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Unter dem schmelzenden Eis Grönlands: Bill Gates, Jeff Bezos und Co. wollen an Rohstoffe für E-Autos gelangen

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Von: Julian Baumann

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Links: Blick in die E-Auto-Produktion von VW. Rechts: Ein großer Eisberg in Ostgrönland.
Unter den schmelzenden Eiskappen Grönlands sucht eine Expedition nach wertvollen Rohstoffen für den Bau von E-Autos. © Felipe Dana/dpa & Kirchner-Media/Imago (Fotomontage: BW24)

Die schmelzenden Eismassen bereiten vielen Menschen Sorgen, Milliardäre sehen darin aber auch eine Chance. Sie wollen unter dem Eis Grönlands Rohstoffe für E-Autos abbauen lassen.

Stuttgart/Diskoinsel - Der Fokus auf E-Autos und die Abkehr vom Verbrenner soll die Mobilität klimafreundlicher machen und somit dem immer weiter fortschreitenden Klimawandel Einhalt gebieten. Ironischerweise könnte der Klimawandel nun aber sogar dazu beitragen, ein großes Problem der E-Mobilität zu lösen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach E-Autos steigt auch der Bedarf an Akkus. Die wichtigen Rohstoffe für den Bau reichen laut einer Studie aber nur noch 11 Jahre. Eine Expedition will sich deshalb die schmelzenden Eiskappen in Grönland zu Nutzen machen, um an das Rohstoffvorkommen unter dem Eis zu gelangen.

Wie das Portal electrek berichtet, wurde die Kampagne zur Suche nach Rohstoffen für die E-Auto-Industrie in Grönland von einigen der reichsten Menschen der Welt mitfinanziert. Dazu gehören Amazon-Boss Jeff Bezos, Michael Bloomberg, Gründer der Unternehmen Bloomberg L.P. und Bloomberg Television und Microsoft-Gründer Bill Gates. Bill Gates bezeichnete einen alternativen Antrieb, an dem Porsche arbeitet, zwar den E-Autos als überlegen, setzt sich aber seit langem gegen die Folgen des Klimawandels ein. Den Abbau der wertvollen Rohstoffe sollen zwei Bergbau-Unternehmen aus Kalifornien übernehmen.

E-Auto-Produktion: Bergbau-Unternehmen vermuten in Grönland großes Vorkommen an Rohstoffen

Obwohl die schmelzenden Eiskappen aufgrund des Klimawandels eigentlich ein Grund zur Sorge sind, haben die zurückgehenden Eismassen zumindest einen Vorteil: Sie legen Land frei, das potentiell wertvolle Rohstoffe wie Nickel, Kobalt und Kupfer in sich trägt. Dass diese Rohstoffe aufgrund der steigenden Nachfrage nach E-Autos und anderen Technologien in Zukunft noch mehr gefragt sein werden, haben offenbar auch die genannten Milliardäre erkannt. Einer fehlt in der illustren Runde der Superreichen allerdings: Tesla-Boss Elon Musk warnte aber bereits die EU-Kommission vor der Verknappung von Lithium, das er natürlich auch für den Bau der Tesla-Batterien benötigt.

Die Expedition auf der Jagd nach den wertvollen Rohstoffen sieht ihre Chance in den schmelzenden Eismassen der zu Grönland gehörenden Diskoinsel. Dort wollen die beiden Bergbau-Unternehmen Bluejay Mining und KoBold Metals laut elektrek Nickel, Kobalt und Kupfer abbauen. „Wir suchen nach einem Vorkommen, das das zweitgrößte oder sogar größte der Welt sein könnte“, erklärte KoBold Metals-CEO Kurt House. Auch im Oberrhein versteckt sich Rohstoff für 400 Millionen E-Autos, der Abbau gestaltet sich aber noch immer schwierig.

„Folgen des Klimawandels haben Abbau von Rohstoffen in Grönland einfacher gemacht“

Dass es unter dem Eis Grönlands ein reiches Vorkommen an wertvollen Rohstoffen geben könnte, ist auch der dortigen Regierung nicht entgangen. Der CNN zufolge habe Grönland die Flächen bereits selbst nach den Rohstoffen für E-Autos absuchen lassen. Laut dem Bericht erkennt die Regierung „das Potenzial des Landes zur Diversifizierung der nationalen Wirtschaft durch den Mineralabbau“. Zugleich setzt sich Grönland deutlich für eine klimafreundlichere Zukunft ein, und der Abbau von Rohstoffen ist an sich nicht gerade umweltfreundlich.

Die Milliardäre und die beiden kalifornischen Bergbau-Unternehmen sehen aber offenbar den langfristigen Nutzen. Ihm bereite es ebenfalls große Sorgen, die Folgen des Klimawandels in Grönland mitzubekommen, erklärte BlueJay Mining-CEO Bo Stensgaard. „Aber insgesamt gesehen haben die Folgen des Klimawandels das Entdecken von Rohstoffen und das Abbauen in Grönland einfacher gemacht.“

Obwohl die Menschen in Grönland und auch die Regierung nicht allzu erfreut sein dürften, dass von Milliardären finanzierte US-Unternehmen auf der Jagd nach Rohstoffen ihre Natur zerstören, ist der Nutzen möglicherweise langfristig dennoch der Umwelt zuträglich. Mit dem Umstieg auf die E-Mobilität und anderen alternativen Antrieben soll die CO₂-Bilanz deutlich verbessert werden. Die Rohstoff-Knappheit könnte den E-Auto-Boom jedoch ausbremsen, weswegen die Suche nach weiteren Vorkommen wohl obligatorisch wird.

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