der Elektrowende. Eine Studie bringt nun jedoch beunruhigende Fakten zum Ladesäulennetz für E-Autos ans Licht.

München - Das Jahr 2021 stand weltweit erneut ganz im Zeichen der Corona-Pandemie - mit verheerenden Folgen für das Wirtschaftsgeschehen. Die Ausbreitung des Coronavirus stürzte die europäische Staatengemeinschaft in die tiefste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Auf dem besonders hart getroffenen Automobilmarkt ließen sich derweil in Deutschland zwei erstaunliche Entwicklungen beobachten: Während das Geschäft mit Benzinern und Diesel-Autos immer stärker abnahm, entwickelte sich der Absatz von Hybrid-Fahrzeugen und reinen E-Autos 2021 kontinuierlich nach oben.

Weltweiter Durchbruch von E-Autos in Gefahr?

Der Anstieg war so stark, dass Hybrid-Fahrzeuge laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamts mittlerweile fast ein Drittel aller monatlichen Neuzulassungen ausmachen und reine Stromer den Diesel als Antriebsform Nummer drei auf dem Markt abgelöst haben. Kurz gesagt: 2021 war in Deutschland das Jahr der Elektrowende. Professor Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule Bergisch Gladbach, drückte es gegenüber waz.de so aus: „In Deutschland beginnt das Elektrozeitalter.“

E-Autos: Ausbau des Ladesäulennetzes geht deutlich zu langsam voran

Doch tut es das wirklich? Oder vielmehr: kann es das aktuell überhaupt? Immer wieder haben europäische Autohersteller in der Vergangenheit davor gewarnt, dass die aktuell verfügbare Ladeinfrastruktur nicht für den von der Politik vorangetriebenen E-Mobilitäts-Boom vorbereitet* ist. Wie ecomento.de berichtet, gehe der Ausbau von Strom-Ladesäulen demnach deutlich zu langsam voran, um den angestrebten Umstieg auf Elektroautos stemmen zu können. Zudem sei der Ausbau des Ladesäulen-Netzes für E-Autos laut einer Studie* von Siemens Financial Services (SFS) mit gigantischen Kosten verbunden.

Ladenetz für E-Autos: Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe nötig

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass allein 2022 und 2023 weltweit 40 Milliarden Euro eingesetzt werden müssten, um das flächendeckende Ladenetz auf den benötigten Stand zu bringen. Wie ecomento.de weiter berichtet, soll der Betrag für die Jahre 2024 bis 2026 exponentiell auf mehr als das Doppelte wachsen. Gerechnet wird mit einem weltweiten Investitionsvolumen von 92 Milliarden Euro. Sprich: In den kommenden fünf Jahren müssten voraussichtlich über 130 Milliarden Euro investiert werden, um die Ladeinfrastruktur für E-Autos so voranzutreiben, dass sie in etwa dem Tankstellennetz für Verbrenner entspräche. Wie schnell ein solches Netz entstehen kann, ist jedoch unklar.

Audi und Porsche: Eigene Ladenetze als Konkurrenz zu Teslas „Supercharger“-Netz geplant

Bislang sind für den Aufbau des Ladesäulennetzes für E-Autos in Deutschland in erster Linie Energieunternehmen verantwortlich. Zudem gibt es Initiativen von Autoherstellern. So hat der VW-Konzern angekündigt, im großen Stil öffentliche Ladepunkte errichten zu wollen. Audi und Porsche* wollen ähnlich wie der Konkurrent Tesla eigene Ladenetze schaffen*. Der Aufbau von Ladestationen wird bereits seit Jahren von der Bundesregierung gefördert. Derzeit werden zusätzlich Aufträge für das sogenannte „Deutschlandnetz“ ausgeschrieben. Damit sollen Betreiber für wirtschaftlich weniger attraktive Standorte gefunden werden.

Das „Supercharger“-Netz von Tesla und Ionity ermöglicht derzeit zwar bereits Langstreckenfahrten für E-Autos, allerdings sind diese weitgehend auf viel befahrene Fernstraßen beschränkt - deutlich zu wenig für die zu erwartenden Millionen weiterer Elektroautos, die in den kommenden Jahren den Weg auf die Straßen finden sollen. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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