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E-Autos eröffnen völlig neue Möglichkeiten in der Tuning-Welt

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Von: Julian Baumann

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Auf den ersten Blick ist das Tuning von E-Autos problematisch. Laut einem Experten aus Stuttgart bieten die Stromer aber ganz neue Möglichkeiten beim Modifizieren.

Stuttgart - E-Autos setzen sich immer mehr gegen die altgedienten Verbrenner-Modelle durch. Große Autobauer wie Mercedes-Benz oder BMW erweitern ihre Fahrzeugpalette fortlaufend um neue batteriebetriebene Autos. Die Mercedes-Benz AG wird beispielsweise bald die elektrische Business-Limousine EQE auf den Markt bringen. Auch an der Tuning-Welt geht die großangelegte Transformation in der Autoindustrie nicht vorbei. Mercedes hat mit der AMG-Version des elektrischen Flaggschiffs EQS kürzlich ein noch leistungsfähigeres E-Auto auf den Markt gebracht.

Autofahrer, die ihre E-Autos von Marken wie Tesla, Mercedes oder Porsche in einer Werkstatt tunen lassen wollen, stehen oftmals vor Problemen. Eine Modifizierung des Auspuffes fällt bei den Stromern natürlich weg und auch eine Tieferlegung ist aufgrund des schweren Batteriepacks im Unterboden der Fahrzeuge stark beschränkt. Der Tuning-Experte Jaroslaw Jendrus hat in der Landeshauptstadt Stuttgart die erste Tuning-Werkstatt für E-Autos in Deutschland eröffnet. Im Gespräch mit dem Portal efahrer.chip.de erklärt er, warum Modifizierungen von E-Autos eben doch möglich sind.

E-Auto-Tuning: „Lautlos Performance“ aus Stuttgart modifiziert hauptsächlich Stromer

Luxus-E-Autos wie der EQS von Mercedes-Benz oder der Taycan der Porsche AG haben in ihren Originalversionen bereits viel Power. In der Werkstatt „Lautlos Performance“ in der Falbenhennenstraße in Stuttgart werden aber hauptsächlich Fahrzeuge angefragt, mit denen die Kunden nicht zufrieden sind, erklärt Tuner Jaroslaw Jendrus gegenüber efahrer.chip.de. „Die meisten Autos, die ‚getunt‘ werden, sind zur Zeit Tesla, Porsche, Honda und Kia“, erklärt er. Dabei werden sowohl Änderungen optischer und fahrdynamischer Natur vorgenommen. Inzwischen sei die Nachfrage derart gestiegen, dass 95 Prozent der Kunden E-Auto-Fahrer sind.

Ein Modell des Taycan Turbo S.
E-Autos wie der Porsche Taycan können auch getunt werden. Es gibt im Vergleich zum Verbrenner aber deutliche Unterschiede. © Porsche AG

Laut dem Stuttgarter Tuner ist der größte Unterschied zwischen E-Autos und Verbrennern der Sound. „Der Verbrenner kann durch den Sound sofort ein tolles Gefühl vermitteln“, so Jendrus. „Beim Elektroauto ist das etwas aufwendiger.“ Bei den batteriebetriebenen Modellen würden deshalb eher die optischen Sinne des Kunden angesprochen, statt den auditiven. Jendrus sieht nach eigenen Angaben aber „enorme Wachstumschancen, da ich den einen oder anderen Verbrenner-Fahrer etwas schneller ans E-Auto gewöhnen könnte“.

Die großen schweren Akkupakete der E-Autos seien kein Hindernis, Tieferlegen also möglich. „Selbstverständlich geht das, sogar sehr gut“, sagte der Stuttgarter gegenüber efahrer.chip.de. Mit dem Fahrwerk-Hersteller Eibach habe Lautlos Performance beispielsweise spezielle Tieferlegungsfedern für den Polestar 2 und das Tesla Model Y auf den Markt gebracht.

Vorsicht beim Tunen von E-Autos: Garantieanspruch und Hürden

Wenn Autos auf welche Weise auch immer nach dem Kauf verändert werden, entsprechen sie nicht mehr den Originalversionen der jeweiligen Hersteller. Das hat auch Auswirkungen auf einen Garantieanspruch. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man deshalb vor einem Umbau den Hersteller direkt anfragen, berichtet efahrer.chip.de. Eine der größten Hürden ist allerdings, einen Umbau auch nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zugelassen zu bekommen. Sonst hat man im schlimmsten Fall zwar ein getuntes E-Auto, darf damit aber nicht mehr auf den deutschen Straßen fahren.

Aus diesem Grund sollte bei den Umbauten der E-Autos ein Spezialist hinzugezogen werden, um viel Zeit, Geld und Ärger zu sparen. „Vor der Gründung meines Unternehmens habe ich als Projektleiter in einer Motorsport- und Tuning-Firma gearbeitet“, erklärte Jaroslaw Jendrus. „Deswegen kann ich für spezielle Anfragen die nötigen Lösungswege anbieten.“ Für eine Abnahme der getunten E-Autos durch den TÜV habe er technische Zeichnungen, Materialgutachten und Prüfverfahren durchgeführt.

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