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Hybride und Verbrenner fangen laut Studie häufiger Feuer als E-Autos

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Von: Franziska Schuster

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Mercedes SL mit Gasanlage brennt auf der A52 bei Marl
Eine Studie hat zeigt: Es kommt häufiger zu Bränden bei Autos mit Verbrennermotoren und bei Hybridfahrzeugen, als bei E-Autos. © imago-images

Häufig liest man von dem Problem, dass E-Autos angeblich leicht in Flammen aufgehen. Doch laut einer Studie fangen Verbrenner und Hybrid-Wägen weitaus öfter Feuer.

Stuttgart/Washington DC - Man liest es immer wieder: E-Autos gehen leicht in Flammen auf, sind besonders schwer zu löschen und deshalb bei einem Brand sehr gefährlich. Vor allem Berichte über brennende Modelle der Porsche AG oder der Mercedes-Benz AG sieht man häufig in den Medien. Tatsächlich kommen solche Vorfälle mit elektrischen Fahrzeugen im Vergleich zu Verbrennern und Hybrid-Modellen aber weitaus weniger vor. Das bestätigte nun eine Studie des amerikanischen Versicherungsdienstleisters „AutoinsuranceEZ“.

Für die Untersuchung wurden Daten der US-Verkehrsbehörde National Transportation Safety Board über in Brand geratene Fahrzeuge mit Verkaufszahlen des Bureau of Transportation Statistics verglichen. Betrachtet wurde dabei die Zahlen für das gesamte Jahr 2021. Das Ergebnis ist überraschend.

Studie liefert erstaunliche Zahlen: Auf 100.000 verkaufte E-Autos kommen gerade einmal 25 Brände

In den Nachrichten scheint man ständig von brennenden E-Autos zu lesen. So auch von Fällen in Baden-Württemberg: Bei Porsche brannte ein Akku auf einem Werksgelände lichterloh. Das sorgte in Bietigheim-Bissingen für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte sehen sich bei Elektroautos grundsätzlich mit größeren Problemen konfrontiert. Um den Brand vollständig und gefahrenfrei löschen zu können, müssen Feuerwehren E-Autos in speziellen Containern vollständig mit Wasser fluten. Auch bei einem gefährlichen Vorfall in einem Postzentrum in Staufen im Breisgau konnten zwei E-Autos nur noch im Container abgekühlt werden. Besonders brenzlig wurde es in Biberach: Dort brannte ein E-Mercedes an einer Ladestation.

Doch ist die Brandgefahr bei E-Autos wirklich größer als bei Verbrennern? Grundsätzlich sind elektrifizierte Fahrzeuge bei sogenannten Unfallfolgebränden laut Experten nicht mehr oder weniger gefährlich als Verbrenner. Das lässt sich auch anhand der Zahlen der neu veröffentlichten Studie sehen, wie unter anderem t3n berichtet: Auf 100.000 verkaufte Hybridfahrzeuge kommen 3.475 Brände. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor brannten in 1.530 Fällen pro 100.000 verkauften Autos. Und bei E-Autos? Da sind es gerade einmal 25 Brände.

AntriebsartAnzahl der Brände pro 100.000 verkaufte Fahrzeuge
Verbrennermotor1.530
Hybrid3.475
Elektromotor25

Die Gesamtzahlen liefern ein ähnliches Bild. Von Benzinern und Dieselfahrzeugen gingen 199.533 Fahrzeuge in Flammen auf, von Hybrid-Autos 16.051. Bei den E-Autos waren es nur 52.

Rückrufaktionen von Hybrid- und E-Fahrzeugen: Meist ist defekte Batterie Brandursache

Die Studie wertete auch Rückrufaktionen der Autohersteller aus. Oftmals rufen diese auch Fahrzeuge wegen Brandgefahr zurück. Hier liegen Verbrenner wieder ganz weit vorne. Eine Million Fahrzeuge mit Verbrennermotor wurden 2020 von Herstellern zurückgerufen. Bei E-Autos waren es 152.000 sowie 32.100 Rückrufe bei Hybridfahrzeugen.

Während bei Verbrennern meist ein elektrischer Kurzschluss den Brand auslöst, sind bei E- und Hybridfahrzeugen oft die Batterien die Rückrufursache. Von ihnen geht die höchste Brandgefahr aus.

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