1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

Ab 2023 drohen „deutliche Kostennachteile“ bei E-Autos - Experten fürchten „Kaufblockade“

Erstellt:

Von: Nadja Pohr

Kommentare

Elektroauto an einer Ladesäule in Konstanz
„Ab 2023 laufen Elektroautos in deutliche Kostennachteile für die Verbraucher in Deutschland“, warnt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. (Symbolfoto) © IMAGO/bodenseebilder.de

2023 könnten Verbrenner durch die Energiekrise wieder deutlich attraktiver als E-Autos sein. Ferdinand Dudenhöffer kritisiert die Regierung.

Stuttgart - Lange Zeit war in Deutschland ein wahrer E-Auto-Boom zu spüren. Prämien beim Kauf eines Elektroautos von Volkswagen oder Mercedes-Benz lockten die Menschen zusätzlich an und wurden dankend angenommen. Doch mit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine nahmen die Probleme für E-Autohersteller immer mehr zu. Zunächst fehlten wichtige Bauteile, die in der Ukraine hergestellt werden und so die Auslieferungen stoppten. Mittlerweile ist es jedoch die Energiekrise, die der Autoindustrie zu schaffen macht.

Denn eine Stromkostenexplosion könnte den Umstieg auf E-Autos gefährden, warnte ein Experte bereits. Und tatsächlich betreffen die gestiegenen Preise laut ADAC vor allem die E-Autofahrer. Die Folgen der aktuellen Krise könnten sich aber insbesondere auf das kommende Jahr 2023 auswirken. Die Prognosen für die Elektromobilität fallen schlecht aus, wie die Analyse des Center Automotive Research (CAR) zeigt.

E-Autos: CAR-Institut befürchtet „deutliche Kaufblockade“

„Ab 2023 laufen Elektroautos in deutliche Kostennachteile für die Verbraucher in Deutschland“, stellte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer fest. Durch den Wegfall der Prämien für E-Autos und die rasant gestiegenen Strompreise würde sich die Alternative zum Verbrenner kaum mehr lohnen und die Attraktivität schmälern. Der Experte des CAR-Instituts fürchtet daher, dass es infolgedessen zu einer „deutlichen Kaufblockade“ bei E-Autos kommen werde.

Für seine Analyse habe Dudenhöffer drei beliebte Elektroautos in ihren Gesamtkosten abzüglich Rabatten und einer Kilometerleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr mit gleichwertigen Verbrennermodellen verglichen, wie das Handelsblatt schreibt. Im Basisszenario gehen die Experten von monatlichen Ausgaben von 596 Euro, abzüglich 67 für die Stromrechnung bei einem angenommenen Preis von 32 Cent pro Kilowattstunde aus. Demgegenüber kommen die Verbrennermodelle im Durchschnitt auf monatliche Vollkosten von 631 Euro, wobei 142 Euro davon auf die Benzinrechnung entfallen, wenn der bei 1,87 Euro liegt. In Summe haben damit die E-Autos aktuell einen Kostenvorteil von 36 Euro, fasst Dudenhöffer zusammen.

Jedoch lag der Strompreis laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zuletzt bereits bei mehr als 37 Cent pro Kilowattstunde, berichtet das Handelsblatt - mit steigender Tendenz, da Tariferhöhungen von Stadtwerken und anderen Energieversorgern noch hinzukommen dürften. Das Ergebnis des sogenannten mittleren Szenarios: Geht man von einem Strompreis von gut 50 Cent pro Kilowattstunde aus, fahre man mit einem neuen Benziner um zwei Euro pro Monat günstiger als mit einem vollelektrischen Neuwagen.

Ferdinand Dudenhöffer warnt vor schlechten Aussichten für die Elektromobilität unter Ampel-Regierung

Sowohl im Szenario eines Strompreises von 32 Cent pro Kilowattstunde, als auch bei 50 Cent drohen bei E-Autos Mehrkosten gegenüber den Verbrennern. Wer sein Elektroauto darüber hinaus bei einer Schnellladestation lädt und damit höhere Stromkosten hat, muss gegenüber Benzinern mit monatlichen Mehrkosten von insgesamt 123 Euro rechnen, heißt es im Handelsblatt.

„Die Aussichten für die Elektromobilität unter dem grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck und der Ampelregierung in Berlin sind schlecht“, lautet das Fazit von Ferdinand Dudenhöffer. Angesichts dessen werden sich viele Verbraucher sicherlich noch einmal für einen Verbrenner und gegen ein E-Auto entscheiden.

Auch interessant

Kommentare