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Geringer Preis, nicht entflammbar: Start-up könnte mit neuartiger E-Auto-Batterie Rohstoffprobleme lösen

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Von: Julian Baumann

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Ein Mitarbeiter von Alsym Energy bei der Zusammensetzung einer Batteriezelle für eine E-Auto-Batterie.
Alsym Energy aus den USA baut E-Auto-Batterien, die ohne Lithium und Kobalt auskommen. © Alsym Energy

In den meisten E-Auto-Modellen kommen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz, doch die Rohstoffverfügbarkeit bereitet Probleme. Ein Start-up könnte die Lösung haben.

Stuttgart/Woburn - Mit dem Hochlauf der E-Auto-Produktion steigt auch der Bedarf an Batteriezellen immer weiter an. Die gängigen E-Auto-Batteriezellen, wie sie auch in den Modellen von Mercedes-Benz, Tesla und Co. zum Einsatz kommen, sind sogenannte Lithium-Ionen-Batterien. Aktuell hat die Branche in Bezug auf die Rohstoffversorgung aber große Probleme. Zum einen sind die Lieferketten durch den Ukraine-Krieg teilweise unterbrochen, zum anderen steigen die Preise für Lithium, Kobalt oder auch Nickel aufgrund der steigenden Nachfrage immer weiter an. Mercedes-Benz muss mehr E-Autos verkaufen, um die hohen Rohstoffpreise auszugleichen.

Das Start-up Alsym Energy aus Woburn (Massachusetts) wenige Kilometer nördlich von Boston, hat eine E-Auto-Batterie entwickelt, die günstig und nicht entflammbar sein soll und zudem ohne Lithium und Kobalt auskommt. Damit könnte das Unternehmen im Falle einer Massenproduktion sowohl die Rohstoffprobleme der Autoindustrie lösen, als auch die hohe Entflammbarkeit von E-Autos verringern.

E-Auto-Batterien von Alsym Energy verwenden „weder Lithium noch Kobalt“

Lithium reicht laut einer Studie nur noch für etwa 11 Jahre und auch eine Berechnung ergab, dass der Bedarf an Lithium die Verfügbarkeit im Jahr 2030 deutlich übersteigen wird. Das große Problem daran ist aber nicht, dass die wichtigen Rohstoffe knapp sind. Tatsächlich gibt es auf der Welt noch große Lithiumvorkommen, die bislang unberührt sind. Aufgrund von langwierigen Verfahren und rechtlichen Hindernissen gestaltet sich aber sogar der begonnene Abbau schwierig und die Nachfrage bestimmt bekanntermaßen den Preis. Seit Januar 2021 ist der Lithiumpreis um 738 Prozent, der Kobaltpreis um 156 Prozent und der Nickelpreis um 94 Prozent angestiegen.

In näherer Zukunft dürfte sich an den steigenden Preisen für die Rohstoffe aufgrund des Hochlaufs der E-Mobilität auch wenig ändern. „Es wird vermutet, dass die Preise für Lithium-Ionen-Batterien, die diese Rohstoffe verwenden, im Jahr 2023 rund 115 Dollar pro Kilowattstunde kosten werden“, schreibt Alsym Energy auf seiner Homepage. Das Unternehmen hat deshalb Batterien ohne diese Rohstoffe entwickelt. „Unsere Technologie vermeidet die Probleme der Lithium-Ionen-Batterien und verwendet weder Lithium noch Kobalt“, schreibt das Start-up weiter. „Alsym Energie-Batterien sind nicht entflammbar, ungiftig und verwenden nur Materialien, die sofort verfügbar sind.“

Alysm Energy will neuartige Batterien in E-Autos, E-Bikes und im Schiffverkehr einsetzen

Auf der Website erklärt das US-Unternehmen mehrfach, dass seine Batterien aus nicht entflammbaren, ungiftigen und sofort verfügbaren Materialien bestehe. Die genaue Zusammensetzung der neuartigen E-Auto-Batterie verrät Alsym Energy allerdings nicht. Laut dem Portal pv-magazin-usa.com besteht die Kathode aber größtenteils aus Manganoxid, die Anode aus Metalloxiden und der Elektrolyt aus einer Wasserbasis. Ein Start-up aus Schweden will dagegen E-Auto-Batterien auf Holzbasis bauen. Was das US-Unternehmen aber auf der Seite verrät ist, dass die Batterien sowohl in E-Autos, als auch in E-Bikes und im Schiffsverkehr Verwendung finden sollen. Zudem sollen die Batterien auch nur halb so viel kosten, wie die gängigen Lithium-Ionen-Batterien.

Laut Berichten hat Alsym Energy im Juli eine Partnerschaft mit der Synergy Marine Group in Singapur geschlossen und wird dabei wohl die Batterien für den Einsatz im Schiffsverkehr liefern. Bei einer Massenproduktion und einer größeren Verbreitung in der Autoindustrie könnte das Unternehmen aus Woburn gleich mehrere Probleme der E-Mobilität lösen. Zum einen das bereits angesprochene Rohstoffproblem und zum anderen auch das Problem mit der Entflammbarkeit. Verbrenner und Hybride fangen laut einer Studie zwar häufiger Feuer als E-Autos, ein E-Auto-Brand stellt die Feuerwehren allerdings vor besondere Herausforderungen.

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